Dieses autotheoretische Essay erkundet den Bauch eines Posthumans, befragt stereotype Vorstellungen von Schwangerschaft und spekuliert über nicht-binäre Reproduktionsszenarien.
Die stereotype Vorstellung von Schwangerschaft ist eine Herausforderung für Personen, die sich nicht nur als weiblich definieren. Dieses autotheoretische Essay beschäftigt sich mit der Zukunft von Familie und nicht-binären Reproduktionsszenarien, in denen alle Körper schwanger werden können. Wir reisen in den Bauch eines Posthumans und folgen Spekulationen zur Entfeminisierung des Kinder-Austragens.
Lars Rummel
Credits
Produktion
Anna Fries, Malu Peeters
Animation
Lisa Kaschubat, Manuel Tozzi
VR Entwicklung
Ambrus Ivanyos
3D-Künstler*in
Lisa Kaschubat, Manuel Tozzi, Danielle Williams
Creative Technologist
Ambrus Ivanyos
Ton
Malu Peeters
Buch
Anna Fries
Musik
Malu Peeters
Performer
Brandy Butler, Anna Fries, Olivia Hyunsin Kim, Ncube as Bibi, Fercha Pombo, Kübra Uzun, Wheelymum
Zwei Forschungsreisen in eine mögliche Zukunft der Menschheit und in die ganz reale Vergangenheit einer Familiengeschichte verbinden sich zu einer Erzählung über unser Verhältnis zur Zeit.
deutsche Untertitel für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit
Ein frisch gebackener Familienvater begibt sich mit Frau und Tochter auf eine Reise nach Schottland in die Geburtsstadt seiner Mutter. Es ist 1976 – dasselbe Jahr, in dem die NASA-Raumsonden Viking 1 und 2 auf der Marsoberfläche landen. Aus ferner Distanz senden sie Bilder aus einem nur vage erforschten Gebiet und erlauben einen ersten Einblick in die Geschichte eines fremden Planeten. So wie die Wissenschaftler*innen der NASA erhofft sich auch die kleine Familie durch ihre Reise Erkenntnisgewinn über vergangene Zeiten, Verständnis der gegenwärtigen Situation und vielleicht sogar die Möglichkeit, die Zukunft zu erahnen.
Texte aus dem Reisetagebuch des Vaters, Fotos und Videoaufnahmen verweben sich mit Bild- und Tonmaterial aus NASA-Archiven zu einer vielschichtigen Erzählung, die mehrere Dekaden Familiengeschichte, kosmologische Fragen und philosophische Überlegungen durchwandert. Vor uns entfaltet sich ein filmisches Multiversum, dessen Elementarteilchen zwischen den Zeiten und Welten, zwischen Realität und Fiktion schwingen.
Das dokumentarische Video zur installativen Version des Kurzfilms „1976: Search for Life“ nimmt uns mit auf den Mars. Dort zeigt ein kleiner Fernsehapparat eine ganz persönliche Geschichte.
Das dokumentarische Video zur installativen Version des Kurzfilms „1976: Search for Life“ nimmt uns mit auf den Mars. Dort – zwischen großen Gesteinsbrocken und im roten Licht unseres Geschwisterplaneten – befindet sich ein kleines Fernsehgerät. Mit Kopfhörern und in intimer Atmosphäre lässt uns Tess Martin an einer ganz persönlichen Erinnerung an ein bedeutendes historisches Ereignis teilhaben.
Eine gespenstische Spurensuche, ausgehend vom 1965 erlassenen US-Embargo gegen „kommunistische“ Echthaar-Perücken aus Asien. Wohnt in jeder Perücke ein Geist aus der imperialen Vergangenheit?
