Ein packender dokumentarischer Thriller um eine Gruppe philippinischer Aktivisten, die illegale Rodungen im Regenwald verhindern, indem sie den Holzfällern die Kettensägen klauen.
Auf Palawan im philippinischen Inselarchipel fällt immer mehr Regenwald den Sägen zum Opfer. Die Rodungen sind zwar illegal, werden aber vom korrupten Regime unter Präsident Duterte gedeckt und sogar initiiert. Dagegen regt sich Widerstand vor Ort. Eine Gruppe mutiger Männer um einen resoluten Menschenrechtsanwalt entschließt sich zu reagieren. Sie schleichen in die Wälder, um den Rodungstrupps in unbeobachteten Momenten die Kettensägen, Autos und Boote abzunehmen. Der spannende, wie ein Thriller gebaute Film begleitet sie auf diesen gefährlichen Einsätzen, die sie „meta-legal“ nennen. Doch der Preis ist hoch: Einige Aktivisten bezahlen ihre Gegenwehr mit dem Leben.
Luc-Carolin Ziemann
Credits
Regie
Karl Malakunas
Kamera
Tom Bannigan
Schnitt
Michael Collins, Eric Daniel Metzgar
Produktion
Marty Syjuco, Michael Collins, Kara Magsanoc-Alikpala
Wo sind Orte für LGBTQIA2S+-Kultur in Russland? Die AR-Erfahrung eröffnet der Drag-Szene einen digitalen Schutzraum, in dem sie performen kann, ohne Gewalt fürchten zu müssen.
Die LGBTQIA2S+-Community in Russland trifft auf ein zunehmend feindliches gesellschaftliches Klima, wird tabuisiert und kriminalisiert. Die AR-Erfahrung eröffnet der lokalen Drag-Szene einen digitalen Schutzraum, in dem sie performen kann, ohne Gewalt fürchten zu müssen. Diese künstlerische Inbesitznahme heteronormativ dominierter Orte ist zugleich politische Intervention.
Durch digital erzeugte Punktwolken entsteht eine harmonische Landschaft, die sich ständig weiterentwickelt und verändert. Sie erinnert an die zyklische Natur unseres Lebens.
Diese visuelle Sinfonie entfaltet sich nach den Prinzipien des Schwarmverhaltens. Digital erzeugte Punktwolken fließen organisch ineinander. Alles lebt, atmet, ist sinnlich-taktil, fühlt sich weich und harmonisch an. Ein warmer, heller Soundteppich umspielt diese sich ständig in Bewegung befindende Landschaft. Eine Anspielung auf die zyklische Natur unseres Lebens.
Reflektierende Aufbereitung von Beobachtungen während des Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 in London: das Virus als Menetekel für die Zukunft investorengerechter urbaner Räume.
Wie sah der Corona-Lockdown im Frühjahr 2020 aus einem Fenster der Wohntürme im noblen East London aus? In der reflektierenden Aufbereitung zweiwöchiger Beobachtungen sind – auf unmittelbarer Ebene – gravierende Verschiebungen im alltäglichen Koordinatensystem einer privilegierten Stadtbevölkerung auszumachen. Darüber hinaus aber stellt der bewusst und aus Spekulationsmotiven herbeigeführte Wohnungsleerstand im Viertel auch ein Menetekel für die Zukunft investorengerechter urbaner Räume dar.
Ein riesiges, leuchtendes Band morphender Farbschichten und seltsame Geräusche ziehen Augen und Ohren in den Bann. Eindrucksvoll macht eine Installation Erdgeschichte erlebbar.
Die Erde schläft nicht. Das Duo Semiconductor destilliert Forschungsdaten zur Erdbewegung und animiert sie in einer Fünfkanal-Installation. In einer dunklen Halle werden die Besucherinnen und Besucher des Festivals Sónar Barcelona 2016 von einem riesigen, leuchtenden Band unablässig morphender Farbschichten und seltsamen Geräuschen gefangen genommen. Sie erleben einen Schnitt durch Landschaft und Zeit.
Knirschend, rumpelnd und rieselnd hinterlassen Erdbewegungen Klangspuren. Das Duo Semiconductor animiert Forschungsdaten und vermittelt auf faszinierende Weise geologische Prozesse.
