Filmarchiv

Filmstill Kyiv Cake

Kyiv Cake

Kiievi tort
Mykyta Lyskov
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Animationsfilm
Estland
2025
22 Minuten
Ukrainisch,
Russisch
Untertitel: 
Englisch
Der Hirsch auf dem Schlafzimmergemälde tritt energisch ins Gras und der Vater wacht auf. Frau und Baby schlummern noch. In ausgeleierten Boxershorts, die den Blick auf einen verloren wirkenden Hoden freigeben, beginnt er den allmorgendlichen Kampf gegen den Stromzähler, der sein schnappendes Maul nur schließt, wenn man genügend Scheine einwirft. Mykyta Lyskov porträtiert bitterböse, unglaublich lustig und tieftraurig eine prekär lebende ukrainische Familie prä-2022. Er nutzt anthropomorphe und surrealistische Überspitzungen, um die Not plastisch zu machen, sowie zahlreiche kulturelle Referenzen, um Fragen nach Zugehörigkeit und Nationalstolz aufzuwerfen.
In Lyskovs Film bleibt alles trostlos, als wäre 1990 noch gar nicht lang her: endlose Plattenbauschluchten, Müll, Perspektivlosigkeit. Kein Wunder, dass der Vater seinen Pass wie einen veritablen Goldschatz hütet und als kleiner gelb-blauer Vogel nach Westeuropa zum Arbeiten davonflattert. Zurück bleibt die Ehefrau, die mit Einfallsreichtum den gierigen Stromzähler in Schach hält, während der Sohn zum Hooligan heranwächst. Dass die in dieser aussichtslosen Gemengelage mehr schlecht als recht wiedervereinte Familie am Küchentisch zuschauen muss, wie eine Bombe aus dem Nichts das Gebäude gegenüber niederreißt, ist eine absolute Zumutung. Fantastisch, dass Lyskov sie mit so viel überbordender Wut für uns festhält.
Marie Ketzscher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Mykyta Lyskov
Buch
Mykyta Lyskov
Schnitt
Mykyta Lyskov
Produktion
Kalev Tamm
Sound Design
Horret Kuus
Animation
Aili Allas, Tarmo Vaarmets, Mykyta Lyskov, Shara Arus
Nominiert für: Gedanken-Aufschluss-Preis, mephisto 97.6-Publikumspreis
Media Name: 1638afc9-29b9-4d2a-9fd7-3af6eb745e92.png

Kykeon

Kykeon
Mária Júdová
Extended Reality 2021
-
Slowakei,
UK,
Deutschland
2020
23 Minuten
ohne Dialog
Inspiriert von rituellen Praktiken verschiedener Kulturen behandelt die VR-Erfahrung den Verlust von Gemeinschaftssinn und Empathie. Moderner Tanz und VR-Technologie werden kombiniert, um alte Riten neu zu erforschen und ihr sinnstiftendes Potenzial für zukünftige Gesellschaften freizulegen. Der Titel der Arbeit bezieht sich auf einen der Legende nach „erleuchtenden“ Trank aus dem antiken Griechenland.
Lars Rummel

Credits DOK Leipzig Logo

Produktion
Mara Nedelcu
Co-Produktion
Motion Bank (Hochschule Mainz), Sensorium Festival
Creative Technologist
Marko Júda
VFX Artist
Florian Friedrich (Narranoid)
Ton
Alexandra Timpau
Choreografie
Taneli Törmä
Performer
Milena Wiese, Finn Lakeberg, Bojana Mitrović, Amber Pansters, Zachary Chant
Regie
Mária Júdová