Christine Schlegel schuf in den kulturellen Nischen der DDR mit bemalten und gekratzten 8mm-Filmen einen ganz eigenen, energetischen Kosmos aus Tanzperformance und Projektion.
Fernab des offiziell propagierten Kulturbetriebs schuf Christine Schlegel von 1977 bis 1986 in der DDR mit 8mm-Filmen einen ganz eigenen, energetischen Kosmos. Aufnahmen mit der Tänzerin Fine Kwiatkowski übermalte sie oder kratzte Striche und Formen in die Filmbilder. Bemaltes Filmmaterial projizierte sie während der Live-Performance auf den tanzenden Körper, der so umhüllt und neu geformt wird.
Das Erdreich lebt! Eine Expedition unter Tage: Kanalisationen, Tunnelgänge, bizarre Wurzelwerke und unbekannte Formationen. Doch aus wessen Perspektive schauen wir hier?
Eine junge Frau bringt Schallsensoren an einem Baum an. Einen Nagel nach dem anderen hämmert sie in die Rinde. Etwas regt sich im Inneren der Erde, scheint angelockt von dem Geräusch. Dieses Wesen, was auch immer es ist, geht auf die Suche nach dem Ursprung, gleitet durch Tunnelsysteme, durch bizarre Formationen im Untergrund. Manchmal sieht man unsere Welt von unten, laufende Menschen auf ihren täglichen Wegen. Das Erdreich lebt! Es gibt noch einiges zu entdecken.
Suzie und ihre Eltern verbringen viel Zeit im Garten am Rande der Stadt. Eines Tages entdeckt sie ein Loch im Zaun. Unheimlich! Aber sie traut sich schließlich hindurchzuschlüpfen.
Suzie und ihre Eltern radeln am Wochenende in ihren Garten am Rande der Stadt. Hier fühlt Suzie sich wohl! Buddeln, Blumen pflücken und Beeren naschen – herrlich! Eines Tages läuft ihr ein schwarzer Hund über den Weg und sie entdeckt einen geheimnisvollen Ort. Wem der wohl gehört? Suzie hat zwar ein bisschen Angst, aber traut sich doch, durch den Zaun zu schlüpfen.
Frühjahr 2022, Russland: Wie ist Protest gegen den Ukraine-Krieg möglich? Kann ein Film trotz Zensur Widerstand leisten? Ja, zum Beispiel in einer Detailbetrachtung der Kremlmauer.
Im Frühjahr 2022 ist das Sicherheitspersonal in Moskau angespannt. Unter dem Deckmantel eines Filmwettbewerbs zur Architektur der Stadt dürfen Yana Osman und Anton Khamchishkin, wenn zwar sonst nichts, immerhin die Zinnen der Kremlmauer aufnehmen. Aber wie vom Überfall sprechen, wenn man „militärische Spezialoperation“ sagen muss? Wie Bilder des Widerstands machen, wenn das Filmen von Protesten untersagt ist? Zum Beispiel, indem man über Schwalben und die mathematische Katastrophentheorie sinniert.
Im Umbruchsjahr 2020 – inmitten von Pandemie, Wahlkämpfen und antirassistischen Protesten – beginnen zwei Freundinnen einen filmischen Dialog zwischen São Paulo und Los Angeles.
Ein Film, zwei Frauen, drei Regeln: ein einjähriger Video-Briefwechsel, im Rhythmus von drei Wochen und nach dem Vorbild experimenteller Filmkünstlerinnen. In den Umbrüchen von 2020 – inmitten von Pandemie, Wahlkämpfen und antirassistischen Protesten – beginnen die Freundinnen Fernanda Pessoa und Chica Barbosa ihren Dialog zwischen São Paulo und Los Angeles. In nachdenklichen, teils verspielten Bildessays suchen sie auch nach feministischen kinematografischen Formen für den weiblichen Körper.
Marie Menken, Yvonne Rainer, Chick Strand, Cheryl Dunye und Ximena Cuevas sind nur einige der namhaften Experimentalfilm-Inspirationen für „Swing and Sway“. Schon im Vorspann werden die sechzehn Referenzen benannt, und entsprechend groß ist die stilistische Vielfalt: Schwarz-Weiß und Farbe, Analog- und Digitalbild, Textinserts und Voiceover, CGI und Stop-Motion, Überblendungen, Überbelichtungen, Farbeffekte. In diesem cinephilen Potpourri geben Clips der politischen Ereignisse Orientierung. „Ich habe ein Brasilien unter Bolsonaro für die Vereinigten Staaten von Trump verlassen“, reflektiert Barbosa ihren Status als Immigrantin, der ihr politische Teilhabe verwehrt. Derweil wird Pessoa im Rahmen der Kommunalwahlen von São Paulo zur Aktivistin und stellt sich eine Frage, mit der auch andere linke Bewegungen auf 2020 zurückblicken werden: „Wir haben nicht gewonnen – aber wir sind vorangekommen?“
Agnes reist von Luxusküche zu Luxusküche. Mit der jungen Frau tritt man eine kulinarische Reise an, die uns das Handwerk des Kochens aus nächster Nähe erleben lässt.
Mit Agnes reisen wir von Luxusküche zu Luxusküche, von Bergisch Gladbach über Barcelona zu den Färöerinseln. Im Gepäck hat die Köchin stets ihren Rucksack mit diversen Messern, Hackebeilen und Pinzetten. Bei der Zubereitung der Köstlichkeiten schaut die Kamera der wissbegierigen jungen Frau über die Schulter. Das Wasser läuft uns im Mund zusammen. Gleichzeitig gewinnt man einen Einblick in die verschiedenen Arten, ein Restaurant zu führen. Es geht um Teamgeist und Gleichberechtigung am Herd.
Man denkt an Goethes „Wilhelm Meisters Lehr- und Wanderjahre“. Denn auch dieser beobachtende Dokumentarfilm gleicht einem Entwicklungsroman. Agnes ist ambitioniert, versteht ihr Handwerk. Eines Tages möchte sie ihre eigene Chefin sein. Schnell findet sie sich in jedem neuen Team zurecht, reiht sich ein. Es ist eine sinnliche Freude, dabei zuzusehen, wie die vielen Hände ineinandergreifen, kulinarische Kreationen liebevoll hergestellt und fein gezupfte Salatblättchen als Dekorationen drapiert werden. Gleichzeitig muss Agnes gegen Widerstände kämpfen. Ihr Lohn ist gering. Ein Kollege fragt, was sie, die gerade erst ihre Lehre abgeschlossen hat, in einem Drei-Sterne-Restaurant suche. Agnes bewegt sich in einer Männerdomäne, in einem Umfeld, das den Druck gern nach unten weitergibt. Doch im Verlauf ihrer Reise trifft sie auch auf kollektive Formen der Zusammenarbeit und neue Visionen des Kochens.
Anke Leweke
Credits
Regie
Gereon Wetzel, Melanie Liebheit
Kamera
Gereon Wetzel
Schnitt
Stephan Bechinger
Produktion
Florian Brüning, Thomas Herberth, Alireza Golafshan
Ton
Melanie Liebheit
Musik
Wolf-Maximillian Liebich
Filmvertrieb
Georg Gruber
Funding institution
FilmFernsehFonds Bayern, Filmfonds Wien, ORF Film/Fernsehabkommen, Deutscher Filmförderfonds (DFFF), Österreichisches Filminstitut, BKM – Staatsministerin Kultur und Medien, Filmstandort Austria (FISA)
Nominiert für:
VER.DI Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness,
Young Eyes Film Award,
DEFA Förderpreis