Die detailreich animierte Geschichte einer lebenslangen Täuschung: Tag für Tag serviert die Ehefrau Muckefuck aus Zichorie, obwohl der Mann nach echtem Kaffee verlangt.
Diese musikalische, detailreich umgesetzte 3D-Animation basiert auf einem slowenischen Volksmärchen. Erzählt wird die Geschichte eines Bauernpaares von der Hochzeit bis zum Tod – die Geschichte einer lebenslangen Täuschung: Tag für Tag serviert die Ehefrau Muckefuck aus Zichorie, obwohl der Rüpel von Mann nach echtem Kaffee verlangt. Alle wissen von dem Betrug, nur er bleibt ahnungslos.
Der jugoslawische Kameramann Stevan Labudović reiste 1959 nach Algerien. Seine Aufnahmen leisteten wertvolle Hilfestellung zur Unabhängigkeit von der französischen Kolonialmacht.
Was haben der algerische Befreiungskampf und Jugoslawien gemeinsam? Stevan Labudović. 1959 entsandte Tito höchstpersönlich seinen Lieblingskameramann nach Algerien. Der Widerstand gegen die französische Kolonialherrschaft brauchte die Augen der Welt, und der erfahrene Partisan Labudović half, sie zu öffnen: Seine Bilder straften die Propaganda der Besatzer und ihrer westlichen Alliierten Lügen. Dies ist ein Porträt von Mann, Mission und Zeit – als Film-, Ideologie- und persönliche Geschichte.
Drei Jahre lang, bis zur Ausrufung der Demokratischen Republik Algerien, stellte Labudović sich und seine Kamera in den Dienst des für die Unabhängigkeit streitenden Volkes. Mila Turajlić fand die damals entstandenen Wochenschauaufnahmen im Archiv von Filmske novosti in Belgrad, sie nahm Kontakt zu dem hochbetagten Pensionär auf, und sie folgte seiner Spur. Aus reichhaltigem Archivmaterial, Tagebucheinträgen von und Interviews mit Labudović, mit Zeitzeugen aus Jugoslawien, Algerien und New York, wo der junge Maghrebstaat wie zahlreiche andere frühere Kolonien um Aufnahme in die Vereinten Nationen rang, destilliert sie die verheißungsvollen Ursprünge einer Allianz, die am Anfang der Blockfreien-Bewegung stand, welche sich gegen die Dichotomie der Supermächte stellen sollte. So enthält die Verbeugung vor ihrem Landsmann Labudović zugleich weltpolitische Aktualität.
Christoph Terhechte
Credits
Regie
Mila Turajlić
Kamera
Mila Turajlić
Schnitt
Sylvie Gadmer, Anne Renardet, Mila Turajlić
Produktion
Carine Chichkowsky, Mila Turajlić
Ton
Aleksandar Protić
Musik
Troy Herion
Nominiert für:
MDR-Filmpreis,
Preis der Interreligiösen Jury,
FIPRESCI Preis
Weiche Lichtwolken drehen sich, fächern sich auf und wechseln ihr Farbkleid: Pawłowskis kosmische „Luxogramme“ existieren nur in der Projektion mit einem raffinierten Linsensystem.
Weiche Lichtwolken drehen sich, fächern sich auf und wechseln ihr Farbkleid: Pawłowski denkt mit seinen kosmischen „Luxogrammen“ den Serpentinentanz der Lumières radikal weiter und entmaterialisiert den Bewegungskörper. Er existiert weder auf einer echten Bühne noch in der Gestalt einer echten Tänzerin, sondern einzig und allein in der Projektion mit einem raffinierten System optischer Linsen.
Mila Turajlićs gefeierter Erstlingsfilm untersucht anhand der reichen, in Archiven bewahrten Filmgeschichte der Tito-Ära die Gründungs- und Selbstbehauptungsmythen Jugoslawiens.
Für den filmbegeisterten Marschall Tito, der seinen eigenen Vorführraum besaß und einen Projektionisten in Vollzeit beschäftigte, war das Kino auch ein Mittel, um das sozialistische Jugoslawien zu festigen. Die Filmemacherin Mila Turajlić wiederum, aufgewachsen in einem auseinanderbrechenden Staat, zieht in ihrem ersten langen Film den Reichtum und Glamour der jugoslawischen Kinematografie zu Rate, um die eigene Geschichte besser zu verstehen. In einer cleveren Montage von Interviews und Filmausschnitten erzählt sie von Nationenbildung und Bildern einer Nation, aber auch davon, wie der Untergang der Filmindustrie nach Titos Tod Vorbote des Untergangs ihres Landes wurde.
Eine VR-Erfahrung als psychologisches Experiment: Sie konfrontiert uns mit Gefühlen wie Frust, Hilflosigkeit, Überforderung, Wut und Trauer und entlarvt die Kontrolle als Illusion.
Die westliche Selbstoptimierungskultur basiert auf der Idee, alle Bereiche des Lebens kontrollieren zu können. Die VR-Erfahrung unterzieht uns einem psychologischen Experiment. Sie konfrontiert mit Gefühlen wie Frust, Hilflosigkeit, Überforderung, Wut und Trauer und zeigt so: Kontrolle ist eine Illusion. Stück für Stück werden wir von der physischen Aktivierung zur kontemplativen Wahrnehmung geführt.