Ein experimenteller Science-Fiction-Film, der sich ständig mit dem Wetter verändert. Er reagiert auf Echtzeitdaten aus aller Welt. Eine lebendige Interaktion zwischen Computergrafik und Natur.
Dieser Cyborg unter den Filmen lässt Computergrafik und Natur dynamisch interagieren. Auf der Basis planetarer Daten von über vierzig Orten auf der ganzen Welt werden Rhythmus und Sequenzierung in Echtzeit vom Wettergeschehen umgeformt. Konzipiert im Geist der Geomantie, die den Geschichten der Erde lauscht und ihr antwortet, ist hier eine Erfahrung von wahrhaft magischer Qualität zu machen.
In den 1970er Jahren erklären die Freigeister der Künstler*innengruppe aus Karl-Marx-Stadt Clara Mosch die DDR zur Happening-Zone. Ein poetisches Filmporträt über die Kraft der Kunst.
In den 1970er Jahren erklären die Freigeister der Künstler*innengruppe aus Karl-Marx-Stadt Clara Mosch die DDR zur Happening-Zone. Ein poetisches Filmporträt über die Kraft der Kunst.
Ariel und Paul ahnen nicht, dass die langweilige TGV-Fahrt einen Psychotrip für sie bereithält. Ein Film über Urängste, die Macht des Unterbewusstseins und den Hochmut, Gott zu spielen.
Die Zugfahrt ist sterbenslangweilig. Die Landschaft rauscht sirrend als abstraktes Farbkaleidoskop vorbei, und Ariel und Paul vertreiben sich die Zeit, indem sie füreinander ihre schlimmsten Albträume zeichnen. Bei Paul ist es die auf offener See auf ihn zuschwimmende Mutter, die ihn unter Wasser reißt, bei Ariel die Konfrontation mit einer psychotischen Frau in der Badewanne. Was als Spiel beginnt, entwickelt plötzlich unheimliche Züge, als sich die mitreisende Gilda dazu setzt – und dann davon erzählt, dass ihr das Unheimlichste überhaupt passiert sei. Sie habe ihren dementen Mann im Schlaf hypnotisiert. Derjenige, der ihr dann antwortete, sei niemand Geringeres als Gott gewesen. Ein ungehaltener Gott, ein verstimmter Gott, und schließlich ein regelrecht erzürnter Gott, denn sie habe partout nicht aufhören wollen, ihren schlafenden Mann zu fragen: Warum existieren wir? Mit einem unglaublich präzisen Sinn für den Moment, in dem das Profane plötzlich Horrorpotenzial entwickelt, nimmt uns Jocelyn Charles mit auf einen großartigen Psychotrip. Dabei überlässt es der Regisseur dem Publikum, ob man den 2D-animierten Film einfach als pointierte Genre-Unterhaltung schaut, oder ob man die Untertöne mitnimmt: die Hybris, als Mensch ständig Gott spielen und jedes Mysterium aufklären zu wollen, beispielsweise. Eine Hybris, die nicht ohne Folgen bleibt.
Wie kann man auf die Gräuel, die sich tagtäglich in der Welt ereignen, mit Kunst antworten? Leon Golub gibt Einblicke in sein New Yorker Atelier und zeigt seine schonungslos politische Malerei.
Wie hängen Kunst und gesellschaftliche Wirklichkeit zusammen? Wie kann man auf die Gräuel, die sich tagtäglich in der Welt ereignen, mit Kunst antworten? Ab wann ist Kunst politisch, ab wann vom Markt korrumpiert? In seinem New Yorker Atelier arbeitet Leon Golub (1922–2004) an riesigen Leinwänden, nimmt sich Pressefotos als Vorlagen, destilliert Gesten daraus, trägt Farbe auf, trägt sie ab, schabt vormals Verdecktes frei. Das hat etwas Gewaltsames – wie die martialischen Motive seiner Werke. Sie zeigen Erschießungen, Folterungen oder fratzenhafte Gestalten, die an ihren unmenschlichen Taten Gefallen finden. Es sind Motive, wie sie normalerweise der Investigativjournalismus zu Kriegszeiten zutage fördert. Nun hängen sie im vermeintlich alltagsbefreiten Ausstellungsraum – und schockieren.
Was haben Mao und Mickey Mouse gemeinsam? Vielleicht weiß man es auch nach diesem wilden Cut-out-Animation-Ritt nicht besser, aber zwischenzeitlich hat man viel über sie schmunzeln dürfen.
„Versuchen Sie nicht, über diesen Film nachzudenken. Er ist völlig verrückt und ergibt überhaupt keinen Sinn.“ Das lässt Aria Covamonas in diesem wilden Cutout-Animation-Ritt durch die chinesische und westliche (Philosophie-)Geschichte gleich zu Anfang verkünden – und hält Wort. In scheinbar arbiträrer Reihenfolge treten zahllose Figuren auf, die ohne erkennbaren roten Faden zum Tode verurteilen, sich streiten oder anbändeln – dies aber auf die absurdeste und lustigste Weise tun. Irgendwann taucht beispielsweise Platon auf, den die Elefanten baden müssen, weil er zu lange in der Höhle war. Aber auch Mao, Micky Maus, Nietzsche und Lacan betreten die Bühne. Entnommen sind sie allesamt der Public Domain, genauso wie die chinesischen Dialoge, die nach Rhythmus geschnitten aus den Mündern kommen; die englischen Untertitel haben mit ihnen nichts zu tun. Jede Interpretation, so Covamonas, sei möglich – und gewünscht. Nichtsdestotrotz verdichten sich Themenfelder: Die willkürliche Gewaltanwendung, die jedes autoritäre Regime auszeichnet, wird ebenso karikiert wie die Absurdität jedweden Kanons. Aber auch Covamonas ist von ihm geprägt: Visuell eine Hommage an dadaistische Collage-Kunst à la Hannah Höch, auditiv ein Verweis auf das Rauschen früher Tonfilme, kann man sich in diesem überbordenden Schatz gesampelter Weltkultur herrlich amüsieren und Referenzen-findend treiben lassen.