Vogelgezwitscher, dazu mäandernde Linien, mal solo, mal als Schwarmbewegung. Im permanenten Formenwandel tauchen flüchtig eine Parklandschaft, eine Treppe, ein Mann mit Hund auf.
Vogelgezwitscher, dazu mäandernde Linien, mal solo, mal als Schwarmbewegung. Mittendrin tauchen vermeintlich und flüchtig eine Parklandschaft, eine Treppe, ein Mann mit Hund auf. In Robert Breers minimalistischer Zeichenanimation fallen Abstraktion und Figürliches kurz zusammen und wieder auseinander. Der permanente Formenwandel geschieht in der Pulsfrequenz des in der Natur aufgenommenen Vogelgesangs.
Impressionen einer imaginären Stadt, gefilmt vor dem Hintergrund chinesischen Globalisierungseifers: Sinnzusammenhänge und geografische Grenzen verwischen, konstituieren sich neu.
Der Bericht einer Reise durch eine imaginäre Stadt, gedreht entlang der neuen Handelsrouten Chinas. Gleich dem fiktionalisierten Marco Polo aus Italo Calvinos „Die unsichtbaren Städte“ erzählt der Reisende des Films von Welten, die den uns bekannten Orten ähneln und doch ihren eigenen, manchmal unglaublich scheinenden Regeln folgen. Die Beobachtungen verdichten sich zu einer Meditation über das Wesen von Städten und die Transformation des Globalisierungsbegriffs.
Gedämpft dringt die Stimme des fremden Besuchers zu uns, als käme sie aus jener Höhle, deren Innenansichten den Film eröffnen. Immer wieder wandert der Blick dorthin zurück – doch die fluoreszierenden Felswände verwandeln sich bald in das Funkeln ferner Galaxien, die Enge der Höhle untrennbar von der Weite des Weltalls. Es ist ein Sinnbild für die den Film durchziehende Entkopplung von Zeichen und Bedeutung, von „echt“ und „falsch“, von Sinneseindrücken und ihrer eindeutigen geografischen Zuordnung: Daft Punk performen vor einem chinesischen Einkaufszentrum; der Eiffelturm steht zunächst in einer Wohnsiedlung, dann, auf einen Bruchteil seiner Größe zusammengefaltet, in Sichtweite zu Big Ben und Tower Bridge.
Vermittelt durch innovative Musik und Originalton-Zitate entspinnt sich zwischen einem Mahnmal an die Verbrechen des Nationalsozialismus und den Betrachtern ein verstörender Dialog.
Eine innovative Annäherung an das Thema Nationalsozialismus unter Verwendung einer Komposition von Georg Katzer, DDR-Pionier der Neuen Musik. Die Soundebene – akustische Verzerrungen und Originaltöne führender Vertreter des Dritten Reiches – dominiert. Demgegenüber stehen minimalistisch gestalteten Bilder. Ein Dialog zwischen Betrachtern und Mahnmal entspinnt sich im Schuss-Gegenschuss-Verfahren.
Isabela Bianchi , Ignacio Ruiz Gómez, Pablo Adiego Almudevar, María Gómez
Madrid heute, aus der Sicht einer soziologischen Studie von 1901: kriminelles, tätowiertes, queeres Leben überall. Eine humorvolle, verspielte Eloge auf die Widerspenstigkeit.
Isabela Bianchi , Ignacio Ruiz Gómez, Pablo Adiego Almudevar, María Gómez
Wettbewerb um den Publikumspreis Kurzfilm 2021
Dokumentarfilm
Spanien
2021
13 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch, deutsche Untertitel für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit
Madrid 2020 aus Sicht von vor über hundert Jahren. Eine „psycho-soziologische Studie mit Zeichnungen und Fotografien aus dem echten Leben“ von 1901 gibt Aufschluss über die Arten verschiedener „Nichtsnutze“: Kriminelle, Parasiten, Outcasts und Homosexuelle bevölkern die Stadt. Humorvoll und kritisch zugleich untersucht der Film Architektur, Gesellschaftsstruktur und Kategorien des Außenseitertums. Dabei entsteht eine verspielte Eloge auf die Widerspenstigkeit.
Marie Kloos
Credits
Regie
Isabela Bianchi , Ignacio Ruiz Gómez, Pablo Adiego Almudevar, María Gómez
Buch
Isabela Bianchi , Pablo Adiego Almudevar, Ignacio Ruiz Gómez, María Gómez
Beatriz Ferreyra betritt einen Raum und bleibt bereits an der Tür begeistert stehen. Die argentinische Pionierin der Musique concrète komponiert mit Geräuschen des Alltags.
Beatriz Ferreyra betritt einen Raum und bleibt bereits an der Tür begeistert stehen: „Was die alles für Geräusche macht, nieauououa!“ Die argentinische Komponistin und Pionierin der Musique concrète sammelt Laute von Alltagsgegenständen. Aura Satz’ minimalistisches Porträt begleitet die Soundjägerin bei ihrer Arbeit, zeigt ihre Gesten sowie ihre immer noch große Entdeckungslust beim Arrangement der Klänge.
