Auf Bezirksebene werden Legitimation und moralischer Führungsanspruch der SED in eine Traditionslinie mit dem illegalen Widerstand der KPD in der Weimarer Republik gebracht.
Zum 40. Jahrestag der Ermordung der Widerstandsgruppe um den KPD-Funktionär Georg Schumann wird zum Andenken ein Film feierlich vorgeführt. Anwesend ist Horst Schumann, Sohn des Widerstandskämpfers und 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Leipzig. Gefilmtes Dokument und dokumentierte Aufführung werden propagandistische Komplizen: Die DDR-Gegenwart schreibt die NS-Widerstandsgeschichte fort.
Konstantin Wiesinger
Credits
Regie
Michael Wünsch, Christine Beer
Buch
Michael Wünsch, Christine Beer
Kamera
Maro Nagel, Thomas Huschlo, Bert Gahrmann, Thomas Voßbeck, Janek Ziegler, Hagen Reckziegel, Rainhardt Mißbach, Thomas Böttger
Schnitt
Christine Beer, Gabi Blumentritt
Produktion
Filmstudio am Haus der Jungen Pioniere "Georg Schwarz", Leipzig
Die Naturfilmerin und Autodidaktin Ingeborg Tölke begeisterte dank ihres filmtechnischen Könnens und ihrer lebenslangen Verbundenheit mit Flora und Fauna ein breites Publikum.
Ingeborg Tölke rekapituliert ihre filmische Biografie, erläutert die aufwendigen filmtechnischen Bedingungen und gibt Ausblick auf künftige Schwerpunktsetzungen. Sie verantwortete mutmaßlich mehrere kurze Pausenfilme für den Deutschen Fernsehfunk sowie einen Auftragslehrfilm. Bis ins hohe Alter erforschte sie die Möglichkeiten von Makroaufnahmen und Zeitraffertechnik, die ihre Markenzeichen wurden.
[Kurt Biedenkopf besucht ein sowjetisches Panzerregiment]
Klaus Wilhelm
Ein sowjetisches Panzerregiment in Sachsen empfängt hohen Besuch: Am Vortag des Weihnachtsfestes 1991 kommt der Ministerpräsident und trifft auf junge Soldaten, deren Zukunft ungewiss ist.
[Kurt Biedenkopf besucht ein sowjetisches Panzerregiment]
[Kurt Biedenkopf besucht ein sowjetisches Panzerregiment]
Klaus Wilhelm
Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2023
Dokumentarfilm
Deutschland
1991
8 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Im Bildhintergrund weht bereits die russische Trikolore, während Sachsens Ministerpräsident Prof. Dr. Kurt Biedenkopf ein Panzerregiment der sowjetischen Armee am Vortag des Weihnachtsfestes 1991 besucht. Wahrlich turbulente Zeiten damals – wenige Monate zuvor rollten in Moskau während des Augustputsches noch Panzer über den Roten Platz, und nur Tage später trat Michail Gorbatschow zurück.
Abseits eingeübter Gesten und diplomatischer Protokolle begegnen sich junge Menschen aus der DDR und Sierra Leone. Die Gäste bewahren ihre Unabhängigkeit im doppelten Sinne.
Eine rätselhafte Filmrolle aus dem Bestand „Bezirksfilmstudio Leipzig“: beschriftet mit „Sierra Leone“, ohne Ton überliefert. Nach offiziellen Ansprachen führt eine sierra-leonische Gruppe für ihre DDR-Gastgeber*innen einen getanzten symbolischen Kampf auf. Dann schwofen heimische und internationale Paare zu Livemusik übers Parkett – nicht-protokollarische Begegnungen mit unabhängigen Gästen im doppelten Sinne.
Der „Todesmarsch im Belower Wald“, zurückhaltend, nachdenklich und mit Raum für Zwischentöne betrachtet: KZ-Häftlinge hinterlassen Inschriften in Bäumen. Die Zeugnisse „verwachsen“.
Ein gestalterisch anspruchsvoller und nachdenklicher Film über die Gedenkstätte „Todesmarsch im Belower Wald“: Im späten Frühjahr 1945 wurde das Waldstück bei Wittstock für KZ-Häftlinge aus Sachsenhausen und Ravensbrück zum improvisierten Zwischenlager. Sie verewigten sich und ihr Schicksal mit Inschriften an den Bäumen. Aber was heißt „ewig“? Die Bäume wachsen, verändern und erneuern ihre Haut …
Konstantin Wiesinger
Credits
Regie
Kollektiv
Produktion
Cine-Pentama-Studio "Hans Beimler" VEB Kombinat Lokomotivbau-Elektrotechnische-Werke Hennigsdorf
Der lange Schatten Lenins reicht bis in Jahr 1970: Die Bürger*innen der Sowjetunion erweisen dem Staatsgründer Lenin ihre Ehre – am Mausoleum auf dem Roten Platz in Moskau.
