Filmarchiv

Filmstill Once in a Body

Once in a Body

Una vez en un cuerpo
María Cristina Pérez
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Animationsfilm
Kolumbien,
USA
2025
10 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch
„Es war einmal ein Körper, der nicht Mensch sein wollte. Er wusste nicht, dass er schon zu einem gehört. Nämlich zu mir.“ Mit diesen poetischen und kryptischen Worten leitet María Cristina Pérez González ihren Film ein, taucht mitten hinein in die bildgewaltige, handgemalte Animation. Eher assoziativ als narrativ zieht uns die traurige Stimme in einen Strudel aus Erinnerungsfetzen, die allesamt um den Körper der Protagonistin kreisen: eine voluminöse Gestalt, die sich manchmal vor Abscheu frisst, sich bildfüllend ausstreckt oder erbsenhaft verkriecht – im Schwarz der fließenden, großzügigen Pinselgesten, aber vor allem im fleischigen Selbst.
Da gibt es die entfremdete Schwester, die einmal die Füße dieses Körpers als hässlich bezeichnet hat. Die gute Freundin, die ohne Abschied von der Bildfläche verschwand. Den Vater, der einmal sagte, dass alle unglücklichen Frauen fett werden. Und vor allem diese namenlose Figur, die in ihrem Magen wohnt und niedlich grinsend die Depression nährt. Wie so oft im Leben führt zur Zufriedenheit nur der Weg der Aussöhnung. Natürlich mit der Schwester, aber vor allem mit dem eigenen Körper, der nicht in eng gefasste, gesellschaftliche Normen passt – der aber der einzige ist, den man hat. Und mit dem es sich ganz wunderbar tanzen, springen und sogar lachen lässt, wenn man versteht, dass er kein Monster ist, das man bekämpfen muss.
Marie Ketzscher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
María Cristina Pérez
Buch
María Cristina Pérez
Schnitt
Mauricio Cuervo Rincón
Produktion
Mauricio Cuervo Rincón
Co-Produktion
Mireia Vilanova, James Belfer, Adam Belfer
Musik
Daniel Gwilym Jones Cozzarelli
Animation
Laura Alcina, Natalia Rojas Noy, Megumi Cardona, Gizenth Barreto, Fabián Llantén, Anamaría Sáenz Peñas, Julián Arias Garzón, Juan Pablo Figueroa, Daniel Bonza
Filmvertrieb
Annabel Sebag
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Ausgezeichnet mit: mephisto 97.6-Publikumspreis
Publikumswettbewerb 2024

Once upon a Time in a Forest

Virpi Suutari
Waldaktivistin Ida legt sich mit den Giganten der finnischen Forstindustrie und den Vorurteilen in der eigenen Familie an. Ein modernes Märchen mit hartem Aufwachen in der Realität.
Filmstill Once upon a Time in a Forest
Filmstill Once upon a Time in a Forest

