Filmarchiv

Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2023

Begegnungen

Alfred Dorn
Der lange Schatten Lenins reicht bis in Jahr 1970: Die Bürger*innen der Sowjetunion erweisen dem Staatsgründer Lenin ihre Ehre – am Mausoleum auf dem Roten Platz in Moskau.
Filmstill Encounters
Filmstill Encounters

Begegnungen

Begegnungen
Alfred Dorn
Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2023
Dokumentarfilm
DDR
1970
15 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Ein Zitat des sowjetischen Futuristen Wladimir Majakowski über Lenin rahmt die Filmhandlung ein: Ein Toter, der „heut lebender [ist], als die am Leben sind“. Bei einer Rundreise durch die Union der Sowjetrepubliken lernt das Filmteam Freund*innen „im vollen Umfang des Wortes“ kennen, ohne ihre Namen zu erwähnen: Begegnungen mit Menschen in der Sowjetunion im Jahr 1970.
Konstantin Wiesinger

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Regie
Alfred Dorn
Produktion
Filmkollektiv des VEB Chemiekombinat Bitterfeld
Retrospektive 2021

Bildungsstand westdeutscher Schüler in den 50er Jahren

Jürgen Neven du Mont
Hitler verkaufte Abzeichen, um die Macht zu erlangen? Und wirklich sechs Millionen ermordete Juden? Ein Wissenstest für BRD-Oberschüler, bei dem eigentlich die Eltern durchfallen.
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Bildungsstand westdeutscher Schüler in den 50er Jahren

Bildungsstand westdeutscher Schüler in den 50er Jahren
Jürgen Neven du Mont
Retrospektive 2021
Dokumentarfilm
BRD
1959
44 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Am 29. April 1959 übermittelte der Hessische Rundfunk eine alarmierende Bestandsaufnahme des bundesdeutschen Schulwesens. Dieser erste von drei Teilen der Reportage „Blick auf unsere Jugend“ geht der Frage nach, was in den Köpfen von Oberklassenschülern zu den Deutschländern von Hitler und Ulbricht hängengeblieben ist. Hessen unter polnischer Verwaltung? Hitler verkaufte Abzeichen, um an die Macht zu kommen? Immerhin, bei der Zahl der ermordeten Juden liegen sie ungefähr richtig – also das Drittel, dem überhaupt etwas dazu einfiel. Zu Recht wies damals ein Fernsehkritiker darauf hin, dass sich hier die Summe aller elterlichen Tischgespräche materialisiere. Aber ob diese Eltern am 29. April 1959 ferngesehen haben?
Sylvia Görke

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Regie
Jürgen Neven du Mont
Kamera
Willy Sedler, Bernhard Weber, Günter Seuss
Schnitt
Hilde Grabow
Produktion
HR Hessischer Rundfunk
Ton
Horst Eiteljörge
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm 2020

E14

Peiman Zekavat
Reflektierende Aufbereitung von Beobachtungen während des Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 in London: das Virus als Menetekel für die Zukunft investorengerechter urbaner Räume.
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E14

E14
Peiman Zekavat
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm 2020
Dokumentarfilm
UK
2020
19 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Wie sah der Corona-Lockdown im Frühjahr 2020 aus einem Fenster der Wohntürme im noblen East London aus? In der reflektierenden Aufbereitung zweiwöchiger Beobachtungen sind – auf unmittelbarer Ebene – gravierende Verschiebungen im alltäglichen Koordinatensystem einer privilegierten Stadtbevölkerung auszumachen. Darüber hinaus aber stellt der bewusst und aus Spekulationsmotiven herbeigeführte Wohnungsleerstand im Viertel auch ein Menetekel für die Zukunft investorengerechter urbaner Räume dar.
Ralph Eue

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Regie
Peiman Zekavat
Produktion
Sanam Jehanfard
Animation und Musique Concrète 2021

Earthworks – Installation

Joe Gerhardt, Ruth Jarman
Ein riesiges, leuchtendes Band morphender Farbschichten und seltsame Geräusche ziehen Augen und Ohren in den Bann. Eindrucksvoll macht eine Installation Erdgeschichte erlebbar.
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Earthworks – Installation