Ein Zitat des sowjetischen Futuristen Wladimir Majakowski über Lenin rahmt die Filmhandlung ein: Ein Toter, der „heut lebender [ist], als die am Leben sind“. Bei einer Rundreise durch die Union der Sowjetrepubliken lernt das Filmteam Freund*innen „im vollen Umfang des Wortes“ kennen, ohne ihre Namen zu erwähnen: Begegnungen mit Menschen in der Sowjetunion im Jahr 1970.
Bücher sind Brot, dessen der Mensch bedarf [Ausschnitt]
Peter Rocha
Moderne Töne, Bildkompositionen und Schnittführung zeigen das Spektrum der IBA 1982, kombiniert mit farbigen und schwarz-weißen Aufnahmen des Ausstellungsortes Leipzig.
Bücher sind Brot, dessen der Mensch bedarf [Ausschnitt]
Bücher sind Brot, dessen der Mensch bedarf [Ausschnitt]
Peter Rocha
Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2025
Dokumentarfilm
DDR
1982
6 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Ein Zitat des Literaten Johannes R. Becher, erster Kulturminister der DDR, gibt diesem Film über die Internationale Buchkunst-Ausstellung 1982 den Titel. Einfühlsam komponierte Bilder betten die IBA ins Leipziger Menschengewimmel ein. Alte und neue Aufnahmen der Stadt, in Schwarz-Weiß und in Farbe, führen zu stimmungsvollen Klaviertönen in einige der 82 Länderkojen des buchkünstlerischen Kräftemessens.
Wer nicht nur ab und zu ein Buch bestellt, sondern sogar dem „Buchclub 65“ beitritt, wird mit Clubzeitschrift und Hauptvorschlagsband belohnt. Kundenbindung im analogen Zeitalter.
Dieser animierte Film bewirbt die Vorteile der 1965 gegründeten Buchgemeinschaft „Buchclub 65“. Eine Mitgliedschaft in der bis 1990 bestehenden Vereinigung berechtigte zum regelmäßigen Kauf von Büchern zu ermäßigten Preisen. Die flächendeckende Versorgung der DDR-Bevölkerung mit Lesestoff wird betont, die Klubzeitschrift vorgestellt. Und einmal jährlich gibt es ein Geschenk: den Hauptvorschlagsband.
Einmal mehr wird durch diese Kurzreportage gezeigt, dass die DDR das „Land der Bücher“ ist. Dargestellt werden die Abläufe von der Bestellung bis zum Versand im Buchhaus Leipzig.
Das Selbstverständnis der DDR als Land der Bücher wird, vorgetragen im Stil der Reportage, mit Zahlen und Vergleichen belegt. Das Buchhaus Leipzig, institutioneller Betreiber des zentralen Versandbuchhandels, versorgt die Republik mit einem vielfältigen Buchangebot und könne dabei mit guter Organisation punkten. Ein Einblick in die Vertriebslogistik, lange vor der Erfindung des Internethandels.
Laut diesem schwarz-weißen Spot werden junge Menschen auf dem Land durch das Buchhaus Leipzig schnell und zu jeder Zeit mit den aktuellsten Büchern jeglicher Art beliefert. Garantiert!
Zu schnellen Schnitten und poppiger Musik vermittelt ein junger DDR-Bürger, dass man auch auf dem Land problemlos in den Genuss neuester Literatur kommen kann. Der Versand erfolgt einfach und schnell, in den umfangreichen Katalogen des Buchhaus Leipzig ist alles zu finden! Man muss nur eine Postkarte senden … Der Spot ist einer von sieben Filmen im Bestand „Buchhaus Leipzig“ im Staatsarchiv Leipzig.
Vermittelt durch innovative Musik und Originalton-Zitate entspinnt sich zwischen einem Mahnmal an die Verbrechen des Nationalsozialismus und den Betrachtern ein verstörender Dialog.
Eine innovative Annäherung an das Thema Nationalsozialismus unter Verwendung einer Komposition von Georg Katzer, DDR-Pionier der Neuen Musik. Die Soundebene – akustische Verzerrungen und Originaltöne führender Vertreter des Dritten Reiches – dominiert. Demgegenüber stehen minimalistisch gestalteten Bilder. Ein Dialog zwischen Betrachtern und Mahnmal entspinnt sich im Schuss-Gegenschuss-Verfahren.
