Op-Art-Muster, herausgefiltert aus einem 1980er-Jahre Do-it-yourself-Buch, sind die Grundlage für dieses hypnotische Werk. Abstrakter Film kann humorvoll sein? Bitte mit Ausrufezeichen!
Musterbeispiele aus einem Do-it-yourself-Buch über Op-Art-Patterns sind die Grundlage für diesen hypnotischen Film. Die Bilder bewegen sich wie von selbst vor dem Auge. Farbwechsel und Überblendungen treiben ihr Fließen und Flimmern voran, bis die Grenzen zwischen tatsächlicher und imaginierter Bewegung verschwimmen. Nicht nur Soundtrack und Titel verweisen auf den schelmischen Spirit des Werkes.
Mary ist ein 12-jähriges Mädchen im 19. Jahrhundert: wissbegierig, hartnäckig und fasziniert von Fossilien. Ein unterhaltsames und liebenswertes Biopic über eine der ersten Paläontologinnen.
Es geht auf eine kleine Zeitreise zurück ins frühe 19. Jahrhundert an die Südküste Englands. Hier lebt Mary Anning. Das 12-jährige Mädchen ist wissbegierig, hartnäckig und fasziniert von Fossilien. Jede freie Minute verbringt sie unten am Strand, um in den Erdschichten der Steilküste ihres Heimatortes nach den versteinerten Überresten längst ausgestorbener Tierarten zu suchen. Auch ihr Vater ist begeistert von diesem Hobby und verdient sich mit dem Verkauf der Versteinerungen ein Zubrot für den Unterhalt seiner Familie. Als er nach einem Klippenabbruch verschwunden bleibt, gerät Marys Leben ins Wanken. Alles, was der Vater hinterlässt, ist eine mysteriöse Zeichnung, deren Bedeutung Mary erst nach und nach versteht. Sie ist entschlossen, gemeinsam mit unerwarteten Verbündeten das Geheimnis dahinter zu lüften. Ein unterhaltsames und liebenswertes Biopic über eine der ersten Paläontologinnen.
Drei Jahre bevor Richard Nixon durch die Watergate-Affäre zu Fall kam, entlarvte de Antonio den Präsidenten mit dieser grausam-komischen Materialmontage als Scharlatan.
Drei Jahre bevor Richard Nixon durch die Watergate-Affäre zu Fall kam, entlarvte de Antonio den Präsidenten mit dieser grausam-komischen Materialmontage als Scharlatan. Aus einem Interview im „Protokoll“ der Leipziger Dokumentarfilmwoche 1972: Frage – „In jedem Ihrer Filme stellen Sie eine amerikanische Hauptinstitution bloß […]. Wen haben Sie sich für ‚Millhouse‘ ausgesucht?“ De Antonios Antwort – „Nichts Geringeres als das traditionelle politische Geschehen in seiner Ganzheit. Der Film ist keineswegs ein nur persönlicher Angriff auf Nixon. Denn um einen politischen Gegner bloßzustellen, reicht es, für ihn einen Saal zu mieten. Der Film attackiert das amerikanische System, die Glaubwürdigkeit dieses Systems, in dem er sich dem perfekten Symbol dieses Systems, dem Präsidenten, zuwendet.“
Tobias Hering, Tilman Schumacher
Credits
Regie
Emile de Antonio
Kamera
Ed Emshwiller, Richard Kletter, Bruce Shaw, Mike Gray, Dan O’Reilly
Beim ersten Einsatz des Scanimate-Videosynthesizers in Japan nimmt Matsumoto die Mona Lisa mit auf eine Reise durch surreale Landschaften und verwandelt sie in eine schillernd-psychedelische Vision.
Mithilfe des Scanimate-Videosynthesizers tritt da Vincis Porträt der Lisa del Giocondo eine surreale Reise durch echte und künstliche Landschaften an. Dabei projiziert Toshio Matsumoto eine Art Fantasiewelt elektronischer Bilder, explodierender Farben und Bewegungen auf sein Subjekt und animiert die Mona Lisa so zu einer schimmernden psychedelischen Vision, die von einem abstrakten elektronischen Soundtrack begleitet wird.
