Filmarchiv

Filmstill Cutting Through Rocks

Cutting Through Rocks

Uzak yollar
Sara Khaki, Mohammadreza Eyni
Publikumswettbewerb 2025
Dokumentarfilm
USA,
Iran,
Deutschland,
Niederlande,
Katar,
Chile,
Kanada
2025
94 Minuten
Aserbaidschanisch,
Farsi
Untertitel: 
Englisch
Die Proteste mit dem Slogan „Frau, Leben, Freiheit“ in Teheran und anderen Großstädten scheinen weit weg von dem Ort, an dem Sara lebt. Doch die Protagonistin dieses Films setzt sich in ihrer ländlichen Gemeinde im Nordwesten des Iran ganz alltagspraktisch für die gleichen feministischen Werte ein. Immer wieder werden wir in Bildern darauf zurückgeführt, dass ihr Vater sie einst – zum Unmut des Dorfes – das Motorradfahren lehrte. Ein kleiner Gefallen mit großer Wirkung: Für Sara ebnete er einen Weg jenseits der patriarchalen Ehe. Mobil auf zwei Rädern arbeitete sie als Hebamme und brachte zahlreiche Mädchen zur Welt, für die sie sich jetzt erneut stark machen will: Zu Beginn des Films und in der Mitte ihres Lebens entschließt sich Sara, als erste Frau in der Geschichte ihrer Kommune für den Gemeinderat zu kandidieren. Ein Schritt, der ihr einerseits begeisterte Unterstützung einbringt; andererseits muss sie offene Feindseligkeiten und eine Anhörung bei den Sittenwächtern der Islamischen Republik über sich ergehen lassen. Sara Khaki und Mohammadreza Eyni fangen in „Cutting Through Rocks“ diese Machtstrukturen und ihre individuelle Wirkung ebenso präzise ein wie Gesten der Solidarität und Selbstbestimmung.
Jan-Philipp Kohlmann

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Sara Khaki, Mohammadreza Eyni
Buch
Sara Khaki, Mohammadreza Eyni
Kamera
Mohammadreza Eyni
Schnitt
Sara Khaki, Mohammadreza Eyni
Produktion
Sara Khaki, Mohammadreza Eyni
Ton
Karim Sebastian Elias
Sound Design
Miguel Hormazabal
Filmvertrieb
Stephanie Fuchs
Deutscher Filmverleih
Stephanie Fuchs
Nominiert für: Filmpreis Leipziger Ring
Ausgezeichnet mit: Goldene Taube (Publikumswettbewerb)
Young Eyes 2025

Fantastique

Marjolijn Prins
Fanta aus Conakry in Guinea verbringt jede freie Minute mit dem Training im Akrobatik-Zirkus. Neben all ihren Pflichten ist ihr größter Traum, mit der Amoukanama Company auf Tournee zu gehen.
Filmstill Fantastique
Filmstill Fantastique

Fantastique

Fantastique
Marjolijn Prins
Young Eyes 2025
Dokumentarfilm
Belgien,
Frankreich,
Niederlande
2025
71 Minuten
Susu,
Französisch
Untertitel: 
Englisch, Deutsch
Fanta ist 14 Jahre alt und lebt in Conakry, der Hauptstadt von Guinea in Westafrika. Neben der Schule und ihren Pflichten im Haushalt verbringt sie jede freie Minute mit dem Training im Akrobatik-Zirkus. Eines Tages kündigt sich die Rückkehr des großen Stars des Landes an. Balla Moussa Bangoura, Begründer der Amoukanama Circus Company, war auf einer internationalen Tournee und plant nun, mit seiner Truppe eine neue Show einzustudieren. Das Training wird härter, denn nur die Besten dürfen am Ende dabei sein.
Fanta will natürlich alles dafür geben, als eines der wenigen Mädchen mit Balla Moussa Bangoura durchs Land reisen zu können. Tag für Tag ist sie nun zerrissen zwischen der Pflege ihrer kranken Mutter, Haushaltsarbeiten, Schulaufgaben und dem, was sie vermeintlich am meisten liebt. Einerseits unterstützt durch ihre Familie, andererseits bestrebt, alle Erwartungen zu erfüllen, beginnt Fanta jedoch zu zweifeln: Was will sie wirklich? Verbunden durch mitreißende Musikauftritte, spektakuläre Akrobatikeinlagen und traumartige Spielsequenzen gelingt Marjolijn Prins das atmosphärisch dichte Porträt eines außergewöhnlichen Mädchens.
Lina Dinkla

