Eine alte Frau in ihren letzten Tagen bildet das Zentrum der Aufmerksamkeit für ihre Familie. Doch sie verblasst hinter der Fürsorge von Mann und Tochter, die eigene Probleme haben.
Sie bildet das Zentrum der Aufmerksamkeit, aber ist erschöpft vom Leben. Eine alte Frau in ihren letzten Tagen, bettlägerig und körperlich zu schwach, um zu ihrem Mann und ihrer Tochter sprechen zu können. Und so verblasst ihre Persönlichkeit hinter der Fürsorge ihrer Angehörigen und deren eigenen Problemen. Julia Orlik rückt die Frau mit berührender Puppengestaltung und einem minimalistischen Konzept auf beeindruckende Weise wieder in den Vordergrund.
Als das Künstlerduo Karnapke und Johnson mitten in einem Projekt durch Covid-19 getrennt wird, entsteht eine Korrespondenz über den ständigen Wandel, in dem wir leben.
Als das Künstlerduo Karnapke und Johnson mitten in einem Projekt durch Covid-19 getrennt wird, entsteht eine Korrespondenz über den ständigen Wandel, in dem wir leben. Die darauf basierende VR-Erfahrung ist eine begehbare Meditation: über Realität, über Normalität und über die Vorzeichen, die den Regelfall von der Ausnahme unterscheiden, visualisiert in einem Raum aus unzähligen Partikeln.
Der sechs Jahrzehnte andauernde Wandel eines Häuserblocks, gezeigt anhand von kunstvoll montierten Archivaufnahmen. Von der Schönheit und Traurigkeit des menschengemachten Zerfalls.
In einem Augenblick – so der Titel des Films – vergehen 66 Jahre, zerfallen sieben Jahrhunderte aus Stein und anstelle einer Kirche entsteht eine Sparkasse. Aufgeteilt in sechs Kapitel und zwei halbe gelingt Jorge Moneo Quintana ein Kunststück in Sachen Archivarbeit, Montage und Tongestaltung. Organisch fügen sich die Bilder des in Wandlung befindlichen Häuserblocks aneinander und lassen das Publikum in ein angenehm nüchternes Nachdenken über die Schönheit und Traurigkeit von Zerfall versinken.
Bei einem Streifzug durch den Wald durchbrechen Videofarbsäume die Schatten des Blätterdachs. Halluzinogene Datenfehler ziehen wie Rakel über eine verworfene Malschicht.
Bei einem Streifzug durch den Wald durchbrechen Videofarbsäume die Schatten des Blätterdachs. Wettergrollen und Vogelzwitschern breiten sich intensiv rot als Pixelmoosteppich aus. Aus der Ferne schleichen sich Ambient-Klänge heran und filtern die Bildwelt. Halluzinogene Datenfehler ziehen wie Rakel über eine verworfene Malschicht. Der Wald wird zu einer Kathedrale für Augen und Ohren.
Bild für Bild blättert sich eine Tochter durch das Familienalbum: Eltern, Geschwister, Feiern, Ausflüge. Das Salz, das Gift hinter der Normalität schmeckt man in ihren Kommentaren.
Klick, Bildwechsel, klick, Bildwechsel. Die Erzählerin stellt ihre Familie in Schnappschüssen vor: der Vater in jung, die im Sessel posierende Mutter, Geschwister, Geburtstage, Ausflüge, das Übliche. Doch in die albumhaft aufgeblätterte Normalität kommt durch die Kommentare der zurückblickenden Tochter etwas hintergründig Versalzenes, vielleicht sogar Vergiftetes. Winzige Kränkungen häufen sich zu Traurigkeit. Da tut es (fast) nichts zur Sache, dass hier von einer Faultierfamilie die Rede ist.
Der große Sandmann betört seine Klientel mit Schlummerkörnern, während emsige Helferlein Kissen aufschütteln, damit alle, die vom Schlaf befallen werden, auch weich gebettet sind.
Der Tag geht zur Neige und die Welt ist erschöpft. Die Stunde des großen Sandmanns hat geschlagen. Er betört seine Klientel mit Schlummerkörnern, während emsige Helferlein Kissen aufschütteln, damit alle, die vom Schlaf befallen werden, auch weich gebettet sind. Irgendwann spürt dann vielleicht ein jeder Mensch, dass es mehr Ding’ zwischen Nacht und Tag gibt, als unsere Schulweisheit sich träumt.