1945 gibt der US-amerikanische Präsident Harry S. Truman zwei Atombombenabwürfe über Japan frei. 1969 erinnert dieser Amateurfilm in drastischer Kontrastmontage an diese Entscheidung.
Diese zugespitzte Kontrastmontage erinnert an die vom US-amerikanischen Präsidenten Harry S. Truman freigegebenen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki 1945 und die verheerenden Folgen: Bilder von Harry in herzlicher Umarmung mit einem Mädchen, Bilder von verwundeten Kindern in Japan. Im September 1945 erklärte der Inselstaat im Fernen Osten die Kapitulation, der Zweite Weltkrieg war offiziell beendet.
Konstantin Wiesinger
Credits
Regie
collective
Produktion
Amateurfilmstudio Bezirkskabinett für Kulturarbeit Potsdam
Im kollektiven Gedächtnis ist der jüdische Widerstand gegen die Verfolgung und Ermordung der Juden und Jüdinnen in Europa durch die Deutschen im Zweiten Weltkrieg auch nach 1945 nicht präsent.
Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in die Tschechoslowakei 1939 wurde die jüdische Bevölkerung entrechtet und ermordet. Daran gemahnt diese Etüde, inszeniert in der Gedenkstätte Terezín. Dass es selbst in Vernichtungslagern wie Sobibór erfolgreichen jüdischen Widerstand gab, passte nicht in das tradierte Bild der passiven Opfer, das dieser Film melodramatisch unterstreicht.
Konstantin Wiesinger
Credits
Regie
Josef Hovorka
Buch
Josef Hovorka
Kamera
Rainer Hässelbarth
Produktion
AmateurFilmClub “Energie” VEB Energiekombinat Berlin, Filmové Studio Odborový dům kultury pracujících Ústí nad Labem
Deutsche Demokratische Republik – Ein Land der Bücher [Ausschnitt]
Lotte Thiel
Zur Buchkunst-Ausstellung 1971 wurde dieser mit Zahlen und Fakten belegte Film aufgenommen, um den Stellenwert des Lesens in der DDR mit Büchern, Leser*innen und Bildern darzustellen.
Deutsche Demokratische Republik – Ein Land der Bücher [Ausschnitt]
Deutsche Demokratische Republik – Ein Land der Bücher [Ausschnitt]
Lotte Thiel
Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2025
Dokumentarfilm
DDR
1971
6 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Der bekannte Illustrator Werner Klemke vermittelt den jüngsten unter den Bücherwürmern anhand seiner Zeichnungen den Wert des Lesens. Ausgehend hiervon zeigt Lotte Thiel die DDR als Land der Bücher, dessen Hauptstadt Leipzig ist. Zahlen und Bilder der Internationalen Buchkunst-Ausstellung 1971 untermalen die Bedeutung, die man dem Buch als Werkzeug zur Formung der „sozialistischen Persönlichkeit“ beimaß.
Die Schönsten der Welt – Bücher von heute: Internationale Buchkunst-Ausstellung Leipzig 1971 [Ausschnitt]
Lotte Thiel
Das Making-of der IBA 1971. Von der Idee über den Messebau bis zur Eröffnung und der Preisverleihung. Lotte Thiel, eine der wenigen Regisseurinnen ihrer Zeit, fängt alles für die DEFA ein.
Die Schönsten der Welt – Bücher von heute: Internationale Buchkunst-Ausstellung Leipzig 1971 [Ausschnitt]
Die Schönsten der Welt – Bücher von heute: Internationale Buchkunst-Ausstellung Leipzig 1971 [Ausschnitt]
Lotte Thiel
Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2025
Dokumentarfilm
DDR
1971
5 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Im Auftrag des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler begleitet Lotte Thiel, auf Bild- und Tonspur prominent unterstützt, die Vorbereitungen für die Internationale Buchkunst-Ausstellung 1971. Die Tradition der Leistungsschau vom Vorläufer BUGRA 1914 über die erste IBA 1927 bis zu den alle fünf bis sechs Jahre stattfindenden Folgeveranstaltungen ab 1959 wird aufgerufen, prämierte Illustrationen sind en détail zu betrachten.
In Sankt Petersburg erinnern heute zahlreiche Mahnmale an die knapp 900-tägige Einkesselung Leningrads. Die „Straße des Lebens“ spielt dabei im kollektiven Gedächtnis eine besondere Rolle.
Alltägliches in beiläufigen Straßenszenen im Leningrader Frühling in den 1960er Jahren. Unvermittelt erinnert sich ein Taxifahrer an seine Transporteinsätze auf der sogenannten „Straße des Lebens“ während der 900-tägigen Einkesselung durch die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Ikonografische Bilder aus der Zeit der Leningrader Blockade geben Einblick in den Alltag der Menschen damals.