Die Leipziger S-Bahn wurde 1968/69 als hochmodernes Mobilitätsangebot für die Bevölkerung eingeweiht. Die bis heute erkennbare Herzform der Linienführung geht auf diese Zeit zurück.
Zum Jahreswechsel 1968/69 wird die Einführung der Leipziger Stadtschnellbahn beschlossen, um als „attraktives Personennahverkehrssystem den innerstädtischen Verkehr zu entlasten“. Eine vorausschauende verkehrspolitische Maßnahme, die – in einer Zeit, da die autogerechte „City“ noch das dominante stadtplanerische Konzept war – ein reizvolles Mobilitätsangebot für die Bürger Leipzigs darstellte.
Hanan findet, ihr kleiner Bruder sollte schwimmen können. Als sie in einem Schlauchboot nach Europa kam, hatte Hanan panische Angst vor Wasser. Heute ist sie Schwimmlehrerin.
„Weißt du, was wir heute machen? Schwimmen üben.“ Hanan begleitet ihren Bruder zu einem Kurs ins Schwimmbad. Das erste Abzeichen heißt Seepferdchen, erklärt der Lehrer. Weil es im Wasser „steht“ und nicht ertrinkt. Als Hanans Familie in einem Schlauchboot nach Europa kam, konnte sie nicht schwimmen. Um die Erlebnisse zu vergessen, lernte sie, im Wasser nicht unterzugehen – wie ein Seepferdchen.
Zwei südsudanesische Kinder berichten rückblickend von ihren Erlebnissen in der Sklaverei. Die authentische Tonaufnahme von 2003 greift aus in den Kinderwelt-farben animierten Raum.
Die neunjährige Abuk und der fünfzehnjährige Machiek haben ein Martyrium überstanden. Wie viele südsudanesische Kinder wurden sie von Milizen geraubt und versklavt. 2003, nach der Befreiung, besuchen sie Schweden und berichten von ihren Erlebnissen. Die authentische Tonaufnahme greift aus in den animierten Raum und legt sich als Voiceover über Kinderwelt-farbene Angst- und Erinnerungsbilder.
Auf der Suche nach Kater Leo streift ein Junge durch sonnige, buntstiftfarbene Felder. Im sorglosen Treibenlassen bäumt sich noch einmal die Kindheit auf, bevor sie erlischt.
Auf der Suche nach Kater Leo streift ein Junge durch sonnige Felder. In diesem sorglosen Treibenlassen oder beim Schätzeheben im geheimnisvollen Dunkel der Scheune bäumt sich noch einmal die Kindheit auf, bevor sie erlischt. Über die Buntstiftfarben des Sommers legt sich ein Flüstern und Rascheln des Behütetseins – und eine Vorahnung. Mara Cerri und Magda Guidi schärfen die Sinne für die Eindrücke einer verwirrenden Zeit.
Eine Lebensanleitung aus dem Nichts: „Holen Sie tief Luft, sagen Sie JAAA!“ Doch der anonyme Guru wird zum schwatzhaften Flaneur durch das eigene psychedelische Problem-Universum.
Eine Stimme aus dem Nichts verkündet eine Anleitung zum Leben: „Holen Sie tief Luft, sagen Sie JAAA! … und hören Sie auf, langweilig zu sein!“ Allerdings entgleiten dem anonymen Lehrmeister Regeln und Autorität. Er wird zum schwatzhaften, widersprüchlichen Flaneur durch das Universum seiner problembehafteten Privatheiten. Das Design der Therapieeinheiten hat es faustdick hinter den Ohren.
André Eckardt
Credits
Regie
Patrick Buhr
Buch
Patrick Buhr
Schnitt
Patrick Buhr
Produktion
Ute Dilger
Ton
Marvin Horsch, Donghee Nam, Jonathan Kastl
Animation
Patrick Buhr
Sprecher*in
Erik Hansen
Performer
Vanja Smiljanić, Sina Seifee, Lia Sudermann, Matthias Conrady
Vater und Tochter klettern hoch hinaus, gleiten durchs Wasser, fahren über Land, fliegen durch die Luft und weiter bis ins All. Ein Film über das Sammeln von Erinnerungsstücken.
Für Vater und Tochter beginnt der Tag. Sie klettern über ihr Baumhaus hinaus, gleiten über und unter Wasser, kommen durch blühende Landschaften, fahren durch die Luft und fliegen weiter ins All. Per Schiff, per Fahrrad, im Ballon oder zu Fuß. Ein Film über das Reisen, das Sammeln von Erinnerungsstücken im Vorbeiziehen und die Frage, was am Ende eines Lebens übrig bleibt.
