Auf Bezirksebene werden Legitimation und moralischer Führungsanspruch der SED in eine Traditionslinie mit dem illegalen Widerstand der KPD in der Weimarer Republik gebracht.
Zum 40. Jahrestag der Ermordung der Widerstandsgruppe um den KPD-Funktionär Georg Schumann wird zum Andenken ein Film feierlich vorgeführt. Anwesend ist Horst Schumann, Sohn des Widerstandskämpfers und 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Leipzig. Gefilmtes Dokument und dokumentierte Aufführung werden propagandistische Komplizen: Die DDR-Gegenwart schreibt die NS-Widerstandsgeschichte fort.
Konstantin Wiesinger
Credits
Regie
Michael Wünsch, Christine Beer
Buch
Michael Wünsch, Christine Beer
Kamera
Maro Nagel, Thomas Huschlo, Bert Gahrmann, Thomas Voßbeck, Janek Ziegler, Hagen Reckziegel, Rainhardt Mißbach, Thomas Böttger
Schnitt
Christine Beer, Gabi Blumentritt
Produktion
Filmstudio am Haus der Jungen Pioniere "Georg Schwarz", Leipzig
Der „Todesmarsch im Belower Wald“, zurückhaltend, nachdenklich und mit Raum für Zwischentöne betrachtet: KZ-Häftlinge hinterlassen Inschriften in Bäumen. Die Zeugnisse „verwachsen“.
Ein gestalterisch anspruchsvoller und nachdenklicher Film über die Gedenkstätte „Todesmarsch im Belower Wald“: Im späten Frühjahr 1945 wurde das Waldstück bei Wittstock für KZ-Häftlinge aus Sachsenhausen und Ravensbrück zum improvisierten Zwischenlager. Sie verewigten sich und ihr Schicksal mit Inschriften an den Bäumen. Aber was heißt „ewig“? Die Bäume wachsen, verändern und erneuern ihre Haut …
Konstantin Wiesinger
Credits
Regie
Kollektiv
Produktion
Cine-Pentama-Studio "Hans Beimler" VEB Kombinat Lokomotivbau-Elektrotechnische-Werke Hennigsdorf
Vermittelt durch innovative Musik und Originalton-Zitate entspinnt sich zwischen einem Mahnmal an die Verbrechen des Nationalsozialismus und den Betrachtern ein verstörender Dialog.
Eine innovative Annäherung an das Thema Nationalsozialismus unter Verwendung einer Komposition von Georg Katzer, DDR-Pionier der Neuen Musik. Die Soundebene – akustische Verzerrungen und Originaltöne führender Vertreter des Dritten Reiches – dominiert. Demgegenüber stehen minimalistisch gestalteten Bilder. Ein Dialog zwischen Betrachtern und Mahnmal entspinnt sich im Schuss-Gegenschuss-Verfahren.
Eine Sprecherstimme erläutert überlieferte Zeugnisse der Vorgänge auf dem Gelände des KZ-Außenlagers Langenstein-Zwieberge. Der Film schließt mit einem formelhaften Gedenkritual.
Eine Männerstimme erläutert zum titelgebenden Instrumental von Reinhard Lakomy fotografische und materielle Zeugnisse der Vorgänge auf dem Gelände des KZ-Außenlagers Langenstein-Zwieberge. Der audiovisuelle Rundgang schließt mit dem Besuch einer FDJ-Gruppe, die an der 1949 errichteten Mahn- und Gedenkstätte Kränze niederlegt. Der Sprecher ordnet das Gedenkritual unzweideutig in die Staatsraison ein.
Konstantin Wiesinger
Credits
Regie
F. Faust
Buch
A. Faust
Kamera
R. Muschke
Schnitt
F. Faust
Produktion
Technische Hochschule Magdeburg, Bezirkskabinett für Kulturarbeit Magdeburg
Unter Berufung auf das revolutionäre Erbe der deutschen Bauernkriege im 16. Jahrhundert gestaltet die SED die Gesellschaft mit Unterstützung der Sowjetunion um.
Was 400 Jahre zuvor in den deutschen Bauernkriegen nicht zum Erfolg geführt hatte, schafft das unverbrüchliche Band mit der Sowjetunion anno 1945: Unter widrigen Umständen bauen Arbeiter und Bauern einen sozialistischen Staat auf. 1970, im Entstehungsjahr dieses Films, versichert sich die SED ihres aus der Vergangenheit begründeten Führungsanspruchs – sie geht voran auf dem „Weg vom Ich zum Wir“.