Once upon a Time in a Forest

Havumetsän lapset
Virpi Suutari
Publikumswettbewerb 2024
Dokumentarfilm
Finnland
2024
93 Minuten
Finnisch,
Englisch
Untertitel: 
Englisch
Junge Menschen, durchs Dickicht streifend, unter Birken im klaren Seewasser badend, Tautropfen glitzern im Sonnenlicht, Tiere huschen, fliegen und krabbeln durchs Unterholz. Was wie ein moderner Märchenfilm anmutet, landet schon bald ziemlich unsanft in der Realität von heute. Finnland, das waldreichste Land Europas, fungiert mit seiner borealen Vegetation zusammen mit Schweden als grüne Lunge dieses Kontinents. Es ist wissenschaftlicher Konsens, dass die Erhaltung von Waldbeständen zu den wirkungsvollsten Maßnahmen gehört, um sich dem Klimawandel entgegenzustellen und dem massiven Artensterben Einhalt zu gebieten. Trotz der immens wichtigen Aufgabe sind aktuell etwa neunzig Prozent der finnischen Wälder durch Abholzung, unter anderem für die Papierindustrie, gefährdet.
Die 22-jährige Ida findet sich durch ihre Liebe zu den Bäumen und ihre ebenso große Wut auf deren Zerstörung plötzlich an der Spitze einer neuen Umweltbewegung wieder. Gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten legt sie sich mit den Giganten der finnischen Forstindustrie an. Gleichzeitig stellt sie fest, dass in ihrer eigenen Familie die tief verwurzelte Überzeugung vom Wald als „Holzacker“ herrscht, der den Wohlstand Finnlands zu sichern hat. Es ist klar: Gegen die Interessen der Wirtschaft und des politischen Systems sowie die Vorurteile von Generationen müssen die engagierten jungen Aktivist*innen einen harten Kampf führen.
Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Virpi Suutari
Kamera
Teemu Liakka, Jani Kumpulainen
Schnitt
Jussi Rautaniemi
Produktion
Virpi Suutari
Co-Produktion
Martti Suosalo
Ton
Olli Huhtanen
Musik
Sanna Salmenkallio
Filmvertrieb
Stephanie Fuchs
Ausgezeichnet mit: Goldene Taube (Publikumswettbewerb)
Internationaler Wettbewerb 2022

One Mother

Mickaël Bandela
Eine autobiografische, visuell einfallsreiche Studie des (unprivilegierten) Erwachsenwerdens. Sie wirft Fragen nach (Un-)Austauschbarkeit auf: jedes Einzelnen, auch einer Mutter.
Filmstill One Mother
Filmstill One Mother

One Mother

Une mère
Mickaël Bandela
Internationaler Wettbewerb 2022
Dokumentarfilm
Frankreich
2022
86 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch

Als der Regisseur Mickaël Bandela sechs Monate alt war, übergab ihn seine in Frankreich lebende leibliche Mutter Gisèle in die Obhut der Pflegemutter Marie-Thérèse, die ihn fast zwanzig Jahre umsorgte. Der Kontakt zu Gisèle riss zwar nie ab, Besuche blieben aber unregelmäßig. Nun ist Mickaël 35 und gründet seine eigene Familie. Eigentlich ein perfekter Zeitpunkt, um auch Gisèle als Oma in sein Leben einzubinden. Doch sie entscheidet sich, in ihre alte kongolesische Heimat zurückzukehren.

Mickaël versucht zu verstehen – die Frau, die ihn auf die Welt brachte, die Frau, bei der er aufwuchs, und sich selbst. Sein autobiografischer Film wird zu einer fragmentierten Spurensuche nach Erinnerungen an das eigene Werden. Manche Sequenzen zeigen Momente äußerster Orientierungslosigkeit. Ein Verlust der Balance beim Sich-um-sich-selbst-Drehen, wie man meinen könnte? Nein, genau das unterläuft Mickaël Bandela nicht. Sein Werk, das dem Mangel an Archivmaterial mit visuellem Einfallsreichtum und einem eigensinnigen Rhythmus begegnet, ist voller Empathie. Es beleuchtet nicht nur das unprivilegierte Aufwachsen in der französischen Provinz, sondern ermöglicht auch Verständnis für das Handeln seiner beiden „Mamans“ und deckt Hintergründe auf. Darüber hinaus gelingt ihm eine elaborierte Analyse der (Un-)Austauschbarkeit: eines jeden Einzelnen, auch der oft als unantastbar geltenden Figur der Mutter.
Borjana Gaković

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Regie
Mickaël Bandela
Kamera
Mickaël Bandela
Schnitt
Mickaël Bandela
Produktion
Marina Perales Marhuenda, Xavier Rocher, Mickaël Bandela
Ton
Mickaël Bandela
Musik
Thomas Schwab
Ausgezeichnet mit: FIPRESCI Preis
Wettbewerb um den Publikumspreis 2022

One Road to Quartzsite

Ryan Maxey
Quartzsite, Arizona. Eine Kleinstadt mitten in der Wüste wird im Winter zu einem riesigen Campingplatz, an dem eine Zufallsgemeinschaft die Kehrseite des „American Dream“ lebt.
Filmstill One Road to Quartzsite
Filmstill One Road to Quartzsite

