Filmarchiv

Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2024

The Car That Came Back from the Sea

Jadwiga Kowalska
Polen, 1981. Es gibt kaum Essen, kein Benzin, nur eingeschränkte Freiheiten. Sechs Freunde quetschen sich in ein altes Auto und machen sich auf zur Ostseeküste – und vielleicht darüber hinaus.
Filmstill The Car That Came Back from the Sea
Filmstill The Car That Came Back from the Sea

The Car That Came Back from the Sea

Samochód, który wrócił z morza
Jadwiga Kowalska
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2024
Animationsfilm
Schweiz
2023
11 Minuten
Englisch,
Polnisch
Untertitel: 
Englisch
Polen, 1981. Sechs Freunde quetschen sich in ein viel zu kleines altes Auto und machen sich, angetrieben vom Wunsch nach Freiheit, auf den Weg zur polnischen Ostseeküste. Je weiter sie kommen, desto deutlicher wird, in welch marodem Zustand ihr Land ist. Die Pension, in der sie übernachten, hat nichts, was sich zum Frühstück auftischen ließe. Auch andernorts sind Lebensmittel und Benzin knapp. Es fehlt an allem. Nur Schnaps, in rauen Mengen, kann man überall und jederzeit kaufen. Genau wie ihre Heimat zerfällt auch ihr Auto Stück für Stück. Doch der Trip geht weiter, vorbei an demonstrierenden Menschenmassen, Panzern, Absperrungen und bewaffneten Polizisten.
Singend, lachend und sorglos schaffen es Leszek und sein Trupp schließlich ans Meer. Ist damit das Ende ihrer Reise erreicht? Oder sollte man sich den Hunderttausenden anschließen, die Polen bereits verlassen haben? Die Grenzen des filmischen Bildes zumindest sind offen. Die spärlichen, nur bruchstückhaften grafischen Elemente auf leerem weißen Hintergrund scheinen kaum ein Anreiz, an diesem Ort zu verweilen. Es gibt kein Hindernis, das die Freunde davon abhalten könnte, zu neuen Ufern aufzubrechen.
Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Jadwiga Kowalska
Schnitt
Fee Liechti Seigner
Produktion
Jadwiga Kowalska
Ton
Thomas Gassmann
Musik
Christian Aregger, Roland Bucher
Animation
Jadwiga Kowalska, Marco Ellensohn, Jérémie Dupraz, Laure Clemansaud
Filmvertrieb
Luce Grosjean
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Media Name: 27ae30bc-388b-4639-9a0f-12cfd643ec94.jpg

The Cars We Drove into Capitalism

The Cars We Drove into Capitalism
Georgi Bogdanov, Boris Missirkov
Wettbewerb um den Publikumspreis 2021
Dokumentarfilm
Bulgarien,
Kroatien,
Tschechische Republik,
Dänemark,
Deutschland
2021
93 Minuten
Bulgarisch,
Tschechisch,
Englisch,
Deutsch,
Norwegisch,
Russisch
Untertitel: 
Englisch

Ein nostalgischer Trip in die Vergangenheit, als sich der Kauf eines Autos als Lebensaufgabe gestaltete – insbesondere für jene Europäer, denen maximal zwei Handvoll Marken zur Verfügung standen. Die munter montierte Kollektion von Auto-Biografien aus sozialistischer Produktion erinnert an vermeintlich unbeschwerte Zeiten, als das motorisierte Gefährt einfach Statussymbol sein durfte: frei von ideologischen Grabenkämpfen rund um Klimakrise und Mobilitätsdiät.

Von Russland über Bulgarien und Tschechien bis nach Deutschland und Norwegen werden Liebesgeschichten zwischen Mensch und Trabi, Moskwitsch oder Wolga filmisch festgehalten. Wir treffen Charaktere, die damals wie heute an ihrem geliebten Stück Blech hängen – oder es sogar zu einer stattlichen Sammlung gebracht haben. Da gibt es ein Paar, das sich auf einer Retro-Auto-Ausstellung lieben lernte und heute noch das gleiche Modell fährt. Wir begegnen einem Küster, der sein Dienstfahrzeug nach 32 Jahren Nutzung weitervererbt. Wir machen die Bekanntschaft eines Pin-ups, das stets vor Ost-Oldtimern posiert. Sie alle haben ein Faible für diese klapprigen Rostlauben. Denn obwohl die Fabrikate der sozialistischen Autoindustrie in der Regel langsam, klobig, mühsam zu fahren und zu reparieren waren – sie galten als Schauobjekte eines geglückten Lebens. Und in fast jeder Familie gab es eines: heiß begehrt, lang ersehnt, eifrig poliert.
Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Georgi Bogdanov, Boris Missirkov
Buch
Boris Missirkov, Georgi Bogdanov
Kamera
Boris Missirkov, Georgi Bogdanov
Schnitt
Emil Granicharov, Jacob Thuessen, Georgi Tenev
Produktion
Martichka Bozhilova
Co-Produktion
Tina Leeb, Miljenka Čogelja, Dana Budisavljević, Jiří Konečný, Sigrid Jonsson Dyekjær, Sascha Beier, Simone Baumann
Ton
Veselin Zografov
Retrospektive 2023

