Filmarchiv

Land (Film Archive)

Retrospektive: Un-American Activities 2025

Harlan County, USA

Barbara Kopple
Eine alle Sinne ansprechende, von Folk- und Bluegrass-Musik begleitete Parteinahme: Barbara Kopples Klassiker verfolgt in ihrer Langzeitbeobachtung den Brookside-Streik in Kentucky 1973.
1977
Filmstill Harlan County, USA
Filmstill Harlan County, USA

Harlan County, USA

Harlan County, USA
Barbara Kopple
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1977
103 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Deutsch
„Which side are you on?“, singt Florence Reece, Ikone der Bergarbeiterbewegung von Harlan County, Kentucky, mit brüchiger Stimme ins Mikrofon einer Gewerkschaftskundgebung. Man könnte Barbara Kopples Langzeitbeobachtung zum Brookside-Streik von 1973 sogar einen Musikfilm nennen. Denn auch abseits des Reece’schen Streiklied-Klassikers verbindet sich hier durchgängig Gesang mit Rede, Folklore mit Politik, Sprach- mit Schnittrhythmus: der geglückte Versuch einer alle Sinne ansprechenden Parteinahme, bei der Losungen ausbleiben – oder eben gesungen werden. Auf der Leipziger Dokumentarfilmwoche wurde „Harlan County, USA“ im Herbst 1977 in einer Sonderveranstaltung präsentiert, sein Ruhm war ihm vorausgeeilt. Denn bereits im April 1977 hatte er den Oscar als Bester Dokumentarfilm gewonnen.
Tobias Hering, Tilman Schumacher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Barbara Kopple
Kamera
Kevin Keating, Hart Perry
Schnitt
Nancy Baker, Mary Lampson
Produktion
Barbara Kopple
Ton
Joshua Waletzky, Barbara Kopple
Musik
Hazel Dickens, Florence Reece, Merle Travis
Hommage: Punto y Raya 2025

Help Desk

Edwin Rostron
Geometrische Möglichkeiten zwischen Zweidimensionalität und Tiefe, Kontrolle und Instabilität werden ausgetestet. Auf spielerische Weise verhandelt der Film die Themen Raum und Dimension.
Filmstill Help Desk
Filmstill Help Desk

Help Desk

Help Desk
Edwin Rostron
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
UK
2023
4 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Auf einem zartblauen Blatt Papier erscheint ein Raster, welches sogleich von einer organischen dunklen Fläche überwuchert wird. Raster und Fläche scheinen eine Symbiose einzugehen und, vereint zu einem Ganzen, eine neue gemeinsame Form auszuprobieren. Geometrische Möglichkeiten zwischen Zweidimensionalität und Tiefe, Kontrolle und Instabilität werden durchgespielt.
Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Edwin Rostron
Hommage: Punto y Raya 2025

Hierarchy Glitch

Vessela Dantcheva
Formen und Töne sind in einem Netz verstrickt, das freie Bewegungen verhindert. Herausgelöst aus dieser Matrix gehen ihre Verbindungen verloren und sie formieren sich auf organische Weise neu.
Filmstill Hierarchy Glitch
Filmstill Hierarchy Glitch

Hierarchy Glitch

Hierarchy Glitch
Vessela Dantcheva
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
Bulgarien
2019
7 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Dieser Film ist Teil des internationalen Projekts „Happiness Machine“, das die Idee der „Gemeinwohl-Ökonomie“ verhandelt – ein Schlagwort des österreichischen Aktivisten Christian Felber. In „Hierarchy Glitch“ werden Formen und Töne durch ein Netz an der freien Bewegung gehindert. Löst sich die Matrix auf, gehen Verbindung und Richtung verloren. Doch alsbald formieren sie sich auf organische Weise neu.
Franka Sachse

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Regie
Vessela Dantcheva
Hommage: Punto y Raya 2025

Hillocks

Maria Constanza Ferreira
Die experimentelle Animation spielt mit den enigmatischen Formen und Farben gezüchteter Kristalle. Vergrößert, angeordnet und untermalt mit einer Sound-Ebene werden sie zur Kunst. 
Filmstill Hillocks
Filmstill Hillocks