Eine wunderbare Sammlung kleinster Bewegtbildmomente voller Klugheit, Witz und Poesie. Das Kleine, mit der Lupe betrachtet, bietet Raum für Überraschungen – und große Erkenntnisse.
Eine wunderbare und hochpoetische Sammlung kleinster Bewegtbildmomente, die uns durch clevere Kameraperspektiven und klug gewählte Bildausschnitte, durch Lichtsetzung, Montage und die verwendeten Materialien ästhetischen Hochgenuss schenkt. Dieses Archiv der Kleinigkeiten bleibt stumm. Die Augen werden zum Hörorgan. Der Sound entsteht im Kopf. Einfach bezaubernd.
Die Stare kreisen in Schwärmen über dem Altenheim. Wie fühlt sich das Lebensende an? Einem Mann wachsen erste Vogelfedern und er spürt, dass er allmählich nicht mehr dazugehört
Die Stare kreisen in Schwärmen über dem Altersheim. Murmurationen nennt man diese beeindruckenden Naturschauspiele, die von fern wie ein kollektives Murmeln klingen. Nicht alle hören oder sehen sie, aber der alte Mann nimmt sie wahr. Manchmal entsenden die Stare einen einzelnen zwitschernden Boten vor sein Fenster. Oft sind die Vögel für ihn präsenter als seine Mitmenschen, präsenter als der alte demente Heimkollege, der regelmäßig ein Blumenstillleben wässert, präsenter als die Heimnachbar*innen im Freizeitchor. Und dann passiert es: Der alte Mann findet die erste Feder im Haar, darauf eine zweite, schließlich mehrere. Bald wächst ihm ein Schnabel, sodass er statt singen nur mehr krächzen kann. Der letzte Lebensabschnitt, dem wir hier beiwohnen, ist liebevoll animiert: Die Puppenanimation wurde mit Mullbinden gestaltet – eine schöne Annäherung an die Verletzlichkeit, die dem Älterwerden anhaftet. Der hier gezeigte Abschied vom Leben kommt ganz ohne Pathos aus, sogar ohne jene überinszenierte Trauer, die man von vielen Todeserzählungen kennt. Selbst das Altersheim ist ein völlig banaler, wertfrei porträtierter Ort. Stattdessen verfolgen wir dieses Tschüss-Sagen im Fiedergewand als eine leise, aber zunehmende Entfremdung von der Welt, ein Nicht-mehr-Dazugehören. Und irgendwann wachsen uns allen die dazu passenden Flügelschwingen.
Marie Ketzscher
Credits
Regie
Janneke Swinkels, Tim Frijsinger
Buch
Janneke Swinkels, Tim Frijsinger
Kamera
Janneke Swinkels, Tim Frijsinger
Schnitt
Janneke Swinkels, Tim Frijsinger
Produktion
Peter Lindhout
Co-Produktion
Annemie Degryse, Janneke Swinkels, Tim Frijsinger, Ben Tesseur
Ton
Corinne Dubien
Sound Design
Corinne Dubien
Musik
Roos Rebergen, Sjoerd Bruil
Animation
Rosanne Janssens, Mirjam Plettinx, Geertrui de Vijlder
Von einer ausgebeuteten Tagelöhnerin zur Guerillera: Die Ich-Erzählerin berichtet von ihrer politischen Bewusstwerdung und dem Kampf gegen die Einflussnahme der United Fruit Company auf ihr Land.
Zu kontrastreichen Bilderfolgen in Schwarz-Weiß, die mitunter zum Stehen kommen, skandiert die Ich-Erzählerin eine eindringliche Ansprache, die von ihrer politischen Bewusstwerdung handelt: Ihre Entwicklung von einer ausgebeuteten Tagelöhnerin zu einer Guerillera im Kampf gegen die politisch-ökonomische Einflussnahme der USA auf lateinamerikanische Staaten, hier exemplarisch die global agierende United Fruit Company und ihre Dominanz in Guatemala. „My Country Occupied“ ist ein Film auf der Suche nach einer politischen Form, pendelt hin und her zwischen rapide geschnittener Agitprop im Geiste des lateinamerikanischen Third Cinema, polemisch eingesetzten Fremdmaterialszenen und eher eingängigen, folkloristisch anmutenden Passagen von Land und Leuten.