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Regie
Marjolijn Prins
Kamera
Johan Legraie
Schnitt
Ciska Slowack
Produktion
Ellen De Waele, Mirna Everhard
Co-Produktion
Florent Coulon, Felix Salgado, Ineke Kanters, Lisette Kelders, Anton Iffland Stettner, Eva Kuperman
Musik
Johanna Beaussart
Nominiert für: Young Eyes Film Award
Ausgezeichnet mit: Young Eyes Film Award
Hommage: Punto y Raya 2025

Moving Moments (6 Moments, 19 Fragments)

Gwendolyn Lootens
Eine wunderbare Sammlung kleinster Bewegtbildmomente voller Klugheit, Witz und Poesie. Das Kleine, mit der Lupe betrachtet, bietet Raum für Überraschungen – und große Erkenntnisse.
Filmstill Moving Moments (6 Moments, 19 Fragments)
Filmstill Moving Moments (6 Moments, 19 Fragments)

Moving Moments (6 Moments, 19 Fragments)

Moving Moments (6 Moments, 19 Fragments)
Gwendolyn Lootens
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
Belgien,
Niederlande
2023
6 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Eine wunderbare und hochpoetische Sammlung kleinster Bewegtbildmomente, die uns durch clevere Kameraperspektiven und klug gewählte Bildausschnitte, durch Lichtsetzung, Montage und die verwendeten Materialien ästhetischen Hochgenuss schenkt. Dieses Archiv der Kleinigkeiten bleibt stumm. Die Augen werden zum Hörorgan. Der Sound entsteht im Kopf. Einfach bezaubernd.
Franka Sachse

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Regie
Gwendolyn Lootens
Filmstill Murmuration

Murmuration

Zwermen
Janneke Swinkels, Tim Frijsinger
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Animationsfilm
Niederlande,
Belgien
2025
13 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Die Stare kreisen in Schwärmen über dem Altersheim. Murmurationen nennt man diese beeindruckenden Naturschauspiele, die von fern wie ein kollektives Murmeln klingen. Nicht alle hören oder sehen sie, aber der alte Mann nimmt sie wahr. Manchmal entsenden die Stare einen einzelnen zwitschernden Boten vor sein Fenster. Oft sind die Vögel für ihn präsenter als seine Mitmenschen, präsenter als der alte demente Heimkollege, der regelmäßig ein Blumenstillleben wässert, präsenter als die Heimnachbar*innen im Freizeitchor. Und dann passiert es: Der alte Mann findet die erste Feder im Haar, darauf eine zweite, schließlich mehrere. Bald wächst ihm ein Schnabel, sodass er statt singen nur mehr krächzen kann.
Der letzte Lebensabschnitt, dem wir hier beiwohnen, ist liebevoll animiert: Die Puppenanimation wurde mit Mullbinden gestaltet – eine schöne Annäherung an die Verletzlichkeit, die dem Älterwerden anhaftet. Der hier gezeigte Abschied vom Leben kommt ganz ohne Pathos aus, sogar ohne jene überinszenierte Trauer, die man von vielen Todeserzählungen kennt. Selbst das Altersheim ist ein völlig banaler, wertfrei porträtierter Ort. Stattdessen verfolgen wir dieses Tschüss-Sagen im Fiedergewand als eine leise, aber zunehmende Entfremdung von der Welt, ein Nicht-mehr-Dazugehören. Und irgendwann wachsen uns allen die dazu passenden Flügelschwingen.
Marie Ketzscher

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Regie
Janneke Swinkels, Tim Frijsinger
Buch
Janneke Swinkels, Tim Frijsinger
Kamera
Janneke Swinkels, Tim Frijsinger
Schnitt
Janneke Swinkels, Tim Frijsinger
Produktion
Peter Lindhout
Co-Produktion
Annemie Degryse, Janneke Swinkels, Tim Frijsinger, Ben Tesseur
Ton
Corinne Dubien
Sound Design
Corinne Dubien
Musik
Roos Rebergen, Sjoerd Bruil
Animation
Rosanne Janssens, Mirjam Plettinx, Geertrui de Vijlder
Filmvertrieb
Annabel Sebag
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis, Gedanken-Aufschluss-Preis
DOK Neuland 2025