Eine wilde Ironisierung und Dekonstruktion des alten sowjetischen Pathos vom Sieg des technischen Fortschritts – wie der beschleunigte Herzschlag kurz vor dem Infarkt.
Übermalungen und Einritzungen in Szenen aus dem russischen Science-Fiction-Film „Silver Heads“ von Jewgeni Jufit. Ist dieses Werk selbst schon eine hanebüchene Dekonstruktion des alten sowjetischen Pathos vom unausweichlichen Sieg des wissenschaftlich-technischen Fortschritts, so muss „Stakes“ als dessen drogeninduzierte Übersteigerung ins Unübertreffliche gelten.
Ralph Eue
Credits
Regie
Boris Kazakov
Buch
Boris Kazakov
Kamera
Boris Kazakov
Schnitt
Boris Kazakov
Produktion
Saint Petersburg International Film Festival of Festivals
Zwei junge Mädchen und ihre besondere Beziehung zum nahe gelegenen Fluss: ein poetischer, berührender Animationsfilm über die Folgen der Einkindpolitik in China.
Lu und Wei leben in einem Dorf im ländlichen China. Die jungen Mädchen gehen oft am nahe gelegenen Fluss spielen oder fahren mit ihren Vätern zum Fischen hinaus. Der Fluss hat für die beiden eine besondere Bedeutung, denn die Einkindpolitik Chinas führte dazu, dass einige Eltern hier ihre neugeborenen Töchter ertränkten. Poetisch berührend animiert, erzählt Weijia Ma von den Folgen dieses tragischen Kapitels im Leben vieler chinesischer Familien.
Lina Dinkla
Credits
Regie
Weijia Ma
Produktion
Damien Megherbi, Justin Pechberty
Ton
Didier Falk
Musik
Pablo Pico
Animation
Marion Chopin, Juanjuan Chen, Ziteng Qi, Kun Yu, Thilbault Dumoulin, Mathilde Poigniez, Jihua Zhu, Mengshi Fang, Joseph Roth, Emilie Pigeard, Le Van Ho, Yann Song, Alix Boiron Albrespy
Ausgezeichnet mit:
Silberne Taube (Wettbewerb um den Publikumspreis Kurzfilm)
Mama, Papa und kleine Tochter in einem Dramolett zwischen Küche und Badewanne: Die ganz normale Familie probt den Feierabend-Ernstfall in einem genial hingestrichelten Kammerspiel.
Ein genial hingestricheltes Kammerspiel zur nervenzehrenden Stunde vor dem Abendbrot: Die Mutter schält Gemüse, während der Vater versucht, die kleine Tochter von einem Bad zu überzeugen. Die Protagonisten sind hübsche Karikaturen ihrer jeweiligen Natur, mehr aber noch der ihnen auferlegten Rollen. Eine ganz normale Familie – auf wenig Gedeih und viel Verderb aneinander geschweißt.
Ralph Eue
Credits
Regie
Florence Henrard
Buch
Florence Henrard
Schnitt
Huguette Van Volsem
Produktion
L’École nationale supérieure des arts visuels de La Cambre (ENSAV)
Ein animierter Dokumentarfilm um ein Familiengeheimnis: Katharinas Vater geriet als ehemaliger Stasi-Mitarbeiter unter Mordverdacht – unschuldig wohl, aber die Zweifel bleiben.
Katharinas Vater arbeitete für den Geheimdienst der DDR. Mitte der 1990er Jahre wurde er wegen eines Mordauftrags im Zusammenhang mit seiner früheren Tätigkeit verhaftet … und freigelassen. Seitdem befürchtet Katharina, dass die Zweifel an der Unschuld des Vaters auch ihr Leben überschatten. Ein Film um Familiengeheimnisse und die Frage, ob manche Dinge nicht besser verborgen bleiben sollten.
Von friedlichem Zusammenleben keine Spur: Eine faule Katze, ein nervöser Mensch und eine schlaue Maus. Die lässt sich zwar nicht blicken, erzwingt aber höchste Aufmerksamkeit.
Ach, wenn die Katze sich doch aufraffen könnte, das zu tun, was ihrer Art entspricht, nämlich Mäuse zu fangen! Doch diese Katze taugt zu gar nichts, liegt bloß faul herum und ist zu träge, auch nur die Pfoten zu heben. Mehr Energie bringt die schlaue Maus auf. Zwar lässt sie sich nicht blicken, schafft es jedoch, dass sich alles nur um sie dreht, ja dass Mensch und Katze gar das Haus verlassen …