The Cathedral

Laila Pakalniņa
Als Sowjettruppen zur Niederschlagung der Unabhängigkeitsbewegung einfallen, werden in Riga Barrikaden errichtet. Blutige Auseinandersetzungen beginnen. Die Kathedrale wird zum Zufluchtsort.
Filmstill The Cathedral
Filmstill The Cathedral

The Cathedral

Doms
Laila Pakalniņa
Retrospektive 2023
Dokumentarfilm
Lettland
1991
19 Minuten
Lettisch
Untertitel: 
Englisch
Der Abschlussfilm der lettischen Regisseurin an der Moskauer Filmschule liefert keine regimetreuen Bilder, sondern ist Zeugnis ihres journalistischen Hintergrunds. Als die Unabhängigkeitsbestrebungen mit militärischer Macht niedergeschlagen werden sollen, errichten die Menschen in Riga Barrikaden. Laila Pakalniņa hat die dramatischen Ereignisse festgehalten, die in ihrer Aktualität erschrecken.
Katharina Franck, Andreas Kötzing

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Regie
Laila Pakalniņa
Buch
Laila Pakalniņa
Kamera
Gints Bērziņš
Produktion
Ināra Kolmane
Ton
Juris Riekstiņš, Ģirts Gaiķis
Retrospektive: Un-American Activities 2025

The Chicago Maternity Center Story

Jerry Blumenthal, Suzanne Davenport, Sharon Karp, Gordon Quinn, Jenny Rohrer
Das Chicago Maternity Center, das vor allem Schwarzen Frauen eine sichere und erschwingliche Hausgeburt ermöglichte, ist von der Schließung bedroht. Dagegen regt sich Widerstand.
Filmstill The Chicago Maternity Center Story
Filmstill The Chicago Maternity Center Story

The Chicago Maternity Center Story

The Chicago Maternity Center Story
Jerry Blumenthal, Suzanne Davenport, Sharon Karp, Gordon Quinn, Jenny Rohrer
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1976
60 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Deutsch
Das in einem einkommensschwachen Chicagoer Stadtviertel gelegene Maternity Center ist 1974 akut von der Schließung durch ausbleibende finanzielle Mittel des Trägers, der North Western University, bedroht. In der mehrheitlich Schwarzen Community regt sich Widerstand, handelt es sich doch um eine Institution mit 75-jähriger Geschichte, die zahllosen Frauen eine sichere und erschwingliche Hausgeburt ermöglichte. „The Chicago Maternity Center Story” nimmt diesen zivilgesellschaftlichen Protest zum Ausgangspunkt, um die Geschichte der in den USA grassierenden Kommerzialisierung von medizinischer Versorgung samt ihren sexistischen und rassistischen Konnotationen zu erzählen. Ein Film, der das Thema mal behutsam, mal mit der Verve der Agitprop anpackt.
Tobias Hering, Tilman Schumacher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Jerry Blumenthal, Suzanne Davenport, Sharon Karp, Gordon Quinn, Jenny Rohrer
Produktion
Kartemquin Films
Media Name: ab248f56-a5c4-4737-a5fd-f8bb874e1c73.jpg

The Congress

Le congrès
Clément Villiers
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm 2021
Dokumentarfilm
Frankreich
2021
33 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch
Fotografien werden entstaubt, Schallplatten gereinigt, Bücher von Ungeziefer befreit und alles digitalisiert für die Ewigkeit. Zu den nüchternen Aufnahmen gewissenhafter Archivarbeit aber tritt die Stimme einer jungen Frau, die vom Zusammenbruch der Zivilisation berichtet, deren fragile Artefakte sie als letzter im „Kongress“ verbliebener Mensch sichert. Im Spannungsfeld zwischen Bild und Ton tut sich Raum auf für unsere Fantasie.
Christoph Terhechte

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Clément Villiers
Kamera
Pauline Pénichout
Schnitt
Théophile Gay-Mazas
Produktion
Clément Villiers
Extended Reality 2023

The Contrast or Illusion

Mariusz Borzyszkowski
Umgeben von riesigen Statuen, werden wir zum Objekt der Begutachtung: Hier öffnet sich ein Spannungsfeld zwischen Willkür und Kontrolle, Macht und Ohnmacht, Vielfalt und Gleichförmigkeit.
2023
Filmstill The Contrast or Illusion
Filmstill The Contrast or Illusion

The Contrast or Illusion

The Contrast or Illusion
Mariusz Borzyszkowski
Extended Reality 2023
XR
Polen
2023
6 Minuten
ohne Dialog
Wir sind täglich Bewertungen ausgesetzt. Nach welchen Maßstäben sie erfolgen, haben wir meist nicht in der Hand. In dieser VR-Erfahrung entsteht ein Spannungsfeld zwischen Willkür und Kontrolle, Macht und Ohnmacht, Vielfalt und Gleichförmigkeit. Ein Kreis aus 16 realen Objekten markiert den Eingang zu einem virtuellen Bewertungsprozess, in dem 16 riesige graue Statuen uns begutachten.
Lars Rummel

Credits DOK Leipzig Logo

Produktion
Mariusz Borzyszkowski
VR Entwicklung
Mariusz Borzyszkowski
Künstlerisches Design
Mariusz Borzyszkowski
3D-Künstler*in
Mariusz Borzyszkowski
Coding
Mariusz Borzyszkowski
Sound Design
Marcin Zieliński
Key Collaborator
Janina Rudnicka
Regie
Mariusz Borzyszkowski