One Road to Quartzsite

One Road to Quartzsite
Ryan Maxey
Wettbewerb um den Publikumspreis 2022
Dokumentarfilm
USA
2022
89 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Quartzsite, Arizona. Eine Stadt mitten in der Wüste verwandelt sich regelmäßig in einen riesigen Campingplatz, an dem bis zu eine Million Menschen aus den nördlichen US-Staaten dem Winter entfliehen. Der fällt hier nicht so frostig aus, und für 180 Dollar sind Leute jedweder Fasson willkommen, sich ein Stück trockener Erde zu mieten. Ryan Maxey gesellte sich drei Saisons in Folge dazu und nähert sich der zusammengewürfelten Community mit einem intimen und zugleich nüchtern registrierenden Blick.
Meth-Junkies, Schießeisenverehrer, Verfassungshüter, eine rosa gekleidete, Kuscheltiere züchtende Transfrau und weiße Männer, die „Black Guns Matter“ auf dem T-Shirt tragen. Es wird mit allem gehandelt und sich gegenseitig geholfen. Manchmal kann es durchaus rau zugehen. Die US-amerikanische Flagge, immer wieder Waffen und gemeinsames Beten gehören zum Alltag wie die demokratische Wahl zwischen Pancakes und Hamburgern. Maxeys dokumentarischer Streifzug führt ihn durch all diese Leben und Lebensentwürfe, die er mal behutsam liebevoll, mal kopfschüttelnd wahrzunehmen scheint. Trotz kritischer Halbdistanz ist er unverkennbar Teil der Gemeinschaft, die er porträtiert. Sein Film, in gewisser Weise ein Gemeinschaftswerk, bündelt die Aufnahmen aus unterschiedlichen Perspektiven über verschiedene Zeiten hinweg an diesem Ort. Ambivalenzen bleiben bestehen, weshalb jede Wertung vorläufig sein muss.
Borjana Gaković

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Ryan Maxey
Kamera
Ryan Maxey
Schnitt
Ryan Maxey
Produktion
Josh Polon, Ryan Maxey
Ton
William Tabaneau
Musik
Ilan Rubin
Filmvertrieb
Noah Lang
Seelendinge 2022

Oneohtrix Point Never: Animals

Rick Alverson
Ein beunruhigender Videoschnitt versetzt den dösenden Körper von Val Kilmer in Zuckungen. Aus dem Inneren machen sich eine aufgewühlte Seele und ruhelose Erinnerungen bemerkbar.
Filmstill Oneohtrix Point Never: Animals
Filmstill Oneohtrix Point Never: Animals

Oneohtrix Point Never: Animals

Oneohtrix Point Never: Animals
Rick Alverson
Seelendinge 2022
Experimentalfilm
UK
2016
4 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Eine geisterhafte Stimme singt über Vergänglichkeit, die Kamera schwebt an geschlossenen Vorhängen vorbei. Sie fängt das ausdrucksstarke, vom Leben gezeichnete Gesicht von Val Kilmer im Halbschlaf ein. Rick Alversons beunruhigender stroboskopischer Videoschnitt versetzt den dösenden Körper in Zuckungen. Die inneren Erschütterungen einer aufgewühlten Seele und ruhelose Erinnerungen treten nach außen.
André Eckardt

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Regie
Rick Alverson
Buch
Daniel Lopatin, Rick Alverson
Kamera
Drew Bienemann
Schnitt
Rick Alverson
Produktion
Ryan Zacarias
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm 2021

Only the Earth and the Mountains

Elleni Sclavenitis
Ruhig und konzentriert fördert Elleni Sclavenitis ein von der hegemonialen Historiografie vergessenes historisches Verbrechen zutage: filmische Geschichtsschreibung par excellence.
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Only the Earth and the Mountains