Geologisch bilden sich Erdschichten über Jahrtausende. Die Prozesse sind menschlich kaum wahrnehmbar. Ein Forschungsprojekt in einem spanischen Steinbruch rekonstruiert Erdbewegungen, modelliert sie und hält sie akustisch fest. Knirschend, rumpelnd und rieselnd hinterlassen die Erdschichten Klangspuren, die das Duo Semiconductor für eine audiovisuelle Fünfkanal-Installation animiert.
Wie wirkt sich die Klimakrise auf die Psyche aus? Wie weiterleben in der Katastrophe? Ein persönlicher Essay über „Climate Anxiety“, Schuld-Wut-Spiralen und radikale Selbstfürsorge.
Hitzeperioden, schmelzende Polkappen, steigende Meeresspiegel, massenhaftes Artensterben. Die Klimakrise bedroht das Leben auf der Erde und gleichzeitig unseren Seelenfrieden. Denn wer sich bewusst macht, wo wir stehen, kann nur noch schwer ruhig schlafen. Auch Sindha Agha leidet unter „Climate Anxiety“, der alles überwältigenden Angst vor den Folgen des Klimanotstands, und sucht eine Klimapsychologin auf, um zu lernen, damit zurechtzukommen. Das filmische Porträt zeigt, wie sie – stellvertretend für unzählige andere – zwischen Panik, Hilflosigkeit, Schuld und Wut hin und her geworfen wird und dennoch Wege findet, die Schockstarre zu überwinden, um aktiv gegen die Klimakrise angehen zu können.
Die Sehnsucht, dass endlich etwas passieren möge, erfüllt sich mit einem Kuss. Nicht mit einem der romantischen Art, sondern mit einem ungeheuerlichen, von dem alle Welt sprechen wird.
Die Sehnsucht, dass endlich etwas passieren möge, erfüllt sich mit einem Kuss. Jedoch nicht mit einem der romantischen Art, sondern mit einem ungeheuerlichen, einem Kuss, von dem alle Welt sprechen wird. So stapft Dodi wachsam durch den Alltag und die Partys, umwölkt von den Stimmen anderer. Ihren selbstbewussten Weg zeichnet „EXOMOON“ nach: kaleidoskopisch, mit gestalterischen Brüchen.
Faith liebt Musik und Branko liebt Faith. Die beiden machen sich auf eine turbulente Reise als Musik-Duo und Ehepaar. Doch leider entstehen bald erste Risse im Liebesglück.
Es beginnt wie eine klassische „Girl meets Boy“-Story: Faith, eine charismatische Akkordeonspielerin aus Großbritannien, reist nach Serbien, um sich dort mit folkloristischer Roma-Musik vertraut zu machen. Sie trifft den Geigenspieler Branko, der ihr sofort verfallen ist. Schnell werden sie ein Ehepaar und gründen eine Band. Doch mit dem Erfolg in der Musik schwindet der in der Liebe. Eine turbulente Geschichte von Erwartungen, Enttäuschungen und dem Traum vom Glück.
Beinahe beunruhigend locker fällt Faith in Brankos Leben ein. Das neue Land, die skeptische Familie und die kulturellen Unterschiede scheinen ihr dabei nichts auszumachen. Branko hingegen himmelt seine neue Frau an und wagt sich mutig vor in eine neue Welt. Als Duo sind sie ein großer Hit – sie reisen um die Welt und spielen immer größere Konzerte. Während Faith sich wie ein Fisch im Wasser fühlt, wirkt Branko jedoch wie ein entwurzelter Baum. Statt sich mit ihren Unterschieden zu beschäftigen, geht es rasant weiter, bis ein skrupelloser Schritt auf den anderen folgt. Catherine Harte gelingt ein mitreißendes und sehr intimes Porträt dieses widersprüchlichen Paars. Schonungslos nah und trotzdem mitfühlend entwickelt der Film einen beeindruckenden Sog, dem man sich nicht entziehen möchte.
Auf einem stillen Platz inmitten einer Stadt sitzt ein alter Mann mit seiner Enkelin. Plötzlich erleidet er einen Herzanfall, fällt zu Boden – und die Zeit friert ein.
Auf einem stillen Platz inmitten einer Stadt sitzt ein alter Mann mit seiner Enkelin. Plötzlich erleidet er einen Herzanfall, fällt zu Boden – und die Zeit friert ein. Das könnte die berühmte Sekunde sein, in der das Leben noch einmal vor dem inneren Auge vorüberzieht. Aber in welche Richtung zieht es eigentlich? In die Vergangenheit nach vorn, in die Zukunft zurück oder seitwärts ins Jetzt?