Der leibhaftige Geist einer verstorbenen Echthaar-Spenderin erzählt. In der Nachkriegszeit trug der Export von Echthaar-Perücken zur Wirtschaftsentwicklung Asiens bei, mit Hongkong als bedeutendem Umschlagplatz. In der Blütezeit der 1960er Jahre war „asiatisches Echthaar“ bei wohlhabenden US-Amerikanerinnen beliebt, doch dann erließen die USA ein Embargo für das darauf als „kommunistisches Haar“ kategorisierte Produkt. Hier setzt die ausgefeilte und innovativ umgesetzte Geschichte ein: Ausgehend von komplexen ökonomischen und soziopolitischen Zusammenhängen webt sie den Faden durch historische und traumartig inszenierte Ebenen.
Hongkong war und ist ein Raum des Dazwischen – zwischen Ost und West, zwischen Kommunismus und Kapitalismus. Vielleicht seien deswegen so viele Gespenster in der Stadt, mutmaßt ein Protagonist. So wie der weit gereiste Geist, eine ewig wandelnde Entität und Zeitzeugin einer imperialen und kolonialistischen Vergangenheit.
Auf dem Motorrad gegen das Patriarchat: Im ländlichen Nordwesten von Iran kämpft eine Kommunalpolitikerin für die Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen in ihrer Gemeinde.
Die Proteste mit dem Slogan „Frau, Leben, Freiheit“ in Teheran und anderen Großstädten scheinen weit weg von dem Ort, an dem Sara lebt. Doch die Protagonistin dieses Films setzt sich in ihrer ländlichen Gemeinde im Nordwesten des Iran ganz alltagspraktisch für die gleichen feministischen Werte ein. Immer wieder werden wir in Bildern darauf zurückgeführt, dass ihr Vater sie einst – zum Unmut des Dorfes – das Motorradfahren lehrte. Ein kleiner Gefallen mit großer Wirkung: Für Sara ebnete er einen Weg jenseits der patriarchalen Ehe. Mobil auf zwei Rädern arbeitete sie als Hebamme und brachte zahlreiche Mädchen zur Welt, für die sie sich jetzt erneut stark machen will: Zu Beginn des Films und in der Mitte ihres Lebens entschließt sich Sara, als erste Frau in der Geschichte ihrer Kommune für den Gemeinderat zu kandidieren. Ein Schritt, der ihr einerseits begeisterte Unterstützung einbringt; andererseits muss sie offene Feindseligkeiten und eine Anhörung bei den Sittenwächtern der Islamischen Republik über sich ergehen lassen. Sara Khaki und Mohammadreza Eyni fangen in „Cutting Through Rocks“ diese Machtstrukturen und ihre individuelle Wirkung ebenso präzise ein wie Gesten der Solidarität und Selbstbestimmung.
Wir überlassen unsere Hände der Musik von Max Cooper. Auf einer virtuellen, hypnotischen Bühne dürfen sie tanzen: intuitiv, spielerisch oder anmutig. Hier ist alles erlaubt.
Inmitten einer blauviolett getönten Bergkette befinden sich die Überreste eines verlassenen Pavillons. Begleitet durch die Musik von Max Cooper, wird die Szenerie zur Bühne für eine Tanzperformance – in der unsere Hände die Hauptrollen übernehmen. Intuitiv überlassen wir sie dem Rhythmus, bewegen sie spielerisch, formen anmutige Gesten. An diesem hypnotischen Ort ist den Tänzerinnen alles erlaubt.
Fanta aus Conakry in Guinea verbringt jede freie Minute mit dem Training im Akrobatik-Zirkus. Neben all ihren Pflichten ist ihr größter Traum, mit der Amoukanama Company auf Tournee zu gehen.
