Filmarchiv

Panorama: Mittel- und Osteuropa 2025

Signs of Mr. Plum

Urszula Morga, Bartosz Mikołajczyk
Die Entwürfe von Karol Śliwka haben Grafikdesign-Geschichte geschrieben. Doch wer war der Mensch hinter den ikonischen Linien und Formen? Ein agiles, unbedingt nahbares Porträt.
Filmstill Signs of Mr. Plum
Filmstill Signs of Mr. Plum

Signs of Mr. Plum

Znaki Pana Śliwki
Urszula Morga, Bartosz Mikołajczyk
Panorama: Mittel- und Osteuropa 2025
Dokumentarfilm
Polen
2025
72 Minuten
Polnisch
Untertitel: 
Englisch
Wenn Karol Śliwka (1932–2018) seine Schublade öffnet, springen ihm Dutzende Werkzeuge entgegen: Scheren, Zirkel, Lineale und Messer. Denn Śliwkas so berühmte wie elegante Grafiken sind reine Handarbeit. Sie prangen auf Konsumgütern und Werbeplakaten, wurden sogar zu ikonischen Symbolen der Vereinten Nationen. Dabei war sein Werdegang nicht unbedingt vorgezeichnet: Als Kind bei einem Unfall empfindlich an den Augen verletzt und dazu bestimmt, den elterlichen Hof zu übernehmen, kann Karol Śliwkas Hinwendung zur Kunst auch als Akt der Rebellion gelten. Dass sie sich bezahlt gemacht hat, beweisen nicht nur die zahlreichen Preise, die er während seiner langen Karriere gewonnen hat. „Signs of Mr. Plum“ gewährt anhand von privaten Videotapes auch Einblick in die freudvolle Ehe mit einer Opernsängerin. Dabei verstehen es Bartosz Mikołajczyk und Urszula Morga, Karol Śliwkas unverkennbare Entwürfe parallel zum Zeitgeschehen in Szene zu setzen, das Lebensgefühl der 1960er und 1970er Jahre leichtfüßig und in schnellen Schnitten einzufangen. Grafikdesign-Geschichte und Biografisches verbinden sich so zu einem nahbaren und überaus amüsanten Konglomerat.
Carolin Weidner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Urszula Morga, Bartosz Mikołajczyk
Buch
Urszula Morga
Kamera
Bartosz Mikołajczyk
Schnitt
Anna Koc-Wikels, Dominik Jagodziński
Produktion
Stanisław Zaborowski, Daria Maślona
Co-Produktion
Ubi Leones, Jan Borowiec, Mazowia
Ton
Radosław Ochnio MPSE
Sound Design
Radosław Ochnio MPSE
Musik
Michał Jacaszek
Broadcaster
TVP
Funding institution
PFI
Nominiert für: MDR-Filmpreis
Filmstill Silent Love

Silent Love

Silent Love
Marek Kozakiewicz
Panorama Mittel- und Osteuropa 2022
Dokumentarfilm
Deutschland,
Polen
2022
72 Minuten
Polnisch
Untertitel: 
Englisch

Im ländlichen Polen sind die Regeln klar: Zu jedem Mann gehört eine Frau, zu jedem Tänzer eine Tänzerin. Der pubertierende Miłosz empfindet hier Sicherheit, insbesondere nach dem Tod seiner Mutter. Schwester Agnieszka, die mit ihrer Freundin Majka eine Fernbeziehung unterhält, setzt alles daran, das Sorgerecht für den kleinen Bruder zu erhalten. Sukzessive offenbart sich das neue Familienmodell, das Marek Kozakiewicz als so zurückhaltenden wie entschlossenen Versuch dokumentiert.

Stetig drehen die Windränder hinter den Häusern ihre Kreise, stehen an Ort und Stelle, markieren Beständigkeit. Doch in das Leben von Miłosz und seiner 35-jährigen Schwester ist Unruhe geraten. Ein behördlicher Marathon steht beiden bevor, um Agnieszka rechtmäßig zum Vormund zu erklären: Seit einigen Monaten sind beide verwaist. Regisseur Marek Kozakiewicz erzählt von der Etablierung einer neuen Familie, für die man im konservativen Polen kaum Beifall erwarten kann. Denn zaghaft manifestiert sich für Agnieszka und ihre zehn Jahre ältere Partnerin der Entschluss, ein Zusammenleben zu probieren. Ohne Küsse, ohne Feierlichkeit wird die Entscheidung fast beiläufig Realität – die Frauen schürfen an der Grenze zwischen platonischer Zärtlichkeit und erzwungener Heimlichkeit. Und auch Miłosz scheint erst spät zu dämmern, in welchem Verhältnis Majka und Agnieszka wirklich zueinander stehen.
Carolin Weidner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Marek Kozakiewicz
Buch
Marek Kozakiewicz
Kamera
Marek Kozakiewicz
Schnitt
Anna Garncarczyk, Agata Cierniak
Produktion
Agnieszka Skalska, Alexandre Tondowski
Co-Produktion
Ira Tondowski
Ton
Marek Kozakiewicz
Musik
Bartosz Bludau
Broadcaster
Thomas Beyer, Catherine Le Goff
Ausgezeichnet mit: MDR-Filmpreis
Kids DOK 2022

Sister

Kasia K. Pieróg
Zwei Schwestern reisen auf einem Papierflieger durch das Reich der Wolken, auf der Suche nach dem großen Baum mit dem goldenen Blatt. Langsam kommen sie einander und dem Ziel näher.
Filmstill Sister
Filmstill Sister