A washing machine less ordinary: Die Klänge eines Vollautomaten verzaubern in einem schwungvollen Musikvideo mit Animation und Werbefilmzitaten, das uns allen Wäschesorgen entrückt.
A washing machine less ordinary: Das Elektronikduo Matmos klopft die „Ultimate Care II“ von Whirlpool auf ihre Musiktauglichkeit ab und verschränkt die Klänge von Gehäuse, Waschvorgang und Schalterklick zum Beat. Mit Animation, optischen Effekten und Werbefilmzitaten aus der Zeit des Durchbruchs der Vollautomaten entstand dazu ein schwungvolles Musikvideo, das uns allen Wäschesorgen entrückt.
Ein Rhythmusfragment wird zum Perkussionsensemble ohne einen einzigen identischen Loop. Kacheln wuchern zu Mustern, die sich nie ganz gleichen. Unendlichkeit in animierten Beats.
Der Mathematiker Penrose entdeckte 1974 Kachelpaare, die eine unendliche Ebene ohne sich wiederholende Muster bilden. Davon inspiriert, komponiert Max Cooper aus dem Rhythmusfragment eines Instruments ein Perkussionsensemble ohne einen einzigen identischen Loop. Jessica In animiert dazu Kachelornamente ohne Symmetrien, die wie ein Mandala wirken und die Idee des Unendlichen visualisieren.
Maxim verlor er bei einem Unfall beide Beine und legt alle Wege auf dem Skateboard zurück. Sein Trainer hat eines Tages eine Überraschung für ihn. Doch geht das ohne Beine?
Maxim lebt mit Mutter und Schwester in Sankt Petersburg. Wie viele andere Kinder skatet er für sein Leben gern. Mit einem Unterschied: Maxim verlor bei einem Unfall beide Beine und bestreitet auch seinen Alltag auf dem Skateboard. Irgendwann einmal würde er gern bei den Paralympics teilnehmen. Als sein Trainer eine Überraschung für ihn hat, ist er unsicher, ob das ohne Beine zu schaffen ist.
Die junge Französin Cléo Cohen in der Identitätskrise: Ist sie Jüdin? Araberin? Im Klaren scheinen sich selbst ihre Großeltern nicht. Cléo ringt um das Klare: intensiv, spielerisch.
Englisch, deutsche Untertitel für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit
Die Regisseurin unternimmt den Versuch einer Selbstverortung. Denn in Cléo Cohen, einer jungen Französin, haben historische Erosionen in Gesellschaft und Politik zu einer Identitätskrise geführt. Ist sie Araberin? Jüdin? Mithilfe ihrer Großeltern, die allesamt als Juden aus dem Maghreb nach Frankreich emigrierten, ringt sie um Klärung. Die Befragungen sind spielerisch, aber bestimmt. Cléo weckt Erinnerungen, konfrontiert, sinniert in der Badewanne.
Ob sie „sedje“ sei, fähig zu heiraten, will sich Cléo bei ihrer Großmutter Flavie vergewissern. Diese reagiert ausweichend. Ihre Schwester wäre es in jedem Fall, findet Flavie. Und auch Cléo wisse ungefähr, wie man Dinge bewerkstelligt. Doch ganz überzeugt wirkt sie nicht. Cléo Cohen steckt mitten in einem Findungsprozess. Ihre Großeltern spielen eine Rolle dabei. Kamen die einen als algerische Juden nach Frankreich, übersiedelten die anderen aus dem Nachbarland Tunesien, ebenfalls als Juden. Cléo ist verwirrt. Die Muttersprache von Denise etwa ist Arabisch, sie beherrscht die arabische Küche, doch Araberin ist sie keine? Mit allen führt sie Gespräche, drängt sich forsch, aber herzlich in die Vergangenheit. Sie liest die Schriften von Albert Memmi, der als Sohn jüdischer Eltern unter der französischen Kolonialherrschaft in Tunis aufwuchs; sie hört den Song „Juifs arabes“ von Philippe Katerine. Sie reist nach Tunesien.
Wenn Kindheit ein Ort ist: Wie fühlt man sich dort, was gibt es zu entdecken? Eine dokumentarische Reise in kindliche Köpfe, auf eigene Planeten und in persönliche Wunderkammern.
Vier Kinder von 12 bis 14 Jahren weihen uns ein in ihre Geheimnisse und Wünsche. Sie sprechen darüber, was ihr Leben prägt: Freundschaft, aber auch Mobbing und Ausgrenzung. Liebe, aber auch der Kampf mit Vorurteilen. Ein fantasievoller, sehr musikalischer, gemeinsam mit den Kindern gestalteter Film, der die Welt aus ihrer Sicht zeigt – ungeschönt schön, idealistisch und radikal ehrlich.
