Eine faszinierende Tour durch Kaliforniens frühere Firmenstädte: einst als Unterbringung für diejenigen gebaut, die in den wichtigsten Industrien des Staates arbeiteten, später verwahrlost.
Lee Anne Schmitts erster abendfüllender Filmessay tourt durch Kaliforniens frühere Arbeitersiedlungen, die einst als Unterbringung für die Werktätigen der wichtigsten Industrien des Staates aus dem Boden schossen und mit Beginn der Globalisierung der Verwahrlosung oder dem Vergessen anheimfielen. Geisterhafte Aufnahmen verfallender Häuser und baufälliger Anlagen reiben sich an Panoramen voller üppiger Natur und offenen Horizonten, genau wie sich Geschichten von Vorurteil und Ausbeutung mit enttäuschten Zukunftsträumen mischen. Schmitt ergänzt ihre atemberaubenden 16mm-Aufnahmen mit Archivmaterial, historischen Fotos und zeitgenössischen Radioschnipseln und durchkämmt diese hybride Landschaft wie eine Strandgutsammlerin noch nach den letzten ideologischen Spuren – keine Geschichte, kein Detail ist zu klein zum Ausgraben.
Noam Shuster-Eliassi wuchs in einem jüdisch-arabischen Friedensprojekt in Israel auf, arbeitete für die UN und macht Stand-Up-Comedy zum Nahostkonflikt auf Englisch, Hebräisch und Arabisch.
Im Namen ihres Dorfes ist eine Utopie formuliert, die Noam Shuster Eliassi von Kindheit an geprägt hat: Newe Shalom (hebräisch) oder Wahat al-Salām (arabisch) bedeutet in etwa „Oase des Friedens“. Die kleine Community von etwa 300 Menschen aus jüdischen und arabischen Familien wurde 1969 gegründet, liegt in Israel an der Grenze zum Westjordanland und erprobt gelebte Solidarität. So werden die Jüdin Noam und ihre palästinensische Freundin Ranin schon als Kinder zu Botschafterinnen der Verständigung, etwa wenn Hillary Clinton oder Jane Fonda zu Besuch kommen. Eine Karriere bei den Vereinten Nationen scheint vorgezeichnet. In ihrer Comedyshow „Coexistence, My Ass!“, die Regisseurin Amber Fares als Leitmotiv nutzt, schlägt Shuster Eliassi hingegen schärfere Töne an. Mit ihrem beruflichen Wechsel von der Diplomatie zur politischen Komik – je nach Publikum auf Englisch, Hebräisch oder Arabisch – zeigt der Film sie als Kritikerin der Netanjahu-Regierung, vor und nach dem Terroranschlag der Hamas vom 7. Oktober 2023. So spiegelt sich an ihrem Beispiel auch die Zerrissenheit in Teilen der israelischen Linken: Auf den tiefen Schmerz, selbst geliebte Menschen verloren zu haben, folgt bei Shuster Eliassi die Wut über den Gaza-Krieg. Was kann, was darf Humor in dieser Lage? Vielleicht dazu beitragen, über das Leid zweier Völker trauern zu können und die Utopie des Friedens, trotz allem, nicht aufzugeben.
In der Pandemie entstanden, beruht Schmitts neuester Kurzfilm auf dem Gegensatz zwischen der Ruhe der Natur und einem Gefühl unterschwelligen Schreckens angesichts des Zustands der Welt.
Zu Beginn der Pandemie entstanden, stellt Lee Anne Schmitts neuester Kurzfilm die Ruhe der Natur dem Gefühl unterschwelligen Schreckens angesichts des Zustands der Welt gegenüber, auch wenn erstere wohl kaum immun gegen letzteres ist. Die üppigen Blätter, schlanken Stiele und Blüten in allen Formen und Farben, die wir durch runde und rechteckige Rahmen sehen, scheinen in vollkommener Harmonie mit dem sanften Klang des Windspiels zu sein, bis Schmitts Stimme die Ruhe bricht und von dem Entschluss erzählt, das Auto vollzupacken und wegzufahren. Die immer wiederkehrende Aufnahme eines Waldes mit langsam in der Lücke zwischen den Bäumen aufsteigenden Wolken. Nebel oder Rauch? „Nichts ist da, wo es sein soll.“
Auf dem Motorrad gegen das Patriarchat: Im ländlichen Nordwesten von Iran kämpft eine Kommunalpolitikerin für die Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen in ihrer Gemeinde.
Die Proteste mit dem Slogan „Frau, Leben, Freiheit“ in Teheran und anderen Großstädten scheinen weit weg von dem Ort, an dem Sara lebt. Doch die Protagonistin dieses Films setzt sich in ihrer ländlichen Gemeinde im Nordwesten des Iran ganz alltagspraktisch für die gleichen feministischen Werte ein. Immer wieder werden wir in Bildern darauf zurückgeführt, dass ihr Vater sie einst – zum Unmut des Dorfes – das Motorradfahren lehrte. Ein kleiner Gefallen mit großer Wirkung: Für Sara ebnete er einen Weg jenseits der patriarchalen Ehe. Mobil auf zwei Rädern arbeitete sie als Hebamme und brachte zahlreiche Mädchen zur Welt, für die sie sich jetzt erneut stark machen will: Zu Beginn des Films und in der Mitte ihres Lebens entschließt sich Sara, als erste Frau in der Geschichte ihrer Kommune für den Gemeinderat zu kandidieren. Ein Schritt, der ihr einerseits begeisterte Unterstützung einbringt; andererseits muss sie offene Feindseligkeiten und eine Anhörung bei den Sittenwächtern der Islamischen Republik über sich ergehen lassen. Sara Khaki und Mohammadreza Eyni fangen in „Cutting Through Rocks“ diese Machtstrukturen und ihre individuelle Wirkung ebenso präzise ein wie Gesten der Solidarität und Selbstbestimmung.
Das Zusammenspiel zweier Künstler und ihrer Ausdrucksmittel: Zelluloidfilm und synthetisiertes Video. Ein psychedelischer, meditativer Zyklus von Transformationen in der Schwerelosigkeit des Lichts.
Eine Verbindung zweier Künstler und ihrer jeweiligen Medien: Zelluloidfilm und elektronisches Video. Stephen Beck, der seinen eigenen Videosynthesizer erfunden hatte, und der doppelt so alte Jordan Belson, ein berühmter abstrakter Filmemacher und Animationskünstler, arbeiteten zwei Jahre lang gemeinsam an dieser Reise durch Gedanken-, Mystik- und Formsphären. Zutiefst psychedelisch und doch so schwerelos wie Licht.