Eine performative Rekonstruktion skizziert und verdichtet den Alltag an der Grenze zwischen der spanischen Exklave Ceuta und Marokko, über die illegal Waren wandern.
In Randa Maroufis performativer Rekonstruktion wirkt zunächst alles aufgeräumt. Fein sortiert stehen Autos Schlange, schnüren Händlerinnen ihr Gepäck. Vor dem eintönig-grauen Hintergrund wirken die Szenen schematisch wie ein Anleitungsplan, auf dem sich plötzlich alles grafisch verdichtet. Alltag an der Grenze zwischen der spanischen Exklave Ceuta und Marokko, über die illegal Waren wandern.
Inmitten der unermesslichen Weite der marokkanischen Wüste suchen ein Nomade und ein Wissenschaftler nach Himmelssteinen. Für beide hängt an den Meteoriten eine große Hoffnung.
Inmitten der von Steinen, Büschen und unermesslicher Weite geprägten marokkanischen Wüste suchen zwei Männer nach Himmelskörpern. Eine schier gigantische Aufgabe, diesen verwitterten Boden abzuschreiten. Für beide ist an die Meteoritensplitter große Hoffnung geknüpft: Während der eine die Erkenntnis sucht, ersehnt sich der andere ein besseres Leben. Adnane Barakas beeindruckendes Regiedebüt spürt bildstark existenziellen Fragen nach.
Die kargen Landschaften im Südosten Marokkos sind bekannt für häufige Meteoriteneinschläge. Mohamed, ein Nomade, der mit seiner Familie in einem Zelt in der Wüste lebt, beschließt, sich auf die Suche zu machen. Wie die anderen Männer, die zusammen mit ihm das Terrain durchkämmen, hofft auch er auf den Fund eines wertvollen Steins aus dem All, der den Ausweg aus der Armut brächte. Auf der anderen Seite des Landes untersucht der Wissenschaftler Abderrahmane Meteoriten auf Einschlüsse lange vergangener Gestirne. Um zum Ursprung unseres Lebens zu kommen, müssen wir in die Sterne schauen.
Auf der Suche nach Erinnerungen an ihre Kindheit baut Asmae El Moudir ihr Wohnviertel in Casablanca als kunstvolle Miniatur nach und stößt dabei auf ein Trauma der marokkanischen Geschichte.
deutsche Untertitel für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit, Englisch
Traumata haben Filmschaffende schon oft auf die Idee gebracht, die dokumentarische Erzählung mit visuellen Verfremdungen zu konfrontieren. Asmae El Moudir wählt die Form einer von Puppen bewohnten Miniatur des Stadtviertels von Casablanca, in dem sie aufwuchs. 1981, vor ihrer Geburt, ereignete sich dort ein Massaker. Polizei und Militärs des marokkanischen Königs erschossen hunderte Teilnehmende der sogenannten Brot-Unruhen, die gegen kontinuierlich steigende Lebensmittelpreise protestierten. Die detailgetreuen Kleinnachbauten – El Moudirs Vater, ein Maurer, baute die Häuser in groß aus Stein und Zement! – veranschaulichen diese Ereignisse zwar, sie kennzeichnen aber auch die Distanz zu einer bilderlosen und in Marokko lange verschwiegenen Historie.
Das Fehlen von Bildern spiegelt sich im familiären Kontext. Warum gibt es keine Kindheitsfotografien von ihr, fragt sich die Regisseurin. Warum präsentierte ihr die Mutter schließlich ein einziges Bild, das aber ein anderes Mädchen zeigt? Um die Miniaturen ihrer Nachbarschaft versammelt dieser in jeder Hinsicht klug gebaute Film schließlich die Mitglieder der Familie. Eine kollektive Wahrheit verspricht diese Konstellation nicht, aber immerhin: einen Streit der Erinnerungen.