Only the Earth and the Mountains
Elleni Sclavenitis
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm 2021
Dokumentarfilm
USA
2020
29 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Das Sand-Creek-Massaker am 29. November 1864: Mehr als 200 Cheyenne und Arapaho wurden von der US-Kavallerie ermordet. Ignorante Tradierung und Omnipräsenz verherrlichender Statuen von Mördern stehen einem leeren Museum für indigene Geschichte gegenüber, für das es keine Finanzierung gibt. Der Film einer weißen Regisseurin gegen das Vergessen verhandelt auch die eigene Position: Offen redet sie mit Nachfahren der Überlebenden – von denen sich viele wissenschaftlich der Geschichte zuwenden.
Borjana Gaković

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Regie
Elleni Sclavenitis
Buch
Elleni Sclavenitis
Kamera
Elleni Sclavenitis
Schnitt
Elleni Sclavenitis
Produktion
Elleni Sclavenitis
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm 2021

Open One’s Mouth

Akane Murata
Papier und Farbpigmente führen ein Eigenleben. Das Material erwacht und öffnet den Mund. Die Farben beginnen einen subtilen Dialog über die Schwierigkeit menschlicher Interaktion.
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Open One’s Mouth

Kuchi wo hiraku
Akane Murata
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm 2021
Animationsfilm
Japan
2021
4 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Papier und Farbpigmente führen ein Eigenleben. Das Material erwacht und beginnt zu erzählen, es öffnet den Mund. Die Farben sprechen zueinander, ihre Substanzen addieren sich zu einer vielschichtigen Fabel über die Anstrengungen von Dialog und Interaktion. Die Stofflichkeit der handgemalten Einzelbilder ist eng verwoben mit einem Klangteppich aus menschlichen Lauten und minimalistischen elektronischen Resonanzen.

Christoph Terhechte

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Akane Murata
Produktion
Kei Oyama
Ton
Naoaki Nishimura
Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2020

Operation Moonbird

Dustin Lose
Ein bedrückender filmischer Beitrag zur Seenotrettung, der die Mechanismen der systematischen Fluchtverhinderung im Mittelmeer und die dafür Verantwortlichen konzentriert aufzeigt.
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Operation Moonbird

Operation Moonbird
Dustin Lose
Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2020
Dokumentarfilm
Deutschland
2020
22 Minuten
Englisch,
Deutsch
Untertitel: 
Englisch, Deutsch

Ein Mensch schwimmt im offenen Meer um sein Leben. Ein europäisches Handelsschiff macht die Motoren an und fährt von ihm weg. Ein Pilot des zivilen Luftaufklärungsflugzeugs ermahnt den Kapitän und redet ihm ins Gewissen. Die libysche Küstenwache und der schwimmende Mensch erreichen gleichzeitig das Deck des europäischen Handelsschiffes. Ausgang unbekannt. Die Welt dreht sich im Kreis. Dies ist kein Film über die vermeintliche Flüchtlingsproblematik, sondern einer über das Problem namens Europa.

Borjana Gaković

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Dustin Lose
Buch
Dustin Lose
Kamera
Dustin Lose
Schnitt
Dustin Lose
Produktion
Dustin Lose
Ton
Mladjan Matavulj
Ausgezeichnet mit: Young Eyes Film Award
Hommage: Punto y Raya 2025

Opus II, III & IV

Walter Ruttmann
Der Maler Ruttmann lässt sich ein Verfahren zur Herstellung bewegter Bilder patentierten: Mit Ölfarben werden übereinander angeordnete Glasplatten bemalt und von oben mit einer Kamera aufgenommen.
Filmstill Opus II, III & IV
Filmstill Opus II, III & IV

Opus II, III & IV

Opus II, III & IV
Walter Ruttmann
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
Deutschland
0
11 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Wie viele Künstler*innen seiner Zeit entdeckte Walter Ruttmann den Film als Experimentierfeld für revolutionäre Ausdrucksformen. 1918 gab er die Staffelei-Malerei auf, erwarb 1920 das erste deutsche Patent für einen Tricktisch und schuf damit die technischen Voraussetzungen für seine „Opus“-Reihe: abstrakte Elemente aus malerischen Gesten und Karton, die im Stop-Motion-Verfahren bewegt werden.
Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Walter Ruttmann
Slowenische Animation 2022