Sister

Siostra
Kasia K. Pieróg
Kids DOK 2022
Animationsfilm
Polen
2022
12 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Zwei Schwestern reisen auf einem Papierflieger durch das Reich der Wolken. Sie sind auf der Suche nach dem großen Baum mit dem goldenen Blatt. Immer wieder muss der Flieger geflickt werden und die große Schwester ist voller Sorgen. Als sie erkrankt, übernimmt die Kleine das Steuer. Langsam kommen sie auf ihrer mühsamen Reise einander und dem Ziel immer näher.
Lina Dinkla

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Regie
Kasia K. Pieróg
Schnitt
Kasia K. Pieróg
Produktion
Marcin Podolec
Ton
Kacper Zamar
Musik
Hubert Zemler
Animation
Kasia K. Pieróg, Jakub Baniak, Agnieszka Czachór, Przemysław Świdada, Dudek Pulit, Michalina Musialik, Adrianna Matwiejczuk, Karolina Kajetanowicz, Alicja Grotuz
Filmstill Slow Light

Slow Light

Slow Light
Katarzyna Kijek, Przemysław Adamski
Wettbewerb um den Publikumspreis Kurzfilm 2022
Animationsfilm
Polen,
Portugal
2022
11 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Blind geboren, erscheinen dem Helden des Films erst im Alter von sieben Jahren Bilder der Vergangenheit, die ihn alsbald wie ein Fluch begleiten. Wie die Sterne am Nachthimmel, so ist das, was er sieht, oft längst verflossen und erloschen. Die beinahe greifbare, pastellfarbene Cutout-Technik der Gegenwartserzählung kontrastiert in diesem tragischen Meisterwerk des Duos Kijek/Adamski mit einer zarten, schwarz-weißen 2D-Animation, die für die Schatten des Versunkenen steht.
Christoph Terhechte

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Katarzyna Kijek, Przemysław Adamski
Buch
Katarzyna Kijek, Przemysław Adamski
Kamera
Katarzyna Kijek, Przemysław Adamski
Schnitt
Katarzyna Kijek, Przemysław Adamski
Produktion
Piotr Szczepanowicz, Grzegorz Wacławek
Co-Produktion
Przemysław Adamski, Katarzyna Kijek, Bruno Caetano
Ton
Philip Lenkowsky, Carlos Abreu, Miguel Gonçlaves
Musik
Piotr Kaliński
Animation
Katarzyna Kijek, Przemysław Adamski, Ala Nunu, João Gonzalez, Jakub Kaczmarek, Bartosz Stępnik, Hugo Sequeria
Filmvertrieb
Luce Grosjean
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Media Name: 39898ef7-0804-4de0-bbcd-4affdc5acfc8.jpg

Soup

Zupa
Zbigniew Rybczyński
Animation und Musique Concrète 2021
Experimentalfilm
Polen
1974
9 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Der Alltagstrott im Leben eines jungen Paares: aufstehen, Mitesser ausdrücken, Suppe essen, Tagträume … Zbigniew Rybczyński überarbeitet reale Bilder und kreiert surreale Collagen, um visuell das Innere nach außen zu kehren. Er wird dabei vom polnischen Komponisten Eugeniusz Rudnik unterstützt, dessen großer elektroakustischer Ideenreichtum spielerisch zwischen Naturalismus und Verfremdung wechselt.
André Eckardt

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Regie
Zbigniew Rybczyński
Buch
Zbigniew Rybczyński
Kamera
Zbigniew Rybczyński
Schnitt
Barbara Sarnocinska
Produktion
Se-ma-for Produkcja Filmowa Sp. z o.o.
Ton
Mieczysław Janik
Musik
Eugeniusz Rudnik
Animation
Zbigniew Rybczyński
Filmstill Such Miracles Do Happen

Such Miracles Do Happen

Takie cuda się zdarzają
Barbara Rupik
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2023
Animationsfilm
Polen
2022
14 Minuten
Polnisch
Untertitel: 
Englisch

Die Bewohner*innen eines Dorfes werden Zeug*innen eines ungewöhnlichen Ereignisses. Die religiösen Figuren, von denen sie umgeben sind, erwachen zum Leben und verlassen ihre angestammten Plätze. Die Statuen steigen herab aus Schreinen und Nischen, von Altären und Sockeln. Sie machen sich daran, dem Dorf den Rücken zu kehren. Niemand weiß, wohin sie ziehen und warum sie aufgebrochen sind.

Ein Großteil der Menschen erstarrt in religiöser Bewunderung, doch einige von ihnen überwältigen eine Marienstatue und zerschmettern sie am Boden. Die einzelnen Teile der zerborstenen Figur leben jedoch weiter. Es zieht sie immer noch hinaus. Einem jungen Mädchen – selbst ohne Knochen auf die Welt gekommen und nicht in der Lage, sich ohne Hilfe fortzubewegen – gelingt es, mit einem der fortstrebenden Standbilder in Kontakt zu treten.

Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Barbara Rupik
Buch
Barbara Rupik
Kamera
Barbara Rupik
Schnitt
Barbara Rupik
Produktion
Agata Golańska
Ton
Barbara Rupik
Musik
Barbara Rupik
Animation
Barbara Rupik
Filmvertrieb
Marta Świętek
Ausgezeichnet mit: Goldene Taube Kurzfilm (Internationaler Wettbewerb Animationsfilm)