Handgezeichnete Striche, die sich im Takt von elektronischen Klangfragmenten formen und wandeln, erschaffen einen Raum voller gelingender oder scheiternder Kommunikationsversuche.
Eine abstrakte, äußerst reduzierte Miniatur, die mit wenigsten Mitteln umso mehr auszudrücken und einzufangen vermag. Lediglich ein paar handgezeichnete monochrome Striche, die sich im ruppigen Takt von elektronischen Klangfragmenten formen und wandeln, erschaffen einen weiten Raum. Er füllt sich mit Bild- und Tonsignalen, mit gelingenden oder scheiternden Versuchen der Kommunikation.
Ihr Großvater und Großonkel entkamen den Nazis. Dieser Fluchtgeschichte begegnet Ayala Shoshana Guy in traumartiger Simultanität: Schemenhaftes wirkt bis in die Gegenwart fort.
Ayala Shoshana Guy greift nach dem Flüchtigen: Die nur bruchstückhaft erinnerte Geschichte ihres Großvaters Jancsi, der mit seinem Bruder Bandi einst Wien verließ, um dem Naziregime zu entkommen, verwebt sie mit eigenen inneren Bildern und stellt diese gleichsam infrage. Ein Schiff nach Palästina transformiert da zum All-inclusive-Kreuzfahrtdampfer, Vages wird konkret, um doch wieder zu entschwinden. So vorsichtig wie kühn beschreitet die Enkelin schattenhaftes Terrain.
Ein Haus an den Klippen, ein Vater, ein Sohn und ein Geschäft mit dem Eis. João Gonzalez’ atmosphärischer Animationsfilm entwickelt sich stilsicher zu einer Metapher über Familie.
An schweren Seilen, fest verankert im Stein des Felses, hängt ein Haus. Hoch oben in den Klippen, weit über der Stadt im Tal. Dort, in der Kälte, lebt ein Vater mit seinem Sohn. Regisseur João Gonzalez kommt in seiner 2D-Animation mit wenigen Farben aus. Umso atmosphärischer wirken seine Zeichnungen, mit den strengen Schatten und den extremen Kameraperspektiven. Ihm gelingt eine metaphorische Erzählung, die sich ohne Dialoge ganz auf ihren Sound und ihre Bilder verlassen kann.
Beim Versteckenspielen im dunklen Hof gruselt sich Vanja vor den vielen Schatten. Er verwandelt sich in einen gefährlichen Tiger und sieht: Selbst die Großen haben manchmal Angst!
„Grrr, ich bin ein Tiger!“ Vanja und seine große Schwester machen die Wohnung zum Dschungel. Dann bekommt Thea Besuch. Versteckenspielen geht auch zu dritt, meint Vanja. Er läuft in den Hof, in dem es dunkle Ecken, unheimliche Schatten und seltsame Geräusche gibt. Um die Angst zu überwinden, verwandelt er sich wieder in den gefährlichen Tiger – und sieht: Selbst die Großen fürchten sich manchmal!
Lina Dinkla
Credits
Regie
Marita Mayer
Kamera
Friedrich Schäper
Schnitt
Frédéric Schuld
Produktion
Fabian Driehorst, Lillian Løvseth
Co-Produktion
Lillian Løvseth, Anita Killi
Ton
Simon Bastian
Sound Design
Simon Bastian
Musik
Marius Kirsten
Animation
Carlo Palazzari, Alba Dragonetti, Florian Maubach, Hero Hendel, Lena Fraundienst, Sinéad Nolan, Friedrich Schäper
Filmvertrieb
Stine Wangler
Funding institution
MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, BKM, Kuratorium junger deutscher Film, FFA Filmförderungsanstalt, Østnorsk Filmsenter, Fond for Lyd og Bilde
Eine Gruppensexszenerie in der Schwulensauna wird zur real-surrealen Bühne für Begehren und Reflexionen: über sexpositive Räume, die eigene Lust und das eigene Moralempfinden.
Wir befinden uns mitten in einer Schwulensauna. Auf der Suche nach körperlichem Kontakt, abseits der Vorstellungen von bürgerlich-romantischer Liebe, sind wir Teil einer Gruppensexszenerie. Wir betrachten die Protagonisten, genauso wie sie uns. Der Schauplatz wird zur Bühne, real und surreal zugleich. Er fordert Reflexionen heraus: über sexpositive Räume, die eigene Lust und das eigene Moralempfinden.
Das brisanteste Thema im Vorkriegs-Kyjiw: die Macht der Bauunternehmer. Florian Jurjews Architekturvisionen, kontrastiert mit der Sturheit eines Geschäftsmannes à la Donald Trump.