Orange Is the New Black – Unraveled

Špela Čadež
Eine Auftragsarbeit: Špela Čadežs Kurzfassung der legendären Comedy-Drama-Serie aus dem Frauenknast ist in kuschelig-kratziger Wolle „entwickelt“, gelb wie Urin und rot wie Blut.
Filmstill Orange Is the New Black – Unraveled
Filmstill Orange Is the New Black – Unraveled

Orange Is the New Black – Unraveled

Orange Is the New Black – Unraveled
Špela Čadež
Slowenische Animation 2022
Animationsfilm
USA
2017
4 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Für Netflix fasste Špela Čadež die ersten vier Staffeln der längst legendären US-amerikanischen Comedy-Drama-Serie zusammen, um den Start von Staffel fünf zu bewerben. Vom Schriftzug des Streaming-Anbieters über das Kantinenessen bis hin zum Erbrochenen – Čadež „entwickelt“ ihre kondensierte Version der Storys aus dem Frauenknast in kuschelig-kratziger Wolle, gelb wie Urin und rot wie Blut.
Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Špela Čadež
Kamera
Mitja Ličen
Schnitt
Matic Drakulić
Produktion
Tina Smrekar
Ton
Julij Zornik
Musik
Drago Ivanuša
Animation
Zarja Menart, Leon Vidmar, Lea Vučko
Animation Night 2023

Orbit

Tess Martin
Zeichnungen auf rotierenden Scheiben führen durch den Kreislauf des Lebens auf der Erde, machen den Rhythmus der Natur spürbar und erzählen vom Ursprung des bewegten Bildes.
Filmstill Orbit
Filmstill Orbit

Orbit

Orbit
Tess Martin
Animation Night 2023
Animationsfilm
Niederlande
2019
7 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Beim Betrachten einzelner Details und ihres Zusammenspiels im großen Ganzen, vorgeführt auf rotierenden Scheiben, erhalten wir ein Fünkchen Einsicht über die Wechselwirkungen von Flora und Fauna auf der Erde und die Urkraft unseres Zentralgestirns, der Sonne. Zeitabhängigkeit, Rhythmus und Funktionsweise von Film sind zu erahnen. Ein Blick auf die Entstehung des Lebens und den Ursprung des bewegten Bildes.
Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Tess Martin
Kamera
Matija Pekić
Musik
Jason Staczek
Animation
Tess Martin
Zeit zu handeln! 2022

Oro Blanco

Gisela Carbajal Rodríguez
Die Kehrseite der E-Mobilität: Weil große Konzerne in den Salzwüsten Argentiniens Lithium für Akkus und Batterien abbauen, fehlt der indigenen Bevölkerung das Wasser zum Leben.
Filmstill Oro Blanco
Filmstill Oro Blanco

Oro Blanco

Oro Blanco
Gisela Carbajal Rodríguez
Zeit zu handeln! 2022
Dokumentarfilm
Deutschland,
Argentinien
2018
23 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch
Die Weiten der Salzwüsten Argentiniens bergen eines der größten Lithiumvorkommen der Welt. Internationale Konzerne fördern das „weiße Gold“ und rauben dabei den indigenen Gruppen, die seit jeher auf dem Land Lamas züchten und vom traditionellen Salzabbau leben, das kostbare Grundwasser. In großartigen Bildern und mit einer erzählerischen Haltung, die Poesie und Agitprop verbindet, zeigt „Oro Blanco“, wie sich die indigene Bevölkerung gegen die Ausbeutung und Zerstörung der „pacha mama“ wehrt. Ihr Widerstand braucht ein geschärftes Bewusstsein auf der anderen Seite der Welt, wo Lithiumbatterien noch zu oft unkritisch als Allheilmittel gegen den Einsatz fossiler Brennstoffe gesehen werden.
Luc-Carolin Ziemann