Earthworks – Installation
Joe Gerhardt, Ruth Jarman
Animation und Musique Concrète 2021
Dokumentarfilm
UK,
Spanien
2016
2 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Die Erde schläft nicht. Das Duo Semiconductor destilliert Forschungsdaten zur Erdbewegung und animiert sie in einer Fünfkanal-Installation. In einer dunklen Halle werden die Besucherinnen und Besucher des Festivals Sónar Barcelona 2016 von einem riesigen, leuchtenden Band unablässig morphender Farbschichten und seltsamen Geräuschen gefangen genommen. Sie erleben einen Schnitt durch Landschaft und Zeit.
André Eckardt

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Regie
Joe Gerhardt, Ruth Jarman
Animation und Musique Concrète 2021

Earthworks – Making Of

Joe Gerhardt, Ruth Jarman
Knirschend, rumpelnd und rieselnd hinterlassen Erdbewegungen Klangspuren. Das Duo Semiconductor animiert Forschungsdaten und vermittelt auf faszinierende Weise geologische Prozesse.
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Earthworks – Making Of

Earthworks – Making Of
Joe Gerhardt, Ruth Jarman
Animation und Musique Concrète 2021
Dokumentarfilm
UK,
Spanien
2016
10 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Geologisch bilden sich Erdschichten über Jahrtausende. Die Prozesse sind menschlich kaum wahrnehmbar. Ein Forschungsprojekt in einem spanischen Steinbruch rekonstruiert Erdbewegungen, modelliert sie und hält sie akustisch fest. Knirschend, rumpelnd und rieselnd hinterlassen die Erdschichten Klangspuren, die das Duo Semiconductor für eine audiovisuelle Fünfkanal-Installation animiert.
André Eckardt

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Regie
Joe Gerhardt, Ruth Jarman
Filmstill Eat Bitter

Eat Bitter

Eat Bitter
Pascale Appora-Gnekindy, Ningyi Sun
Publikumswettbewerb 2023
Dokumentarfilm
Zentralafrikanische Republik,
China
2023
93 Minuten
Chinesisch,
Französisch
Untertitel: 
deutsche Untertitel für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit, Englisch
Ein Mann im Morgengrauen auf dem Fluss. Er betet, springt ins Wasser und kommt mit einem Eimer voll Sand wieder hoch. Der alleinerziehende Vater Thomas Boa schlägt sich in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, mühsam als Sandtaucher durch. Der Sand landet schließlich auf der Baustelle von Jianmin Luan, einem chinesischen Bauleiter, der nach Afrika ging, um beruflich aufzusteigen. Für diese Chance zahlt Luan einen Preis: Er lebt sehr einfach, wird von Stromausfällen, der Angst vor Malaria, vor Typhus und dem Bürgerkrieg geplagt. Nach Jahren im Ausland hat sich seine Familie in China von ihm entfremdet, seiner Frau geht es psychisch schlecht.

Die Regisseurinnen Ningyi Sun und Pascale Appora-Gnekindy erzählen eine Geschichte von Globalisierung, Armut und Arbeit und fragen, wie man sein Leben in Würde bestreiten kann. Statt Klischees zu perpetuieren, lernen wir zwei Männer (und ihre Familien) kennen, die Rädchen im Getriebe einer weltumspannenden Konkurrenzmaschine sind. In diesem System gibt es viel Ungleichheit, aber kaum Gewinner. Doch es gibt auch Momente, für die sich all das zu lohnen scheint: wenn Luans Frau nach Afrika kommt und plötzlich wieder Nähe entsteht, oder wenn Thomas ein Feld bestellt und endlich nach vorne schauen kann. Ein bildgewaltiger, spannender und horizonterweiternder Film, der Stereotype gekonnt umschifft.
Luc-Carolin Ziemann

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Regie
Pascale Appora-Gnekindy, Ningyi Sun
Buch
Mathieu Faure, Ningyi Sun, Pascale Appora-Gnekindy
Kamera
Orphée Zaza Emmanuel Bamoy
Schnitt
Hannah Choe, Mathieu Faure
Produktion
Mathieu Faure
Co-Produktion
Ningyi Sun, Pascale Appora-Gnekindy, Orphée Zaza Emmanuel Bamoy
Ton
Aaron Koyassoukpengo
Sound Design
Hollis Smith
Musik
Cal Freundlich Moore
Animation
Michael Kosciesza
Ausführende Produktion
Mathieu Faure, Steve Dorst
Filmstill El Shatt – A Blueprint for Utopia