Fanta ist 14 Jahre alt und lebt in Conakry, der Hauptstadt von Guinea in Westafrika. Neben der Schule und ihren Pflichten im Haushalt verbringt sie jede freie Minute mit dem Training im Akrobatik-Zirkus. Eines Tages kündigt sich die Rückkehr des großen Stars des Landes an. Balla Moussa Bangoura, Begründer der Amoukanama Circus Company, war auf einer internationalen Tournee und plant nun, mit seiner Truppe eine neue Show einzustudieren. Das Training wird härter, denn nur die Besten dürfen am Ende dabei sein. Fanta will natürlich alles dafür geben, als eines der wenigen Mädchen mit Balla Moussa Bangoura durchs Land reisen zu können. Tag für Tag ist sie nun zerrissen zwischen der Pflege ihrer kranken Mutter, Haushaltsarbeiten, Schulaufgaben und dem, was sie vermeintlich am meisten liebt. Einerseits unterstützt durch ihre Familie, andererseits bestrebt, alle Erwartungen zu erfüllen, beginnt Fanta jedoch zu zweifeln: Was will sie wirklich? Verbunden durch mitreißende Musikauftritte, spektakuläre Akrobatikeinlagen und traumartige Spielsequenzen gelingt Marjolijn Prins das atmosphärisch dichte Porträt eines außergewöhnlichen Mädchens.
Lina Dinkla
Credits
Regie
Marjolijn Prins
Kamera
Johan Legraie
Schnitt
Ciska Slowack
Produktion
Ellen De Waele, Mirna Everhard
Co-Produktion
Florent Coulon, Felix Salgado, Ineke Kanters, Lisette Kelders, Anton Iffland Stettner, Eva Kuperman
Eine junge Frau wird erwürgt. Die ergreifende Totenklage der Mutter – nach einem Gedicht von Percy Shelley – begleitet uns durch Aufbahrung und Wiederauferstehung ihrer Tochter Ginevra.
Die aufgehende Sonne enthüllt ein grausames Verbrechen. In der orangeroten Morgendämmerung, zwischen Dünen und wogendem Meer, wird eine junge Frau zu Tode stranguliert. Die tiefen Abdrücke der Hände des Mörders zeichnen den Hals der Gemeuchelten. Die ergreifende Totenklage der Mutter – nach einem Gedicht von Percy Shelley – begleitet uns durch Aufbahrung und Wiederauferstehung ihrer Tochter Ginevra.
How to Make a Phonotrope Video with Drawn Animation
Tess Martin
Tess Martin führt in eine Verfahrenstechnik für Animationsloops ein: Man zeichne, man nehme eine sich drehende Scheibe, verbinde sie mit einer Kamera – und fertig ist das Phonotrop.
How to Make a Phonotrope Video with Drawn Animation
How to Make a Phonotrope Video with Drawn Animation
Tess Martin
Animation Night 2023
Dokumentarfilm
Niederlande
2019
8 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Durch die Kopplung der Umdrehungsgeschwindigkeit einer rotierenden Scheibe mit der Aufnahmebildrate einer Kamera entsteht eine Apparatur, welche die Illusion von Bewegung erzeugen kann. Dieses sogenannte Phonotrop ist eine zeitgenössische Variante des Phenakistiskops. Tess Martin erklärt in ihrem How-to-Video, wie diese Technik funktioniert und wie sie in ihrem Film „Orbit“ zur Anwendung kommt.
Wir werden durch ein spekulatives posthumanistisches Szenario rund um die Beziehung zwischen Mensch, Maschine und Natur geleitet. Eine KI hilft beim Übergang ins Digitale.
Wir treffen auf eine künstliche Intelligenz, die uns den Übergang ins Digitale erleichtern soll. Das Leben in der analogen Welt ist nicht länger möglich, noch nicht einmal nötig. Die VR-Erfahrung leitet durch ein spekulatives Szenario, das die Beziehung zwischen Mensch, Maschine und Natur im Posthumanismus beleuchtet. Text, Bild und Sound wurden mithilfe von KI und Algorithmen generiert.
In einer verlassenen Wüstenstadt lebt eine Schar alter Männer in Armut. Einst angolanische Söldner des Apartheid-Regimes, werden sie zu Akteuren der Geschichte von Judas Iskariot.
In einer verlassenen Asbestminenstadt am Rande der Wüste Kalahari widersetzt sich eine Gruppe alter Männer der Evakuation. Sie haben keinen Ort, an den sie gehen könnten, denn sie waren einst verrufen als Soldaten des berüchtigten südafrikanischen Bataillons 32, auch bekannt als „Die Schrecklichen“. Täter und Opfer der Geschichte zugleich, werden sie in Boris Gerrets’ ebenso verstörendem wie faszinierendem filmischen Vermächtnis zu Akteuren der biblischen Geschichte von Judas Iskariot.
