In den Überresten einer Radiostation der niederländischen Kolonialherren auf Java trifft das Konzept linearer Zeit auf lokale Geschichte und ein Berg auf Träume von Geoengineering.
Auf dem Puntang-Berg auf Java errichteten die Niederländer mithilfe von einheimischen Zwangsarbeitern 1923 eine Radiostation. 2.000 Meter lange Drahtseile zwischen zwei Bergrücken sollten Nachrichten vom damaligen Niederländisch-Ostindien ins 12.000 Kilometer entfernte Europa übersenden. Eine spekulative und poetische Untersuchung der Überreste von Radio Malabar – in der Erde, im Berg, in Träumen des Geoengineering, in der lokalen Geschichte.
Eine augenzwinkernde Umschreibung und Dekolonisierung der Filmgeschichte: 1901 entsteht vermeintlich der erste animierte Stummfilm in Chile. Stop-Motion-Technik, makaber inszeniert.
Englisch, deutsche Untertitel für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit
Mit Referenz auf Władysław Starewiczs Trickfilmexperimente mit Insekten entwickelt das chilenische Künstlerduo León und Cociña ein fiktionales Gegennarrativ zur Stop-Motion-Technikgeschichte – und die Vision eines von Autokraten befreiten Chile. Ein bezopftes Mädchen in Puppengestalt geht souverän mit Überresten der autoritären Machttradition um: in Form von makaber inszenierten Körperteilen zweier symbolhafter Vertreter der Oligarchie und der Diktatur Pinochets – Diego Portales und Jaime Guzmán.
Die letzte Archivarin sichert Artefakte einer Zivilisation, die draußen in der realen Welt in sich zusammenbricht. Eine Doku-Science-Fiction im Spannungsfeld von Bild und Ton.
Fotografien werden entstaubt, Schallplatten gereinigt, Bücher von Ungeziefer befreit und alles digitalisiert für die Ewigkeit. Zu den nüchternen Aufnahmen gewissenhafter Archivarbeit aber tritt die Stimme einer jungen Frau, die vom Zusammenbruch der Zivilisation berichtet, deren fragile Artefakte sie als letzter im „Kongress“ verbliebener Mensch sichert. Im Spannungsfeld zwischen Bild und Ton tut sich Raum auf für unsere Fantasie.
Ein stotternder Junge verwandelt eine iranische Küche in eine fantastische Welt, und eine ausgelassene Animation mit realen Einsprengseln ironisiert eingefahrene Familienmuster.
Ein stotternder Junge verwandelt eine iranische Küche in einen fantastischen Kosmos. Der Körper des Vaters wird zum Kühlschrank, der Bauch der Mutter zur Waschmaschine, die ein laut schreiendes Baby im Schleudergang zur Welt bringt. Auch Vögel an den Kacheln und Reinigungsmittel haben ein überraschendes Eigenleben. Die ausgelassene Animation mit realen Einsprengseln – Spiegeleier, zerbrochene Teller, Schachfiguren – entwickelt einen hintersinnigen Witz und ironisiert eingefahrene Familienmuster.