El Shatt – A Blueprint for Utopia

El Shatt – nacrt za utopiju
Ivan Ramljak
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2023
Dokumentarfilm
Kroatien,
Serbien
2023
96 Minuten
Kroatisch,
Arabisch
Untertitel: 
Englisch
El Shatt in Ägypten, mitten in der Wüste, war Zufluchtsort und Projektion zugleich. Hier entstand 1944 aufgrund eines Deals der von Tito angeführten jugoslawischen Partisanen mit britischen Alliierten nicht nur ein Geflüchtetenlager für die Angehörigen der antifaschistischen Kämpfer*innen aus der Region Dalmatien. Hier entstand gleichzeitig auch ein Modell: für die spätere Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien – einen Staat, der sein Gründungsnarrativ auf den Volksbefreiungskampf gegen den Faschismus bauen und die in Kollektiven organisierte Selbstverwaltung zum gesellschaftlichen Ideal erklären würde.

Regisseur Ivan Ramljak gewährt uns einen vielschichtigen Einblick in diese längst vergessene, in der Realität durchbuchstabierte kommunistische Ur-Geschichte. Nach akribischer Recherche kombiniert er Hunderte historischer Fotografien und einige (wenige) Filmaufnahmen mit Zeitzeug*innen-Interviews. Die lebhaften Stimmen derer, die in jenen Tagen Kinder waren und heute oft über 80 sind, erzählen aus dem Off: von Überlebenskampf, Solidarität und gelebter Ideologie, von einem Alltag also, zu dem selbstorganisierte Schulen, Werkstätten, Großküchen, sogar eine Zeitung gehörten. Augenzwinkernd nimmt Ramljak den Geschichtsfaden auf und stellt seinem gekonnt geordneten Archivmaterial inszenierte Szenen mit Ensemblemitgliedern eines Theaters zur Seite, das damals in El Shatt gegründet wurde.
Borjana Gaković

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Regie
Ivan Ramljak
Buch
Ivan Ramljak
Kamera
Boris Poljak
Schnitt
Jelena Maksimović
Produktion
Tibor Keser
Co-Produktion
Iva Plemić Divjak, Mladen Kovačević, Sunčica Fradelić
Ton
Miloš Drndarević
Sound Design
Vladimir Živković
Filmvertrieb
Marcella Jelić
Nominiert für: Preis der Interreligiösen Jury, FIPRESCI Preis, MDR-Filmpreis
Animation Night 2025

Electronic Masks

Barbara Sykes
Sykes verwandelt Abstraktes in Vertrautes, indem sie die rohen Farben und Formen des Sandin Image Processors zu Figuren verformt, die einem uralten Unterbewusstsein zu entstammen scheinen.
Filmstill Electronic Masks
Filmstill Electronic Masks

Electronic Masks

Electronic Masks
Barbara Sykes
Animation Night 2025
Animationsfilm
USA
1978
5 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Barbara Sykes, eine Meisterin elektronischer Bildproduktion, verwandelt trickreich das Abstrakte ins Vertraute. Sie krümmt und verzerrt die rohen Farben und Formen aus dem Sandin Image Processor und schafft so eine Serie von Bildern, die aus einem urzeitlichen Unterbewusstsein zu stammen scheinen. Eng mit seinem perkussiven Soundtrack verzahnt, ist der Film ein pulsierendes Experiment in visueller Musik.
Ben Sassen

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Regie
Barbara Sykes
Produktion
Barbara Sykes
Extended Reality 2023

Elele

Sjoerd van Acker
Wir überlassen unsere Hände der Musik von Max Cooper. Auf einer virtuellen, hypnotischen Bühne dürfen sie tanzen: intuitiv, spielerisch oder anmutig. Hier ist alles erlaubt.
Filmstill Elele
Filmstill Elele

