Filmarchiv

Filmstill The Diffusion Pilot

The Diffusion Pilot

The Diffusion Pilot
Aurelijus Čiupas
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2024
Animationsfilm
Estland
2024
7 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch
Hinein in einen Sternenhimmel, voll mit bunten Punkten! Die Propeller sind angeworfen. Begleitet vom Brummen und Aufheulen des Motors startet die Maschine. Ihre live zu verfolgende Mission: Bilder vergleichen, aussortieren, übereinanderlegen, eine visuelle Wirklichkeit aus Dots und Pixeln kreieren. Ein Park wird gewünscht, aber mit wie vielen Bäumen? Ein fesches Auto wird erträumt, aber welche Karosserie ist schnittig genug? Die vom Piloten durchgegebenen Variablen bestimmen, was auf dem Monitor erscheint – Skulpturen aus Möglichkeiten oder Plastiken aus gemorphten Versatzstücken. Der Tank ist gefüllt mit Millionen von immer weiter nachfließenden Bildern für unendlich viele Kombinationen. Doch wer steuert eigentlich die einzuschlagende Flugroute?
Wohlbedacht, durchaus auch mit Augenzwinkern geht Aurelijus Čiupas in seinem kurzen Filmessay ethischen und philosophischen Fragen nach. Was kann und soll Animation, die mittels künstlicher Intelligenz nach dem Diffusionsmodell generiert wird? Der Pilot Čiupas verordnet der Maschine „eine Art artifizielle Demenz“. Man kann ihr beim Zur-Ruhe-, Zur-Entrückung-Kommen wahrlich zuschauen. Die Bildwelt löst sich wieder im Kosmos bunter Punkte auf.
André Eckardt

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Aurelijus Čiupas
Schnitt
Aurelijus Čiupas
Produktion
Lyza Jarvis
Ton
Aurelijus Čiupas
Animation
Aurelijus Čiupas
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Re-Visionen 2020

The Institute of the Dream

Mati Kütt
Der große Sandmann betört seine Klientel mit Schlummerkörnern, während emsige Helferlein Kissen aufschütteln, damit alle, die vom Schlaf befallen werden, auch weich gebettet sind.
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The Institute of the Dream

Une instituut
Mati Kütt
Re-Visionen 2020
Animationsfilm
Estland
2006
11 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Der Tag geht zur Neige und die Welt ist erschöpft. Die Stunde des großen Sandmanns hat geschlagen. Er betört seine Klientel mit Schlummerkörnern, während emsige Helferlein Kissen aufschütteln, damit alle, die vom Schlaf befallen werden, auch weich gebettet sind. Irgendwann spürt dann vielleicht ein jeder Mensch, dass es mehr Ding’ zwischen Nacht und Tag gibt, als unsere Schulweisheit sich träumt.
Ralph Eue

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Mati Kütt
Buch
Mati Kütt
Kamera
Urmas Jõemees
Schnitt
Mati Kütt, Urmas Jõemees
Produktion
Nukufilm
Ton
Horret Kuus
Musik
Andres Tenusaar
Animation
Märt Kivi
Filmstill The Last Relic

The Last Relic

Viimane reliikvia
Marianna Kaat
Panorama: Mittel- und Osteuropa 2023
Dokumentarfilm
Estland,
Norwegen
2023
104 Minuten
Russisch
Untertitel: 
Englisch

In den vorbeifahrenden Bussen und Straßenbahnen schauen die Leute ungläubig aus den Fenstern. Der Gegenschuss zeigt eine Protestmenge. Zwei Dutzend Menschen vielleicht, ein paar mit Schildern, einer schreit: „Putin in den Knast!“ Es ist ein symbolisches Bild vom dürftigen Zustand der russischen Opposition – im Jahr 2017, der Angriffskrieg gegen die Ukraine liegt noch in der Zukunft. Über einen Zeitraum von mehreren Jahren porträtiert „The Last Relic“ Personen aus unterschiedlichen oppositionellen Gruppen: ein Student vom marxistisch-leninistischen „Linken Block“ ist dabei, ein Lehrer mit Sympathien für Nawalny, ein Baggerfahrer fordert die Umverteilung der Ressourcen. Es fehlt diesen Aktivist*innen an Unterstützung, an Mut jedoch nicht. Einer kommt aus der Haft und hat einen Hungerstreik überlebt. Die anderen müssen jeden Moment selbst mit einer Anklage rechnen.

Die Ural-Metropole Jekaterinburg ist Schauplatz dieses Films. Der Großteil der Menschen dort, so verkündet ein Insert, träume von der „Rückkehr zu imperialem Ruhm“. Die estnische Regisseurin Marianna Kaat, geboren 1965, hat noch einen beträchtlichen Teil ihres Lebens im sowjetischen Imperium verbracht. Sie inszeniert die Mehrheitsgesellschaft auf Militärparaden als uniforme Menge und kontrastiert sie mit den Individuen der Opposition. Nur wenige Filme bieten solche Einblicke in deren fortdauernde prekäre Lage.

Jan-Philipp Kohlmann

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Marianna Kaat
Buch
Marianna Kaat
Kamera
Kacper Czubak
Schnitt
Jesper Osmund
Produktion
Marianna Kaat
Co-Produktion
Mette Cheng Munthe-Kaas, Tobin Auber
Ton
Boris Frolov
Sound Design
Israel Banuelos
Musik
Lauri-Dag Tüür
Filmvertrieb
Anja Dziersk
Ausgezeichnet mit: MDR-Filmpreis