Wie sehen zukünftige urbane Lebensräume aus? Die VR-Erfahrung macht aus Kinderfantasien begehbare Stadtszenarien – alternative Architekturen für die Gesellschaften von morgen.
Wie sehen zukünftig urbane Lebensräume aus? Und wie gestalten sie sich, wenn sie durch die Vorstellungskraft von Kindern inspiriert sind? 250 Kinder ließen ihre Fantasie zur Stadt von morgen spielen. Auf dieser Grundlage entwirft die VR-Erfahrung begehbare Szenarien. Die Arbeit ist Teil einer laufenden interdisziplinären Kollaboration, die neue Konzepte für sich verändernde Gesellschaften entwickelt.
Lars Rummel
Credits
Produktion
Ioana Mischie, Sorin Baican
Co-Produktion
Mircea Olteanu, Horia Spirescu, Vivek Reddy, Călin Bogdacenco
Produktionsfirma
Noe-Fi Studios, SeeThree, Studioset, Storyscapes
Schnitt
Bogdan Jugureanu
VR Entwicklung
Andrei Păun, Minodora Toma, Andrei Bîrsan, Horia Spirescu, Dimitrie Grigorescu
Interaktives Design
Abhinav Sonowal, Vivek Anand, Adrian Tăbăcaru
3D-Künstler*in
Alexandru Pop
Ton
Andrei Nechifor, Ina Bozdog
Buch
Ioana Mischie, children of “Government of Children ”
In den Überresten einer Radiostation der niederländischen Kolonialherren auf Java trifft das Konzept linearer Zeit auf lokale Geschichte und ein Berg auf Träume von Geoengineering.
Auf dem Puntang-Berg auf Java errichteten die Niederländer mithilfe von einheimischen Zwangsarbeitern 1923 eine Radiostation. 2.000 Meter lange Drahtseile zwischen zwei Bergrücken sollten Nachrichten vom damaligen Niederländisch-Ostindien ins 12.000 Kilometer entfernte Europa übersenden. Eine spekulative und poetische Untersuchung der Überreste von Radio Malabar – in der Erde, im Berg, in Träumen des Geoengineering, in der lokalen Geschichte.
Theresienstadt. Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet
Kurt Gerron, Karel Pečený
In Fragmenten überlieferte NS-Propaganda, die das Lager als Ruhesitz für jüdische „Aussiedler“ inszeniert. Der Häftling und zwangsverpflichtete Co-Regisseur Kurt Gerron starb im Gas.
Theresienstadt. Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet
Theresienstadt. Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet
Kurt Gerron, Karel Pečený
Retrospektive 2021
Dokumentarfilm
Deutschland
1944
17 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Ein nur in Fragmenten überlieferter NS-Propagandafilm, der seine Wirkung nie „erproben“ konnte. Erst intensive Forschungen identifizierten die verstreuten Reste, berichtigten den kolportierten Titel „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“ und klärten, wer den ursprünglich etwa 90-minütigen Betrugsversuch vor dessen Verschwinden überhaupt hatte sehen können. Die avisierte internationale Öffentlichkeit war 1944/1945 nicht mehr zu erreichen. Aber wäre sie von dem hier inszenierten Ruhesitz für „ausgesiedelte“ Jüdinnen und Juden überzeugt gewesen? Kurt Gerron, Film- und Theaterberühmtheit, im Getto interniert und als Co-Regisseur zwangsverpflichtet, wurde noch 1944 nach Auschwitz deportiert und vergast.
Sylvia Görke
Credits
Regie
Kurt Gerron, Karel Pečený
Buch
Kurt Gerron
Kamera
Ivan Fric, Čeněk Zahradníček, Josef Cepelak, Karel Pečený
Die fiktive Geschichte eines wissenschaftlichen Versuchs: Der Forscher Roderick Norman extrahiert Träume aus einem Skelett. Dabei ergeben sich Fragen zur geschlechtlichen Identität.
Wie sind wir durch unsere DNA geprägt? Der 360°-Film erzählt die Geschichte des fiktiven Forschers Roderick Norman. Er versucht, Träume aus einem nicht identifizierten Skelett zu extrahieren, die in den Bauplan der Körperruine eingeschrieben sind. Die Schwarz-Weiß-Collage aus Text, 3D-Bildern und traditionellen Filmaufnahmen stellt unser herkömmliches Verständnis von Geschlecht und Identität infrage.
Lars Rummel
Credits
Produktion
Le Fresnoy – Studio national des arts contemporains
Co-Produktion
Caza d’Oro – Centre International d'Art Contemporain
Zum Trost für die kleine Schwester schenkt ihr der Bruder jeden Tag „tò he“, ein traditionelles Spielzeug aus Klebreispulver. Eine farbenfrohe, fantasievolle Geschichte aus Vietnam.
Zwei Geschwister, ein Junge und ein Mädchen, spielen gemeinsam. Sie verabschieden den Vater, der in den Krieg ziehen muss. Um die Schwester zu trösten, schenkt ihr der große Bruder jeden Tag „tò he“, ein traditionelles Spielzeug aus Klebreispulver. Bis eines Tages der Vater wieder zurückkehrt. Eine farbenfroh und fantasievoll animierte Geschichte aus Vietnam.
Senos botanischer Essay führt über Fotografien aus der amerikanischen Kolonialzeit auf den Philippinen, über Mensch und Natur, zum Zusammenhang von Fotografie und Kolonialismus.
deutsche Untertitel für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit
Bäume und andere Gewächse während der amerikanischen Kolonialherrschaft auf den Philippinen, fotografiert aus Sicht der Mächtigen. Die Bilder dokumentieren nicht nur die reiche Flora, sie kategorisieren und klassifizieren die Ressourcen der Kolonie. Der Wald wird Inventar. Von Topfpflanzen zu Sägewerken, von Abholzung zu Wiederaufforstung führt Shireen Seno in ihrem Essay zum Wesen der Fotografie selbst – und zum Kolonialismus. Denn beiden scheint es immer auch darum zu gehen, etwas zu pflücken.
Muster, Gesichtsprofile, Buchstaben – die Fotozelle des Kinoprojektors übersetzt Moholy-Nagys „tönende Handschrift“ auf der Lichttonspur des Films in elektronische Geräusche.
Kaum war die Lichttontechnik erfunden, schon wurde sie anders verwendet als gedacht. Geometrische Muster, verschlungene Linien, Gesichtsprofile und Buchstaben statt Sprachaufnahme und Musik – Moholy-Nagy gestaltet einfallsreich die optische Tonspur des Films. Die Fotozelle des Kinoprojektors übersetzt seine „tönende Handschrift“ in elektronisches Brummen und Piepen, entlang und neben der Tonleiter.