Das Schauspiel unter gleißender Sonne konfrontiert die in bitterer Armut lebenden Männer mit ihrer unbewältigten Vergangenheit. Viele von ihnen waren im angolanischen Unabhängigkeitskampf gegen Portugal von den Widerstandsbewegungen FNLA und UNITA zwangsrekrutiert worden. Nach der Machtübernahme der kommunistischen MPLA fanden sie sich als Söldner an der Seite weißer Südafrikaner im Kampf gegen das eigene Volk wieder und verteidigten schließlich das Apartheid-Regime im kolonialen Kampf in Namibia und in den südafrikanischen Townships. Am Rande des surrealen Filmsets zwischen den verfallenden Gebäuden der alten Minenstadt geben sie erstmals Auskunft über ihre Lebensgeschichten, sprechen über Verrat, Schuld und Reue. Nachdem die Weltpolitik über sie hinweggerollt ist, sie zu Unerwünschten, Exilierten, Vergessenen, Verdrängten und Gebrochenen gemacht hat, werden sie vor der Kamera endlich wieder als Menschen sichtbar.
Inmitten der bosnischen Einöde ereignet sich Unwahrscheinliches. Denn die Freundschaft zwischen einem fischenden Kriegsveteranen und einem jungen Regisseur legt Verschüttetes frei.
Zwei Männer unter sich: Zdravko, Kriegsveteran mit Hörschädigung, der als Fischer in der Einöde lebt, und Stefan, Regisseur mit bosnischen Wurzeln, der seine Muttersprache vergessen hat. Vor einer kargen wie geheimnisvollen Kulisse nimmt die unwahrscheinliche Freundschaft ihren Lauf. Denn während Stefan seine Gedanken in Textform über die Aufnahmen legt, sendet Zdravko mit einem Holzstab Geräusche in die Tiefe. Sie sollen Welse anlocken, die inmitten eines Sees ihre Runden drehen. Dabei beschwören sich beide Männer gewissermaßen gegenseitig, bringen Verschüttetes hervor, verbrüdern sich, überwinden innere Barrieren.
Familien aus der Republik Moldau begannen in den 1990er Jahren einen ritualisierten Postverkehr: Die migrierten Mütter schicken Geld und Güter, die Väter und Kinder Videotapes.
„Stell dir vor, diese Kamera ist deine Mutter“, sagt ein Vater zur Tochter. Etliche Familien aus der Republik Moldau begannen in den 1990er Jahren einen ritualisierten Postverkehr zwischen den aus ökonomischen Gründen migrierten Müttern und den Angehörigen in der Heimat: Erstere schickten Geld und Güter, letztere schickten Videotapes. Solche Amateuraufnahmen sind das Material dieses Films. Sie bezeugen die schmerzhaften Leerstellen der Abwesenden im Leben der Daheimgebliebenen.
Migration ist ein großer Faktor in postsozialistischen Staaten, die nach dem Ende der Sowjetunion von Rezession und Inflation gebeutelt waren – und in diesem Fall zusätzlich vom Bürgerkrieg um Transnistrien. Nach Daten von 2011/2012 hatten etwa dreißig Prozent der moldauischen Kinder einen Elternteil im Ausland. Auch in dem kleinen Land zwischen Rumänien und der Ukraine entscheidet sich ein höherer Anteil der Väter für Arbeitsmigration. Otilia Babara interessiert sich aber spezifisch für die Folgen von langjährig abwesenden Müttern, die etwa in Italien im Pflegedienst für den Unterhalt ihrer Familie sorgen und ihre Liebe in Carepaketen ausdrücken. Der gerade für Mädchen prägende Verlust der Verbindung zur Mutter – die jeweils abseits der Bilder bleibt – äußert sich in den Bruchstellen der inszenierten Homevideos, wenn abschweifende Blicke verraten, dass die Kinder an ihre Rückkehr nicht mehr glauben.