Ein nackter Körper: Seine Hauthülle breitet sich aus und sehnt sich nach Berührung. Die Musik fragt, wie sich Begehren anfühlt. Betörende computergenerierte Bilder antworten.
Ein nackter Körper verflüssigt sich und wird schwerelos. Übrig bleibt eine Hauthülle, die sich endlos ausbreitet und nach jeder kleinsten Berührung sehnt. Die zunehmend formlose Gestalt pulsiert in Farben, Fragmente blitzen auf, bis die Videospur versagt. Der sinnliche Track von FKA twigs fragt in Zeitlupe, wie sich Begehren anfühlt. Jesse Kanda antwortet mit betörenden computergenerierten Bildern.
Eine Subkultur öffnet sich: Die Ballroom-Szene reflektiert ihre Lebenswirklichkeit, ihre Ideen von kultureller Aneignung und Selbstermächtigung fernab mehrheitsgesellschaftlicher Normen.
Dieser Einblick in eine internationale Subkultur zeigt, dass die Ballroom-Szene mehr ist als nur extravaganter Wettbewerb. Fünf Ballroom-Dancer beschreiben eine Lebenswirklichkeit, in der weiß dominierte, heteronormative Muster keinen Raum haben. Sie sprechen über Ideen der kulturellen Aneignung, über Safe-Spaces, Gemeinschaft und gegenseitige Stärkung, über Identität und Selbstausdruck.
Geometrische Möglichkeiten zwischen Zweidimensionalität und Tiefe, Kontrolle und Instabilität werden ausgetestet. Auf spielerische Weise verhandelt der Film die Themen Raum und Dimension.
Auf einem zartblauen Blatt Papier erscheint ein Raster, welches sogleich von einer organischen dunklen Fläche überwuchert wird. Raster und Fläche scheinen eine Symbiose einzugehen und, vereint zu einem Ganzen, eine neue gemeinsame Form auszuprobieren. Geometrische Möglichkeiten zwischen Zweidimensionalität und Tiefe, Kontrolle und Instabilität werden durchgespielt.
Zur guten Nacht eine bizarre Story, in der eine Prinzessin und ihre Spielzeugmaus vorkommen, eine zu Misstrauen mahnende Mutter sowie ein Großvater, der Hundefutter vertilgt.
Eine schaurig schöne Gutenachtgeschichte mit vielen losen Enden. Darin: eine Prinzessin und ihre Spielzeugmaus, eine Mutter, die dem Mädchen rät, immer misstrauisch gegen Fremde zu sein, sowie ein bizarrer Großvater, der heimlich Hundefutter vertilgt. Möglicherweise nimmt das schläfrige Kind nur ein Viertel der absurd-morbiden Erzählung auf, aber vermutlich ist das auch gut so.
Ein taktiler Film, der uns mit Texturen von Farben und Materialien in Kontakt bringt, auf irritierende Weise sinnlich und befremdlich vertraut. Eine Reise durch einen weiblichen Körper?
Etwas zieht uns in die Tiefe. Immer weiter stürzen wir in die Bildmitte, hinein in schwellende Flüssigkeiten, durch Seen aus kreisenden Farben, durch die Risse im Papier. Ein taktiler Film, der uns mit Farb- und Materialtexturen in Kontakt bringt – auf irritierende Weise sinnlich und befremdlich vertraut. Der Sound öffnet den Deutungshorizont: Ein weiblicher Körper wird bereist.
Ein Haus an den Klippen, ein Vater, ein Sohn und ein Geschäft mit dem Eis. João Gonzalez’ atmosphärischer Animationsfilm entwickelt sich stilsicher zu einer Metapher über Familie.
An schweren Seilen, fest verankert im Stein des Felses, hängt ein Haus. Hoch oben in den Klippen, weit über der Stadt im Tal. Dort, in der Kälte, lebt ein Vater mit seinem Sohn. Regisseur João Gonzalez kommt in seiner 2D-Animation mit wenigen Farben aus. Umso atmosphärischer wirken seine Zeichnungen, mit den strengen Schatten und den extremen Kameraperspektiven. Ihm gelingt eine metaphorische Erzählung, die sich ohne Dialoge ganz auf ihren Sound und ihre Bilder verlassen kann.