Das brisanteste Thema im Vorkriegs-Kyjiw: die Macht der Bauunternehmer. Oleksiy Radynski erforscht den Gegensatz zwischen einem Architekten, der eines der bedeutendsten Gebäude in Kyjiw entwarf, und dem kapitalistischen Zynismus, der die Einzigartigkeit der Stadt ruiniert. Florian Jurjews Philosophie der Sterblichkeit einer Galaxie, der „schönen Null“, zu der wir alle zurückkehren werden, kontrastiert mit der lächerlichen und gefährlichen Sturheit eines Geschäftsmannes à la Donald Trump.
In den Tiefen und an den Peripherien von überwältigenden Panoramaaufnahmen tauchen wie kleine Punkte Personen auf. Die kolossale Landschaft wird zu einem unendlichen Raum der Angst.
Überwältigende Panoramaaufnahmen von Naturlandschaften werden von Verkehrsschneisen durchschnitten. In den Tiefen und an den Peripherien tauchen wie kleine Punkte Personen auf. Erst allmählich wird erkennbar, dass es sich dabei um Fliehende handelt. Aus der Mikrowelt erwachsen große Dramen, die kolossale Landschaft wirkt zunehmend erbarmungslos und wie ein unendlicher Raum der Angst.
Der erste jugoslawische Tonfilm von 1941: neu montiert, ergänzt und verfremdet durch Nazi-Wochenschauen und Aufnahmen von 1968, ironisch vom Spiel- zum Dokumentarfilm transformiert.
Der Spielfilm „Innocence Unprotected“ von Dragoljub Aleksić erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die mit einem scheußlichen reichen Mann zwangsverheiratet werden soll, während ihre wahre Liebe einem kühnen Akrobaten gilt. Dieser erste Tonfilm Jugoslawiens entstand 1941 im besetzten Belgrad und blieb durch die Zensur der Nazis unveröffentlicht. Dušan Makavejevs Dekonstruktion des skurrilen Werkes, das er 1968 neu montierte, teilweise handkolorierte, um deutsche Wochenschauen und aktuelle Aufnahmen mit den ehemals Mitwirkenden ergänzte und so in einen Dokumentarfilm gleichen Titels verwandelte, erhielt auf der Berlinale einen Silbernen Bären.
Kann ein Animationsfilm in Worte übersetzt werden, ohne die Komplexität des Visuellen zu beschneiden? Eine humorvolle und pointierte Untersuchung zum Thema Audiodeskription.
Was heißt es, einen Animationsfilm auch für Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit zugänglich zu machen? Kann eine Audiodeskription vermitteln, was auf der Bildebene passiert und, gerade beim Animationsfilm, oft ganz und gar der Fantasie entsprungen ist? Anne Isensee (Goldene Taube für „Megatrick“, 2017) widmet sich diesen komplexen Fragen mit viel Leichtigkeit, Humor und Wortwitz. Ihr gelingt eine konzentrierte filmische Untersuchung der Vielschichtigkeit von (jeder) Wahrnehmung.
Flirrende 8mm-Bilder verleihen unserer Gegenwart etwas Vergangenes. Für I.O, ein Mädchen aus einer zukünftigen Gesellschaft, sind sie Erinnerungen an die Welt vor dem Klimawandel.
Flugzeuge in allen Größen, Jahrmärkte, Leuchtreklamen, protestierende Menschen, sich amüsierende Männer, Frauen und Kinder, wüstenähnliche Landschaften, städtische Ansichten – die flirrenden 8mm-Bilder entwickeln einen eigentümlichen Sog. Sie kommen aus unserer Gegenwart, wirken dennoch seltsam weit weg, vergangen. Es handelt sich um das visuelle Tagebuch von I.O, einem Mädchen, das in einem zukünftigen Überwachungsstaat lebt und sich an die Welt vor dem Klimawandel erinnert.
An einem schönen Sommertag will Sven ihn endlich wagen: den Sprung vom Zehnmeterbrett. Aber erstmal noch duschen. Jetzt ist er soweit, wobei … vielleicht doch lieber morgen?
An einem wunderschönen Sommertag will Sven es endlich wagen. Er ist im Freibad, steht am Fuß der Leiter zum Zehnmeterbrett. Heute wird er springen. Jetzt! Oder vielleicht doch erstmal ’ne Portion Pommes essen? Und duschen müsste er vorher auch noch. Aber dann ist er soweit, wobei …? Oah nee, die Schlange hinter ihm wartet, es gibt kein Zurück. Sven klettert den Turm hinauf.