Revival Roadshow

Anne Fehres, Luke Conroy
Seefahrer Abel Tasman kehrt zurück, um neues Land für niederländische Klimaflüchtlinge zu erobern. Zwischen Satire und Kritik entspinnt sich ein collagenartiges Narrativ über Kolonialgeschichte.
Filmstill Revival Roadshow
Filmstill Revival Roadshow

Revival Roadshow

Revival Roadshow
Anne Fehres, Luke Conroy
DOK Neuland 2025
XR
Niederlande
2025
17 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch
In einem Museum der Zukunft sind historische und imaginierte Objekte, Pop-up-Werbung und Easter Eggs ausgestellt, aus denen extravagant-sardonisch die Kolonialmaschinerie hervorgrinst. Das Gemälde in der Mitte zeigt den Entdecker Abel Tasman, der aus dem 17. Jahrhundert zurückkehrte, um Neuland für niederländische Klimaflüchtlinge zu kolonisieren. Eine epische Hypercollage, in der die Audiospur dem Blick folgt.
Dana Melaver

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Regie
Anne Fehres, Luke Conroy
Produktion
Anne Fehres, Luke Conroy
Ton
Jim Zweerts
Produktionsfirma
Nullshima Studio
Publikumswettbewerb 2025

The Lions by the River Tigris

Zaradasht Ahmed
Erinnern und Bewahren gehören nach dem IS-Terror zum Überleben in Mosul. Fakhri sammelt Reliquien, Bashar träumt davon, sein Elternhaus zu retten. Ihre Wege kreuzen sich vor einem antiken Portal.
Filmstill The Lions by the River Tigris
Filmstill The Lions by the River Tigris

The Lions by the River Tigris

Løvene ved elven Tigris
Zaradasht Ahmed
Publikumswettbewerb 2025
Dokumentarfilm
Norwegen,
Niederlande,
Irak
2025
92 Minuten
Arabisch
Untertitel: 
Englisch
„Hier ist es schön, lass uns hier spielen“, sagt Fakhri. In den Händen hält er einen kleinen Lautsprecher für Fadil, den Geiger, das Publikum aber fehlt. Die beiden Männer stehen in den Trümmern von Mosul. 2017 hinterließen dort drei Jahre Besatzung durch die Terrormiliz Islamischer Staat eine fast vollständig zerstörte Altstadt. Mit den Gebäuden schien zugleich die 8.000-jährige Geschichte und Kultur der zweitgrößten irakischen Metropole für immer ausgelöscht zu sein. Nur langsam kehrt das Leben zurück. Kunstschätze werden restauriert, es gibt wieder Theater, Musik und Fakhris kleines Privatmuseum, für das er alles sammelt, was zu bekommen ist: Holztüren, Bronzefiguren, Seife von 1910, einen Lüfter. 7.000 Exponate hat er schon, besonders angetan ist Fakhri von einem antiken Portal mit zwei Löwen. Beschädigt zwar, doch vielleicht noch zu retten, thront es wie ein Relikt aus Friedenszeiten in der Ruine von Bashars Elternhaus. Fast täglich geht Bashar dorthin, hofft, dass ein Wiederaufbau möglich ist. Fakhri aber erweist sich als harte Nuss – er will dieses Portal unbedingt …
Der kurdisch-norwegische Regisseur Zaradasht Ahmed erzählt mit ruhiger Hand eine zutiefst menschliche Geschichte und verbindet dabei die dunkelste und hellste Seite der Spezies: den Wahn der Vernichtung und die Kraft zum Weitergehen.
Andreas Körner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Zaradasht Ahmed
Kamera
Zaradasht Ahmed
Schnitt
Eva Hillström
Produktion
Thorvald Nilsen
Co-Produktion
Harmen Jalvingh, Janneke Doolaard, Sylvie Baan, Hester Breunissen
Ton
Luuk Hoogstraten, Zita Leemans
Musik
Daan Hofman