Luc-Carolin Ziemann
Credits
Regie
Susanne Kim
Buch
Joline, Elias, Wisdom, Roya, Susanne Kim
Kamera
Emma Rosa Simon
Schnitt
Marion Tuor
Produktion
Holm Taddiken
Co-Produktion
KiKA, Alexander Herrmann
Ton
Lukas Scheigenpflug, Christoph Fleischer, Daniel Fischer
Jüdische Friedhöfe in Berlin erinnern an Menschen und all jene Orte, an denen sie ausgelöscht wurden. Die antisemitischen Grabschändungen in Ostberlin wollte man auch auslöschen.
Nach dem Studium an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg drehte Karlheinz Mund diese dokumentarische Begehung jüdischer Friedhöfe in Berlin. Die Grabsteine bewahren die Namen berühmter und unbekannter Menschen vor dem Vergessen. Sie bewahren ihre Sterbeorte, die zwischen Berühmten und Unbekannten keinen Unterschied machten: Auschwitz, Mauthausen. Als die Westdeutschen Kurzfilmtage Munds Film zu sich einluden, erwirkten die zuständigen Gremien dann doch eine Unterscheidung: Die der westdeutschen Presse entnommenen Bilder von antisemitischen Grabschmierereien durften bleiben, die in Ostberlin gefilmten Aufnahmen gleichen Inhalts mussten für die Kinozulassung in der DDR weichen.
Unter Berufung auf das revolutionäre Erbe der deutschen Bauernkriege im 16. Jahrhundert gestaltet die SED die Gesellschaft mit Unterstützung der Sowjetunion um.
Was 400 Jahre zuvor in den deutschen Bauernkriegen nicht zum Erfolg geführt hatte, schafft das unverbrüchliche Band mit der Sowjetunion anno 1945: Unter widrigen Umständen bauen Arbeiter und Bauern einen sozialistischen Staat auf. 1970, im Entstehungsjahr dieses Films, versichert sich die SED ihres aus der Vergangenheit begründeten Führungsanspruchs – sie geht voran auf dem „Weg vom Ich zum Wir“.
Ein „kinematografisches Bild Niederländisch-Indiens 1912 – ca. 1933“, montiert aus stummem Filmmaterial der Kolonialherren, lernt sprechen: in den Geschichten der Kolonialisierten.
Als „kinematografisches Bild Niederländisch-Indiens 1912 – ca. 1933“ bezeichnet Vincent Monnikendam seinen Archivfilm im Nebentitel. Damit nähert er sich der umständlich-buchhalterischen Sprache der niederländischen Behörden, in deren Auftrag das von ihm remontierte Filmmaterial seinerzeit entstand. Er verdichtete rund 280.000 Meter Nitrofilm, professionell gedreht, aber weitgehend roh belassen, zu einer Kompilation über die indigenen Menschen und ihre zugereisten Herrscher in der ehemaligen Kolonie. Das ursprünglich stumme Material wird beredt – nicht durch einen einordnenden Kommentar, sondern in den Liedern und Geschichten der Kolonialisierten. Die Bilder bleiben unverändert. Aber lesen muss man sie neu.
Jane muss Weihnachten bei ihrer Großmutter auf dem Land verbringen: Wie langweilig! Doch allen Widrigkeiten zum Trotz entpuppen sich die Ferien als ein echtes Abenteuer.
Die Mutter von Jane macht eine schwere Zeit durch und eröffnet ihr, dass sie diese Weihnachten bei ihrer Großmutter „Zwiebel“ auf dem Land verbringen muss. Keine Widerrede. Jane hat dazu überhaupt keine Lust: Wie langweilig! Doch allen Widrigkeiten zum Trotz entpuppen sich die Ferien als ein echtes Abenteuer. Jane lernt neue Freunde kennen und beginnt, sich anderen zu öffnen.
Heute kommt es zum Derby zwischen dem FC Cubs und dem FC Tigers. Die Katzen müssen sich gegen die Tricks des gerissenen Scallywag wehren. Knallbunter Zeichentrick aus Slowenien.
Heute kommt es zum großen Derby zwischen dem FC Cubs und dem FC Tigers. Wenn der bullige Cheeky im Tor steht, ist der Sieg für die Kätzchen praktisch garantiert. Doch ihr Plan wird von dem gerissenen Scallywag durchkreuzt. Reichen seine Tricks aus, um den Sieg zu erringen? „Muri the Cat“ ist eine Miniserie, die auf slowenischen Kinderbüchern basiert: knallbunt und quietschvergnügt.
Eine türkische Frau geht als Gastarbeiterin nach Deutschland – zunächst ohne ihre Kinder. Die jüngste Tochter der Familie erzählt, wie es ist, ohne Mutter aufzuwachsen.
Um als Gastarbeiterin Geld zu verdienen, wandert eine türkische Frau in den 1970er Jahren nach Deutschland aus. Ihre Kinder müssen bei den Großeltern bleiben, und es dauert einige Jahre, bis die Mutter sie zu sich holen kann. In der Erinnerung fühlt sich diese Zeit fast unerträglich und unendlich an. Özgür, die jüngste Tochter der Familie, erzählt, wie es ist, ohne Mutter aufzuwachsen.