Fackernde Bilder erzeugen irritierende Illusionen, greifen das Auge an und attackieren das Bewußtsein. Ein Film, der im Gehirn entsteht. Am besten einfach zurücklehnen und genießen!
Eine Warnung sei ausgesprochen: Dieser Film besteht aus aufblitzenden Bildern. Er ereignet sich nicht nur auf der Leinwand, sondern entsteht im Gehirn. Flackernde Kreise in Komplementärfarben bewegen sich, überlappen sich und erzeugen dabei neue Formen und Farben. Im Zusammenspiel mit dem allgemeinen Aufbau unseres Auges und Nervensystems ergibt sich eine jeweils individuelle Gereiztheit.
Inspiriert von der Theorie des musikalischen Kontrapunkts bewegen sich Rechtecke auf strengen Bahnen im Raum. Sie wachsen und schrumpfen und erzeugen dabei die Illusion von Raumtiefe.
Die Ziffer 21 im Titel von Hans Richters Film gibt nur bedingt Aufschluss über das im Nebel der Geschichte verlorene Entstehungsdatum dieses Meilensteins des abstrakten Bewegtbildes. Nachweislich wurde „Rhythmus 21“ jedoch 1925 bei der Matinee „Der Absolute Film“ in Berlin aufgeführt. Rechtecke bewegen sich auf strengen Bahnen im Raum. Wachsend und schrumpfend erzeugen sie die Illusion von Raumtiefe.
Dieser ursprünglich tonlose Film lässt den Sound im Kopf entstehen: Geometrische Formen befreien sich von ihren strengen Bewegungspfaden und ordnen sich zu einem komplexen Rhythmus.
Zarte Linien ergänzen die Rechtecke, die Hans Richters Filmexperiment „Rhythmus 21“ dominieren. Man könnte meinen, eine Verbeugung vor Viking Eggeling habe sich in die Bildwelten dieses bedeutenden Meisterwerks eingeschlichen. Die Formen befreien sich von ihren strengen Bewegungspfaden und lehnen sich wagemutig aus dem rechten Winkel heraus. Der Rhythmus der Bildelemente ist ungestüm und selbstbestimmt.