Jan-Philipp Kohlmann
Credits
Regie
Otilia Babara
Buch
Otilia Babara
Schnitt
Pierpaolo Filomeno
Produktion
Hanne Phlypo
Co-Produktion
Christine Camdessus, Simone van den Broek, Otilia Babara
Die Selbstmordrate unter Landwirten in Indien ist erschütternd. Die zurückbleibenden Frauen, nun allein für die Kinder und Schuldenberge verantwortlich, solidarisieren sich. Kraftvolles Kino!
Sanjivani, eine junge Frau aus einer ländlichen Gegend im Bundesstaat Maharashtra in Zentralindien, ist eine liebevolle, zärtliche Mutter. Nach dem Selbstmord ihres Ehemannes lebt sie bei ihrem Schwager, für den sie auf den Feldern arbeiten muss. Für ihre zwei Kinder ist sie nun allein verantwortlich, konfrontiert mit einem Schuldenberg, den ihr Ehemann hinterließ, und Strukturen einer patriarchalischen Gesellschaft, die Witwen wie sie entmündigt und unsichtbar werden lässt. Erst als sie sich einer Gruppe von Frauen anschließt, denen ein ähnliches Schicksal widerfuhr, gewinnt sie langsam an Selbstbewusstsein. Denn sie ist mit ihrer Verzweiflung und Trauer nicht allein – die Selbstmordrate unter Bauern, die sich angesichts ausfallender Ernten und der Dumpingpreise auf dem globalisierten Markt das Leben nahmen, erschüttert: 400.000 in den letzten zwanzig Jahren. Kinshuk Surjan beobachtet Menschen und Umstände nicht nur mit Anteilnahme, sondern er steht auch für ein Kino, das Einfluss nimmt. Denn die Frauengruppe, die er hier begleitet, hat sich erst durch sein Filmprojekt zusammengefunden. In beeindruckenden Bildern und mit Feingefühl für die porträtierten Protagonist*innen gelingt nicht nur eine sorgfältige Darstellung hochkomplexer Zusammenhänge, sondern auch eine wahrhaftige dokumentarische Intervention: ein Eingriff in unzumutbare Verhältnisse – mit dem Ziel ihrer Besserung.
Ein makabres, hypnotisches Kinderlied vom Soldaten Mario und seiner enttäuschten Liebe kündet von einem brutalen Mord. Erinnerungsbilder fließen ineinander und lassen erschauern.
Ein makabres italienisches Kinderlied erzählt die Geschichte von Mario, einem Soldaten, der nach seiner Heimkehr aus dem Krieg erfahren muss, dass seine Freundin ihn für einen anderen Mann verlassen hat. Mario beschließt, sie zu töten. Der Film greift die ambivalente Stimmung des Liedes auf und verstärkt dessen Vibration im Raum zwischen unbedarftem Kinderspiel und brutalem Mord.
Ein „kinematografisches Bild Niederländisch-Indiens 1912 – ca. 1933“, montiert aus stummem Filmmaterial der Kolonialherren, lernt sprechen: in den Geschichten der Kolonialisierten.
Als „kinematografisches Bild Niederländisch-Indiens 1912 – ca. 1933“ bezeichnet Vincent Monnikendam seinen Archivfilm im Nebentitel. Damit nähert er sich der umständlich-buchhalterischen Sprache der niederländischen Behörden, in deren Auftrag das von ihm remontierte Filmmaterial seinerzeit entstand. Er verdichtete rund 280.000 Meter Nitrofilm, professionell gedreht, aber weitgehend roh belassen, zu einer Kompilation über die indigenen Menschen und ihre zugereisten Herrscher in der ehemaligen Kolonie. Das ursprünglich stumme Material wird beredt – nicht durch einen einordnenden Kommentar, sondern in den Liedern und Geschichten der Kolonialisierten. Die Bilder bleiben unverändert. Aber lesen muss man sie neu.