Eine Gruppe junger Aktivist*innen überfällt ein Nobelanwesen. Der Rachefeldzug misslingt. Nur Hélène erhält eine fatale zweite Chance und gerät in einen surrealistischen Strudel.
Als Marc seiner Freundin Hélène gesteht, dass er sie liebt, antwortet sie nur: „Später!“ Der Zeitpunkt für sein Geständnis könnte ungünstiger nicht sein, hinter Hélènes Erwiderung steckt eine viel größere Dimension. Die beiden gehören zu einer Gruppe von Aktivist*innen, die im Wald gerade ihre Smartphones verbrannt und sich den letzten wichtigen Fragen gestellt haben. Fragen nach Angst, Macht, Mut, Loyalität und nach Zweifeln. Im Anschluss überfallen sie – stellvertretend für die Schuldigen am Dilemma dieser Welt, wie sie meinen – ein reiches und einflussreiches Rentnerpaar in dessen Nobelanwesen. Die bewaffnete Attacke endet in einem Blutbad. Hélène aber wird mitten im Schusswechsel von einer seltsamen Erstarrung heimgesucht und gerät bald danach in den surrealistischen Strudel einer fatalen zweiten Chance. Der kanadische Regisseur und Drehbuchautor Félix Dufour-Laperrière sagt, er schreibe „mit Farben im Kopf, Metamorphosen, traumhaften Sequenzen und mentalen Bildern, die sich auf der Leinwand materialisieren“. Aus handgezeichneten Vorlagen entstand eine vor allem symbolwuchtige 2D-Animation fließender Figuren und Silhouetten, die sich weder offensiv formulierten Botschaften noch der überbordenden Magie des Formats verweigert.
Bilder, deren papierne Materialität an die Oberfläche von Haut erinnern, erzählen durch aufblitzende Farbakzente und einen elektrisierenden Sound von der Sensation der Berührung.
Die Bilder, deren feinziselierte Materialität an die Oberfläche der menschlichen Haut erinnert, untersuchen die Erfahrung des physischen Kontakts. Dunkle Tinte befleckt den papierenen Untergrund und stört dessen klares Weiß. Aufblitzende Farbakzente und elektrisierender Sound machen die Sensation der Berührung spürbar. Die extreme Vergrößerung schafft eine intime Beziehung zu Pigment und Textur.
Eine Gruppe von Vietnamkriegsveteranen macht sich 1970 zu einem langen Marsch auf, um die lokale Bevölkerung von dem Unrecht zu überzeugen, das in Vietnam seit Jahren geschieht.
Am 4. September 1970 macht sich eine Gruppe von Vietnamkriegsveteranen zu einem langen Marsch von Morristown, New Jersey, nach Valley Forge, Pennsylvania, auf. Ihr Ziel: auf ihrem Weg die lokale Bevölkerung von dem Unrecht zu überzeugen, das in Vietnam seit Jahren geschieht. Und dies nicht etwa nur mit Reden am Wegesrand, sondern in schockierenden Reenactments, die unangekündigt in der Öffentlichkeit stattfinden. Mitsamt Uniform und Plastik-Maschinengewehren, von Statist*innen unterstützt, verweisen sie so auf ihre eigenen Kriegsverbrechen in Indochina. Kamera und Tonbandgerät sind an all dem nah dran, schnappen die Reaktionen der Passant*innen und Städtebewohner*innen auf. Solidarität auf der einen, wüste Beschimpfungen auf der anderen Seite. Ein tiefer Graben zieht sich durch die „Heimatfront“.
Rimini – Sarajevo. Mirela ist im italienischen Exil aufgewachsen und kehrt mit vielen offenen Fragen nach Bosnien zurück. Eine feinfühlig eingefangene Suche nach Identität und Zugehörigkeit.
Sarajevo–Rimini. Diese Route brachte die zehnjährige Mirela einst in Sicherheit vor dem Bosnienkrieg, 1992, als sie zusammen mit einer Gruppe anderer Waisenkinder von einem Konvoi der Vereinten Nationen nach Italien transferiert wurde. Der Aufenthalt sollte nur vorübergehend sein, doch niemand kam, sie abzuholen. So begann Mirela ein neues Leben an der Adria. Als Erwachsene reist sie zurück in die Heimat, auf der Suche nach der Mutter, die sie zuletzt als Vierjährige gesehen hat. Viele Fragen reisen mit: Warum gehörte ausgerechnet sie zu den wenigen, die ins Exil geschickt wurden? Wäre es besser gewesen, in Sarajevo geblieben zu sein, frei von Schuldgefühlen? Eindeutige Antworten findet Mirela nicht. Doch aus den Spuren, die sie aufliest, aus den Fäden, die sich in ihrem Leben kreuzen, webt „Dom“ eine feinfühlige Mediation über Identität und Zugehörigkeit.
Ursprünglich als Anti-Drogen-Film produziert ist Lehmans Film ein psychedelischer Ritt durch leuchtende Farben und Pop-Art-Bilder – alles miteinander verschmolzen durch den Scanimate-Videosynthesizer.
Ursprünglich als Anti-Drogen-Werbespot für das Lokalfernsehen konzipiert, nimmt uns dieser 60-Sekünder stattdessen mit auf eine rauschhafte Reise durch fluoreszierende Farben und Pop-Art-Motive, die mithilfe des Scanimate-Videosynthesizers miteinander verschmelzen. Dieses Frühwerk von Pat Lehman avancierte zu ihrem größten Erfolg: Der Film wurde in Cannes gezeigt.
Durch digital erzeugte Punktwolken entsteht eine harmonische Landschaft, die sich ständig weiterentwickelt und verändert. Sie erinnert an die zyklische Natur unseres Lebens.
Diese visuelle Sinfonie entfaltet sich nach den Prinzipien des Schwarmverhaltens. Digital erzeugte Punktwolken fließen organisch ineinander. Alles lebt, atmet, ist sinnlich-taktil, fühlt sich weich und harmonisch an. Ein warmer, heller Soundteppich umspielt diese sich ständig in Bewegung befindende Landschaft. Eine Anspielung auf die zyklische Natur unseres Lebens.