Elele

Elele
Sjoerd van Acker
Extended Reality 2023
XR
Niederlande
2022
7 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Inmitten einer blauviolett getönten Bergkette befinden sich die Überreste eines verlassenen Pavillons. Begleitet durch die Musik von Max Cooper, wird die Szenerie zur Bühne für eine Tanzperformance – in der unsere Hände die Hauptrollen übernehmen. Intuitiv überlassen wir sie dem Rhythmus, bewegen sie spielerisch, formen anmutige Gesten. An diesem hypnotischen Ort ist den Tänzerinnen alles erlaubt.
Lars Rummel

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Produktion
Firat Sezgin, Ecegül Bayram
Produktionsfirma
Institute of Time
Künstlerisches Design
Tolga Tarhan, Gamze Yavuz
Musik
Max Cooper
Regie
Sjoerd van Acker
Publikumswettbewerb 2024

Elementary

Claire Simon
Eine Grundschule am Stadtrand von Paris. Mit Beharrlichkeit und Hingabe werden die Kinder dazu ermutigt, verantwortungsbewusst und empathisch zu sein. Gelungene Pädagogik auf Augenhöhe.
Filmstill Elementary
Filmstill Elementary

Elementary

Apprendre
Claire Simon
Publikumswettbewerb 2024
Dokumentarfilm
Frankreich
2024
105 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch
Im Fokus von Claire Simons filmischer Beobachtung steht die Institution Schule. Doch anstatt Zielsetzung und Funktionsweise des Bildungsortes systematisch zu analysieren, liegt das Augenmerk auf den alltäglichen Begegnungen von Kindern und Lehrer*innen. Wie werden Auseinandersetzungen gelöst? Wie vermittelt man Rücksicht, Nachsicht, Empathie? Mit viel Ruhe und einer zurückhaltenden Kamera geht der Film diesen Fragen nach, ausgeführt am Beispiel der Anton-Makarenko-Grundschule in Ivry-sur-Seine, kurz hinter dem südöstlichen Stadtrand von Paris.
Eltern kommen mit ihren Kindern an. Der Lehrer reicht einem Neuankömmling die Hand – eine Geste der Ermutigung. In der Klasse wird die Stimme der Unterrichtenden selten laut, autoritäres Gebrüll ist hier fehl am Platz. Stattdessen setzt das Kollegium auf den Dialog, der wiederum auf Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung beruht. Claire Simon begibt sich mitten hinein in das Leben dieser Schule und lässt die eingefangenen Momente zwischen Kindern und Erwachsenen für sich sprechen. Ein feinfühliges Mosaik entfaltet sich: Augenblicke tief empfundenen Lern- und Lehrglücks, Bootsausflüge auf der Seine, Turbulenzen auf dem Pausenhof. All diese Einzelheiten ergeben das lebendige Bild einer von kleinen und großen Schultern getragenen pädagogischen Mission.
Em Johrden

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Regie
Claire Simon
Kamera
Claire Simon
Schnitt
Luc Forveille
Produktion
Michel Klein
Ton
Nathalie Vidal, Pierre Bompy, Jules Jasko, Elias Boughedir
Filmvertrieb
Rūta Švedkauskaitė
Performer
Sophie Axus
Filmstill Endless Cookie

Endless Cookie

Endless Cookie
Seth Scriver, Peter Scriver
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Animationsfilm
Kanada
2025
97 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch
„Die Vergangenheit ist ein endloser Cookie.“ Das Vergangene ist allgegenwärtig in diesem sagenhaft originellen Familienporträt. Es macht sich schon in den ersten Minuten bemerkbar, als Filmemacher Seth aus Toronto seinen Halbbruder Pete anruft, der dem Indigenen Volk der Cree angehört: Die Erdkugel, auf der die Distanz zwischen den beiden visualisiert wird, schnippt das kleine Schildchen „Dominion of Canada“ weg und gibt darunter das Wort Shamattawa frei – so heißt die First-Nations-Gemeinde, in der Pete lebt. Die Vergangenheit bleibt eben Gegenwart durch die Verletzungen, die die Cree in der weißen Mehrheitsgesellschaft erfahren (haben), darunter Polizeigewalt und Landnahme. Nichtsdestotrotz ist Humor das prägende Stilmittel der Scrivers – von subtilen Jokes über Selbstironie bis hin zum detaillierten, liebevoll-surrealen Look aller Charaktere, den sie sogar rassistischen Polizisten angedeihen lassen.
Sieben Geschichten wollten die Brüder anfangs erzählen. Am Ende sind es Hunderte geworden – denn jede Sprachaufnahme wird durch den Alltag der Großfamilie unterbrochen, jede Anekdote birgt die nächste. Ganz gleich, ob es um den Tipi-Bau, den Einkauf im Supermarkt oder das Tiere-Schächten geht. Über neun Jahre entstand diese schier unendliche Familienchronik, die auch eine besondere Chronik Kanadas entwirft. Es ist ein unverwechselbarer Cookie geworden, auf dem man lange herumkauen kann.
Marie Ketzscher

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Regie
Seth Scriver, Peter Scriver
Buch
Seth Scriver, Peter Scriver
Schnitt
Sydney Cowper
Produktion
Daniel Bekerman, Chris Yurkovich, Alex Ordanis, Jason Ryle, Seth Scriver
Sound Design
Andrew Zukerman
Animation
Seth Scriver
Filmvertrieb
Phoebe Liebling
Ausgezeichnet mit: Goldene Taube Langfilm (Internationaler Wettbewerb Animationsfilm)
Re-Visionen 2020

Error 404

Kays Khalil
Mit „Error 404“ sperrte die tunesische Zensur unliebsame Internetseiten. Erst als Mohamed Bouazizi sich am 17. Dezember 2010 in aller Öffentlichkeit verbrannte, trat eine Wende ein.
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Error 404

Error 404
Kays Khalil
Re-Visionen 2020
Animationsfilm
Deutschland
2017
7 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Was wuchert da im leeren Raum? Am 17. Dezember 2010 verbrennt sich der tunesische Gemüsehändler Mohamed Bouazizi in aller Öffentlichkeit – der Arabische Frühling beginnt, im Internet verbreitet sich das Feuer. Im Fast-Forward-Modus geht es durch die Innenarchitektur einer modernen Revolution, hinein in den gespreizten Charakter des Ereignisses: vom Boden des Planeten in die digitale Enträumlichung.
Ralph Eue

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Kays Khalil
Buch
Kays Khalil
Kamera
Kays Khalil
Schnitt
Kays Khalil, Kazim Emrah Akal
Produktion
Kays Khalil
Ton
Rudi Hochrein
Musik
Marcus Tronsberg
Animation
Kays Khalil, Kazim Emrah Akal
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Erwin

Erwin
Jan Soldat
Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2020
Dokumentarfilm
Österreich,
Deutschland
2020
16 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

Als „schon alt, aber geil“ stellt sich der 58-jährige Erwin vor. Er hat ein Wohnmobil in seinem Vorgarten zum bevorzugten Refugium erklärt. Hier gibt es für ihn alles, was er braucht: einen Computer, ein Bett, eine Kaffeemaschine. Zwei Webcams vernetzen Erwin mit anderen Männern, die sein fleischliches Verlangen stillen. Auf winziger Fläche kommt Jan Soldat ihm nah, natürlich. Er erfährt von Lieben, so groß wie erloschen, von einem komplizierten Familiengeflecht und Zukunftssorgen.

Carolin Weidner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Jan Soldat
Kamera
Jan Soldat
Schnitt
Jan Soldat
Produktion
Jan Soldat
Ausgezeichnet mit: Silberne Taube (Deutscher Wettbewerb Kurzfilm)
Hommage: Punto y Raya 2025

Evanescencia

Blas Payri
Das Videokunstwerk widmet sich der flüchtigen Natur von Farben, Texturen und Formen. Der sich in ständiger Entwicklung befindende Sound unterstreicht die Flüchtigkeit des Bildes.
Filmstill Evanescencia
Filmstill Evanescencia

Evanescencia

Evanescencia
Blas Payri
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
Spanien
2022
5 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Ein abstraktes Videokunstwerk, das die flüchtige Natur von Farben, Texturen und Formen erforscht. Die Bilder erinnern an die raue Oberfläche einer feuchten Höhlenwand, an der sich das schwache Licht einer fernen Taschenlampe bricht. Die Zeit verliert ihre Bedeutung, schemenhafte Kristallstrukturen entstehen und vergehen. Eine opalisierende Farberscheinung versucht, sich im Raum zu behaupten.
Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Blas Payri
Panorama: Mittel- und Osteuropa 2024

Ever Since I Knew Myself

Maka Gogaladze
Die Regisseurin im Disput mit ihrer Mutter über deren strenge Erziehung, die von Macht und Disziplinierung geprägt war. Das Erziehungssystem im modernen Georgien als solches steht zur Debatte.
Filmstill Ever Since I Knew Myself
Filmstill Ever Since I Knew Myself

Ever Since I Knew Myself

Rats tavi makhsovs
Maka Gogaladze
Panorama: Mittel- und Osteuropa 2024
Dokumentarfilm
Georgien
2024
87 Minuten
Georgisch
Untertitel: 
Englisch
Die verhassten Klavierstunden ihrer Kindheit ließ Maka unter Tränen über sich ergehen. Als sie ihre Mutter darauf anspricht, erhält sie zur Antwort, diese Quälerei sei vor allem wichtig für die Disziplin. Das Gespräch gibt Anlass zu einer Überprüfung des aktuellen pädagogischen Alltags in Georgien: Hat er sich inzwischen von Erziehungskonzepten wie diesem gelöst? Eine Musikschule, in der brutaler emotionaler und verbaler Druck zum Curriculum gehört; eine Ballettschule, in der sich kleine Mädchen unter Schmerzen dehnen; eine Grundschulklasse, in der noch der leidenschaftlichste Vortrag eines patriotischen Gedichts auf die Helden des Mutterlandes Grund zur Kritik bietet. Hereinspaziert in eine irgendwie surreale, bisweilen urkomisch steife Welt, die an einen altsteinzeitlichen Dinosaurier erinnert, der sich verzweifelt ins Heute zu retten versucht.
„Stahl wird durch Feuer gehärtet“, sagt die Mutter. In ihren Worten drückt sich die Last der Verantwortung für die geliebte Tochter aus, in ihnen klingen viele warme, bisher unausgesprochene Gefühle an. „Aber ich bin zuerst ein menschliches Wesen“, erwidert Maka. Die liebende Tochter besteht darauf, dass das aus autoritären Machtstrukturen gebaute Menschenbild überwunden werden muss, denn es reproduziert sich noch in den privatesten Beziehungen, auch in jenen zwischen Eltern und Kindern.
Vika Leshchenko

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Maka Gogaladze
Kamera
Maka Gogaladze
Schnitt
Maka Gogaladze
Produktion
Maka Gogaladze
Sound Design
Vano Arsenishvili
-
Irma Gogaladze, Nino Nergadze
Nominiert für: MDR-Filmpreis
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm 2021

Everyday Is Like Sunday

Alberto Dexeus
Versehrte, (un-)scharfe Bildfragmente. Gebetsartige musikalische Töne. Gebrochene Buchstaben. Eine Vision des Selbst – oder eine Selbstrestaurierung aus den Trümmern des Erinnerten.
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Everyday Is Like Sunday

Todos los días domingos
Alberto Dexeus
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm 2021
Dokumentarfilm
Spanien
2021
15 Minuten
Spanisch,
Katalanisch
Untertitel: 
Englisch
Fast musikalisch, mantraartig oder wie ein Gebet kommen die Gedanken, manchmal bloß Zahlen, aus dem Off. Im Bild kreisförmige Fragmente des vertrauten Raums: ein Spiegel, eine Lupe. Ein Tag wie jeder andere: ohne Medikamente oder doch mit? Ein Film wie die Untersuchung einer Unschärferelation: Sehen wir wirklich besser mit der Lupe? Im Familienalbum ein herausgekratztes Gesicht: Mit Blumen und ausgeschnittenen Kleiderbildern wird die Lücke drapiert, schließlich als Zeichnung wieder gefüllt.
Borjana Gaković

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Alberto Dexeus
Kamera
Alberto Dexeus
Schnitt
Alberto Dexeus
Produktion
Bernat Manzano, Miguel Ángel Blanca, Montse Pujol Solà
Ton
Iban R. Gabarró