Hillocks

Hillocks
Maria Constanza Ferreira
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
USA,
Portugal
2020
4 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Diese experimentelle Animation zeigt uns die enigmatischen Formen und Farben gezüchteter Kristalle. Deren Herstellung, einst unverzichtbares Grundlagenverfahren der Material- und Werkstoffforschung, hat heute ihren wissenschaftlichen Nutzen verloren. Doch die Schönheit der entstehenden Objekte kennt kein Verfallsdatum. Vergrößert, sortiert und arrangiert werden die Kristalle zu Kunst.
Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Maria Constanza Ferreira
Hommage: Punto y Raya 2025

Holes

Birgitta Hosea
Ein taktiler Film, der uns mit Texturen von Farben und Materialien in Kontakt bringt, auf irritierende Weise sinnlich und befremdlich vertraut. Eine Reise durch einen weiblichen Körper?
Filmstill Holes
Filmstill Holes

Holes

Holes
Birgitta Hosea
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
UK
2021
6 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Etwas zieht uns in die Tiefe. Immer weiter stürzen wir in die Bildmitte, hinein in schwellende Flüssigkeiten, durch Seen aus kreisenden Farben, durch die Risse im Papier. Ein taktiler Film, der uns mit Farb- und Materialtexturen in Kontakt bringt – auf irritierende Weise sinnlich und befremdlich vertraut. Der Sound öffnet den Deutungshorizont: Ein weiblicher Körper wird bereist.
Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Birgitta Hosea
Filmstill How a River is Born

How a River Is Born

Como nasce um rio
Luma Flôres
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Animationsfilm
Brasilien
2025
8 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Der Tau tropft verheißungsvoll von den Blättern. Ayla erwacht in einer wunderbar erblühten, üppigen Landschaft. In der Ferne entsteht eine neue Bergkette. Der Gipfel: ein lächelnder Frauenkopf. Ayla macht sich auf den Weg zu ihm. Die Hügel sind die haltgebenden Brustwarzen, der Flaum der Unterarme ist das Gras, das sie zart mit den Fingern durchstreift. Als sie am Horizont einen kleinen dichten Wald sieht, weiß sie, wohin sie gehen muss, wo die letztendliche Erfüllung liegt.
Luma Flôres inszeniert Aylas Selbstfindung als ungemein sinnliche, zärtliche und farbintensive Reise. Die Entdeckung des eigenen Körpers und der eigenen Lust geht hier mit der Entdeckung des anderen, ebenfalls weiblichen Körpers einher. Die intensive Sinnlichkeit bleibt bis zum Schluss metaphorisch und doch plastisch – zum Beispiel, als Ayla den Schoß ihrer Geliebten als Wasserquelle entdeckt, erst mit dem Finger und schließlich ganz mit Kopf und Leib eintaucht. Als sich die beiden im Wasser endlich vereinigen und miteinander schlafen, wechselt die Animation von der konkreten Darstellung in die Abstraktion – die wiederum als Feuerwerk am Himmel explodiert. Erst in den finalen Momenten ihres Films löst Flôres ihren Metaphernreigen auf: Die beiden Frauen küssen sich, sie lassen sich auf dem Wasser treiben. Die hohe Kunst der Liebe, aber auch die einfachste, natürlichste Sache der Welt.
Marie Ketzscher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Luma Flôres
Buch
Luma Flôres
Kamera
Maíra Moura Miranda
Schnitt
Karol Azevedo
Produktion
Flávia Santana
Ton
Andrea Martins
Sound Design
Andrea Martins
Animation
Bia Peres, Camila Vianna, Fernanda Costa, Janaína Zanusso, Larissa Rangel, Mateus Di Mambro, Kelvin Lima, Ambrósio Pentú, Atmo, Guilherme Zabu, Henrique Ferreira, Louise Bonne, Sofia Travassos
Key Collaborator
Clara Oliviera Flores
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis