Schmalfilmaufnahmen, verwandelt in magische Bildwelten, die sich im gleißenden Nieselregen elektronischer Klänge entfalten. Ein Tagebuch des wachen träumenden Beobachtens.
Patrick Bokanowski unterzieht eigene frühe Schmalfilmaufnahmen einer magischen optischen Verwandlung. Im gleißenden Nieselregen elektronischer Klänge und unter dem tiefen Grollen von Drone-Wellen von Michèle Bokanowski entfalten sich Lichteruptionen, Farbrauschen und schattenhafte Erscheinungen, durch welche die Originalaufnahmen durchschimmern. Ein Tagebuch des wachen träumenden Beobachtens.
Court-circuit n° 180 – Interview with Michèle Bokanowski
Lorenzo Recio
Seit 1972 prägt Michèle Bokanowski mit ihren Klängen die Filmbilder von Patrick Bokanowski. Zwischen Tonbandschleifen erzählt sie über die Arbeit mit oft musikfernem Material.
Court-circuit n° 180 – Interview with Michèle Bokanowski
Court-circuit n° 180 – Interview de Michèle Bokanowski
Lorenzo Recio
Animation und Musique Concrète 2021
Dokumentarfilm
Frankreich
2004
10 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch
Michèle Bokanowski prägt mit ihren Klängen seit 1972 die Filmbilder von Patrick Bokanowski. Der Ursprung ihrer Soundtracks liegt oft in musikfernen Geräuschen. So beschreibt sie mit dem Klacken aufeinanderstoßender Billardkugeln Menschen, die in weiter Ferne auf dem Feld arbeiten. Zwischen Tonbandschleifen und elektronischen Geräten erzählt die Komponistin über ihr Handwerk am tönenden Material.
Geisterhafte Lichtwesen leben in kurzen tänzerischen Etüden auf. Zu perkussiven Klängen dehnen sie sich zu hageren Formen oder fächern sich tausendlagig wie exotische Tiere auf.
Dunkle, perkussive Klänge rufen anthropomorphe Wesen an. Sie leben in kurzen tänzerischen Etüden auf. Optisch manipuliert, dehnen sie sich zu hageren Formen, fächern sich tausendlagig wie exotische Tiere auf, zerlaufen zu abstrakten Gemälden. Sie sind reine Lichtwesen: flüchtig, immateriell. Das rhythmische Klangmotiv färbt mit mal prägnanten, mal gehauchten Variationen ihre Bewegungen ein.
Mit Hall, Filtern und rhythmischer Montage entsteht aus Klangfragmenten ein Hörstück über eine scheinbar eigenwillige Spieldose. Philippe Arthuys – Filmkomponist für Größen wie Rivette und Godard und selbst Filmemacher – variiert das Tempo von stotternd bis ruhig atmend, lässt überraschend Geräuschpartikel aus der Tiefe des Raumes auftauchen und wieder verschwinden. Ein Filmdramolett für die Ohren.
In einem schamanischen Ritual zu Intelligent House-Beats bündeln halbmenschliche Wesen sprudelnde Energie und dirigieren mit ihren tänzerischen Bewegungen scheinbar das Universum.
In unendlichen Weiten von Schwarz bildet sich ein weißes atomares Gebilde und wird von einer Frau beschworen. Sie löst einen Urknall und ein tänzerisches, schamanisches Ritual zu Intelligent House-Beats aus. Sprudelnde Energie wird von Frauen mit Geweihen in einem Ball aus pulsierenden Blitzen gebündelt. Ihre Bewegungen scheinen den Gang des Universums zu dirigieren.
„Stripsody“ basiert auf einer Partitur mit lautmalerischen Elementen und Zitaten aus der Comicsprache. Die Solostimme schwingt an der Liane: am „Hatschi“ vorbei zum „Boinnnggg“.
Das Musikstück „Stripsody“ für Solostimme entstand aus der Zusammenarbeit der Mezzosopranistin Cathy Berberian mit dem Comicautor und Illustrator Roberto Zamarin. Die Partitur vereint lautmalerische Elemente, Comicsprache und Actionszenen. Berberian nimmt die Dynamik der Bilder mit ihrer großartigen Stimme auf und schwingt an der Liane: am „Hatschi“ vorbei zum „Boinnnggg“.
Vogelähnliche Shadoks und Melonen-tragende Gibis leben auf entfernten zweidimensionalen Planeten. Eine absurd-komische Science-Fiction mit comicartigen elektronischen Klängen.
Im Ausklang der ersten Space-Age-Welle treten vogelähnliche und Melonen-tragende Kreaturen auf den TV-Plan. Die Shadoks und die Gibis leben auf entfernten zweidimensionalen Planeten. Die absurd-komische, minimalistische Science-Fiction-Zeichenwelt von Jacques Rouxel ist mit elektroakustischen, comicartigen, außerirdischen Klängen des Musique-concrète-erfahrenen Komponisten Robert Cohen-Solal gespickt.