Bizarre Animationen auf einer Metallplatte zu Free-Jazz-Klängen. Lichtreflexe. Linien und Kreise, die menschliche oder insektenähnliche Gestalt annehmen und sich wieder auflösen.
Bizarre Animationen von seltsamer Schönheit auf einer Metallplatte zu Free-Jazz-Klängen. Lichtreflexe. Linien und Kreise, die menschliche oder insektenähnliche Gestalt annehmen, ineinander übergehen und sich wieder auflösen. Manchmal gibt eine Stimme aus dem Off Regieanweisungen, verlangt eine neue Platte. Es geht von vorne los – und doch ganz anders. Langsam begreift man: Es handelt sich um eine Expedition durch eine Unterwelt, die verschwiegen miteinander kommunizierende Irrlichter hervorbringt.
Das Erdreich lebt! Eine Expedition unter Tage: Kanalisationen, Tunnelgänge, bizarre Wurzelwerke und unbekannte Formationen. Doch aus wessen Perspektive schauen wir hier?
Eine junge Frau bringt Schallsensoren an einem Baum an. Einen Nagel nach dem anderen hämmert sie in die Rinde. Etwas regt sich im Inneren der Erde, scheint angelockt von dem Geräusch. Dieses Wesen, was auch immer es ist, geht auf die Suche nach dem Ursprung, gleitet durch Tunnelsysteme, durch bizarre Formationen im Untergrund. Manchmal sieht man unsere Welt von unten, laufende Menschen auf ihren täglichen Wegen. Das Erdreich lebt! Es gibt noch einiges zu entdecken.
Frühjahr 2022, Russland: Wie ist Protest gegen den Ukraine-Krieg möglich? Kann ein Film trotz Zensur Widerstand leisten? Ja, zum Beispiel in einer Detailbetrachtung der Kremlmauer.
Im Frühjahr 2022 ist das Sicherheitspersonal in Moskau angespannt. Unter dem Deckmantel eines Filmwettbewerbs zur Architektur der Stadt dürfen Yana Osman und Anton Khamchishkin, wenn zwar sonst nichts, immerhin die Zinnen der Kremlmauer aufnehmen. Aber wie vom Überfall sprechen, wenn man „militärische Spezialoperation“ sagen muss? Wie Bilder des Widerstands machen, wenn das Filmen von Protesten untersagt ist? Zum Beispiel, indem man über Schwalben und die mathematische Katastrophentheorie sinniert.