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Gisela Carbajal Rodríguez
Kamera
Rina Zimmering
Schnitt
Robert Vakily
Produktion
Luciana Newton, Luciana Newton
Ton
Nuno Rodriguez
Musik
Andreas Goldbrunner
DOK Neuland 2024

Oto’s Planet

Gwenael François
Oto führt ein ruhiges Leben bis ein Raumschiff landet und dessen Kapitän den halben Planeten beansprucht. – Eine heitere Geschichte mit schwarzem Humor über unseren eigenen Planeten.
Filmstill Oto’s Planet
Filmstill Oto’s Planet

Oto’s Planet

Oto’s Planet
Gwenael François
DOK Neuland 2024
XR
Luxemburg,
Kanada,
Frankreich
2024
28 Minuten
Englisch,
Französisch
Untertitel: 
Englisch, Französisch
Oto führt ein ruhiges Leben, bis eines Tages ein Raumschiff auf seinem Planeten abstürzt. Exo klettert heraus – und beansprucht die Hälfte von Otos Welt für sich. Die heitere, mit schwarzem Humor gefärbte Geschichte hält unserer Erde den Spiegel vor. Während man die Ereignisse verfolgt, darf Otos Planet gedreht und gewendet werden, um ihn von allen Seiten betrachten zu können. Otos Planet liegt in unseren Händen.
Dana Melaver

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Gwenael François
Produktion
Julien Becker, Nicolas S. Roy, Vincent Guttmann, Voyelle Acker
Ton
Mad Trix, Chapelier Fou
Produktionsfirma
Skill Lab, Dpt., Small Creative
Key Collaborator
Saverio Trapasso
Filmstill Our Fate

Our Fate

Sorta nostra
Michele Sammarco
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm 2022
Dokumentarfilm
Italien
2022
20 Minuten
Italienisch
Untertitel: 
Englisch
Kopfschüttelnd betrachtet Michele die auf dem Boden liegenden Oliven. Keiner sammelt sie mehr auf. Einst hatte er die Olivenbäume gepflanzt. Sie waren sein Stolz und ernährten die Familie. Nun sitzt er mit seiner Frau am Kamin. Auch ihren Händen sieht man die Jahre der harten Feldarbeit an. Mit zärtlichem Blick beobachtet ihr Enkel die Großeltern beim Kochen, Diskutieren, Spazieren. Es sind berührende Momentaufnahmen, die sich zu gelebtem Leben, zur Chronik der Landflucht in Italien verdichten.
Anke Leweke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Michele Sammarco
Buch
Michele Sammarco
Kamera
Michele Sammarco
Schnitt
Michele Sammarco
Produktion
Michele Sammarco
Ton
Agit Utlu, Tommaso Barbaro
Produktionsfirma
Intervallo Film
Wettbewerb Publikumspreis 2021

Our Memory Belongs to Us

Rami Farah, Signe Byrge Sørensen
Inmitten eines grausamen Konflikts setzen syrische Aktivisten ihre Hoffnung in die Produktion von Bildern. Was erzählen ihre Aufnahmen? Welche Rolle spielen sie als Zeugnisse?
Media Name: b67efa3f-d350-440f-bbda-f982aab72133.jpeg
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Our Memory Belongs to Us

Frihed, håb og andre synder – Den syriske revolution 10 år senere
Rami Farah, Signe Byrge Sørensen
Wettbewerb um den Publikumspreis 2021
Dokumentarfilm
Dänemark,
Frankreich
2021
90 Minuten
Arabisch
Untertitel: 
deutsche Untertitel für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit, Englisch

Das Wertvollste, was Yadan auf seiner Flucht bei sich trägt, ist eine Festplatte. Fast 13.000 Videos befinden sich darauf, aufgenommen 2011 und 2012, von ihm und anderen Aufständischen in Daraa, der „Wiege“ der syrischen Revolution. Acht Jahre später kommen Yadan und zwei seiner Weggefährten in einem Theater in Paris zusammen, um dem Material (erneut) zu begegnen. Im Dialog zwischen den Männern und den Bildern beginnt ein Stück der Geschichte des Landes Gestalt anzunehmen.

