Filmarchiv

Jahr

Land (Film Archive)

Filmstill Just Sea

Baħar biss

Baħar biss
Franziska von Stenglin
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2024
Dokumentarfilm
Malta,
Deutschland
2024
25 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch
In aller Ruhe erkundet die Kamera die Löcher und Risse einer Klippe, die Spuren des Ozeans. Die karge Landschaft wirkt wie aus der Zeit gefallen. Noch vor einigen Jahrzehnten warfen Fischer ihre Fangkörbe von hier aus ins Wasser, mittlerweile ist das Meer rund um Malta längst leer gefischt. Punta, ein schnauzbärtiger Inselbewohner, will es noch einmal wissen.
Aus den Haaren eines Pferdeschweifes wird eine Reuse geflochten, ein in Vergessenheit geratenes Handwerk demonstriert. Ein zwischengeschnittener Super-8-Film dokumentiert die Vielfalt des einstigen Meereslebens, von den grobkörnigen Bildern geht etwas Unwiederbringliches aus. Ein Krake ringelt sich um einen Fuß, eine Qualle schwebt durchs ewige Blau. Melancholisch blickt Punta auf die See, weit unter ihm schlagen die Wellen wie eh und je auf die Felsen. Dennoch ist der Anblick trügerisch, denn er und wir wissen, dass sich kein Fisch in die Reuse verirren wird. Der raue Gesang einer Frauenstimme setzt ein.
Anke Leweke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Franziska von Stenglin
Buch
Franziska von Stenglin
Kamera
Carlos Vásquez, Christian Öhl
Schnitt
Zuniel Kim
Produktion
Franziska von Stenglin
Co-Produktion
Emma Mattei
Ton
John Bartolo
Sound Design
Christian Wittmoser
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2024

Barbara Morgenstern und die Liebe zur Sache

Sabine Herpich
Die Pionierin des elektronischen Wohnzimmer-Pop, im Arbeitsprozess am neuen Album. Das intime Experiment geht schrittweise hinaus in die Öffentlichkeit. Musik wird zum geteilten Safe Space.
Filmstill Barbara Morgenstern – Doing It for Love
Filmstill Barbara Morgenstern – Doing It for Love

Barbara Morgenstern und die Liebe zur Sache

Barbara Morgenstern und die Liebe zur Sache
Sabine Herpich
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2024
Dokumentarfilm
Deutschland
2024
108 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch
Zum ersten Mal seit sechs Jahren arbeitet Barbara Morgenstern, die Pionierin des elektronischen Wohnzimmer-Pop, wieder an einem neuen Album. Der Laptop steht auf einem Schuhkarton, in der häuslichen Intimität findet sie erste Zeilen und Harmonien: „Ich bin gern allein“, so fängt ein Song an. Nach und nach kommen Musiker*innen dazu. Die intuitiven Ideen nehmen Formen an. Ein Fenster ist geöffnet. Es folgen Arrangements, Proben, Aufnahmen. Die Musik geht schrittweise hinaus in die Öffentlichkeit, Bilder werden hergestellt, Videos, Narrative. Fragen stehen im Raum: Neuanfang oder zurück zu den Wurzeln? Neues Biedermeier oder knallharter politischer Kommentar? Je größer die Band, desto riskanter das Booking. Je krisenhafter die Umwelt, desto tröstlicher das Musikmachen.
Sabine Herpich zeigt das Entstehen eines Pop-Albums als Arbeitsprozess. Der Blick ist so uneitel wie die Protagonistin, die ruhige Beobachtung nicht an Story und Glamour interessiert, sondern an Nähe und Nachvollzug. Warum jemand künstlerisch arbeitet, versteht man, auch wenn es nicht erklärt wird. Barbara Morgenstern teilt, was sie bewegt: „Die Liebe zur Sache / zum Rest der Welt / ich bin mir sicher / dass das noch zählt.“
Jan Künemund

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Sabine Herpich
Buch
Sabine Herpich
Kamera
Sabine Herpich
Schnitt
Sabine Herpich
Produktion
Tobias Büchner
Ton
Sabine Herpich, Tobias Büchner
Sound Design
Dominik Avenwedde
Deutscher Filmverleih
Jürgen Pohl
Nominiert für: VER.DI Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness
Filmstill Bedsores

Bedsores

Bedsores
Fritz Polzer
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2024
Dokumentarfilm
Deutschland
2023
11 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch
Die Welt im Stillstand. Im Ölhafen von Augusta an der Südostküste Siziliens liegen bunt bemalte Kreuzfahrtschiffe. Ihr Glanz verblasst täglich mehr. Im ausgebrannten, farbstichigen 16mm-Filmmaterial erscheinen sie so untauglich für die Zukunft wie die hinter ihnen sichtbaren Raffinerie-Anlagen. Wann, wenn nicht im Frühsommer 2021 wäre die Zeit zur Reflexion und Neubewertung je reifer gewesen?! Alte, ausbeuterische Wirtschaftssysteme, die Menschen aus Europa fernhalten und nur Rohstoffe hineinlassen, sind im Lockdown. Ihre Zukunft kann man sich nicht vorstellen. Aber gibt es ein Zurück? Zum sanften Sound der Wellen, der Vögel und Insekten schwebt der Rauch der Industriebetriebe in die Schornsteine zurück. Doch die Bilder haben Schaden genommen.
Jan Künemund

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Fritz Polzer
Kamera
Fritz Polzer
Produktion
Glen Sheppard