Als friedlicher Protest in einen brutalen Krieg mündet, wird eine kleine Gruppe von Zivilisten zur Stimme von Daraa. Wo die offizielle Berichterstattung ausbleibt, filmen sie: zunächst um der Revolution in ihrer medialen Repräsentation zu tatsächlicher Existenz zu verhelfen, dann um in einem dringlichen Hilfsgesuch an die internationale Gemeinschaft Zeugnis abzulegen. Gegen die Menschenrechtsverbrechen der Regierungstruppen, gegen Granatbeschuss und Bomben – die Kamera ist ihre Waffe. Die filmische Anordnung wird zum Ausgangspunkt einer Reflexion über die Bedeutung der Bilder, damals und heute, und gibt zugleich Anstoß, persönliche in kollektive Erinnerung zu überführen. Wie schmerzhaft dieser Prozess ist, offenbaren die Reaktionen der Protagonisten. „Ist die Aufarbeitung der Geschichte all die Gewalt wert, die die Erinnerung wachruft?“, wird aus dem Off gefragt. Der Film gibt eine entschiedene Antwort.
Sarina Lacaf

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Rami Farah, Signe Byrge Sørensen
Buch
Dima Saber, Rami Farah, Lyana Saleh, Signe Byrge Sørensen
Kamera
Henrik Bohn Ipsen
Schnitt
Gladys Joujou
Produktion
Signe Byrge Sørensen, Lyana Saleh, Anne Köhncke
Co-Produktion
Reema Jarrar
Ton
Henrik Garnov
Musik
Kinan Azmeh
Ausgezeichnet mit: Filmpreis Leipziger Ring
Media Name: bd44156b-a1ea-4269-b03f-ce23dc348516.jpeg

Our Quiet Place

Un endroit silencieux
Elitza Gueorguieva
Camera Lucida – Außer Konkurrenz 2021
Dokumentarfilm
Bulgarien,
Frankreich
2021
68 Minuten
Bulgarisch,
Englisch,
Französisch
Untertitel: 
Englisch, deutsche Untertitel für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit

Mit der Aneignung des Französischen hat die belarussische Autorin Aliona Gloukhova eine Möglichkeit gefunden, über ihren verschwundenen Vater zu schreiben. Regisseurin Elitza Gueorguieva folgt diesem Prozess, an dessen Ende eine Buchveröffentlichung steht. Gleichzeitig kreuzen sich damit die Lebenswege zweier Frauen, die es auch deshalb nach Westeuropa verschlug, um Abstand von ihren Heimatländern, Belarus und Bulgarien, zu gewinnen.

Sich das Koordinatensystem einer fremden Sprache zunutze machen, um auszudrücken, was einem sonst dramatisch oder pathetisch vorkäme: Aliona Gloukhova hat diese Methode gewählt, um die Geschichte ihres Vaters zu schreiben, eines stillen Dissidenten und Tschernobyl-Experten, der Mitte der 1990er Jahre plötzlich verschwand. Die Erinnerungen an ihn sind lückenhaft, und vielleicht ist selbst das, was sich als Erinnerung tarnt, nicht echt. Aliona taucht ein in die Fiktion und den französischen Wortschatz, der ihr die Freiheit schenkt, eine eigene Fassung der Geschehnisse zu formulieren. Elitza Gueorguieva verfolgt das Herantasten an den biografisch-linguistischen Komplex, der auch an ihr eigenes Gedächtnis appelliert. Denn auf den Straßen von Minsk, die sie gemeinsam mit Aliona beschreitet, spürt sie sogleich die altbekannte Angst aus ihrer Kindheit. Es überkommt sie wie der Biss in eine Madeleine, die sie besser nicht in den Mund genommen hätte.
Carolin Weidner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Elitza Gueorguieva
Kamera
Thomas Favel, Elitza Gueorguieva
Schnitt
Mélanie Braux
Produktion
Eugénie Michel Villette
Co-Produktion
Martichka Bozhilova
Ton
Arno Ledoux
Musik
Arno Ledoux