Filmarchiv

Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2024

The Brown Dog

Nadia Hallgren, Jamie-James Medina
Eine kalte Winternacht. Gehüllt in Coolness zieht Wachmann Nobody seine einsamen Runden ums Karree, hängt seinen dahintreibenden Gedanken über das Leben nach – Melancholie mit Straßenhaftung.
Filmstill The Brown Dog
Filmstill The Brown Dog

The Brown Dog

The Brown Dog
Nadia Hallgren, Jamie-James Medina
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2024
Animationsfilm
UK,
USA
2024
14 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Die Winternacht tut ihre letzten Atemzüge im milchigen, bernsteinfarbenen Licht der Straßenbeleuchtung. Schneeflocken rieseln herab, die Kamera kreist langsam um eine kleine Wachstube in einer Einfahrt. Auf dieser einsamen Insel sitzt Nacht für Nacht: Nobody. Als Wachmann in der Kälte garantiert er die Sicherheit der warmen Wohnungen und die ihrer Besitzer*innen. Er übersteht die Zeit mit einem unwilligen Ölradiator, einem Kalendermädchen auf grüner Wiese und seinen dahintreibenden Gedanken. Als Seismograf der Lebensbetrachtungen und Nachtrunden ums Karree dienen seine Dienstprotokolle. Nobody ist in eine über lange Zeit gewachsene Hülle der Coolness gepackt, die es ihm schwer macht, auf ein seltenes Lächeln so zu reagieren, wie er es im Herzen gern möchte.
Nadia Hallgren und Jamie-James Medina kondensieren eine autobiografische Kurzgeschichte des Künstlers und Musikers Willis Earl Beal aka „Nobody“. Der 2021 verstorbene Schauspieler Michael K. Williams lieh dem Selbstgespräch seine Stimme und gibt ihm den übernächtigten, melodischen Sound. In dem sehr filmischen, melancholischen Stück im Schwebezustand öffnet Beiläufiges einen philosophischen Kosmos. Doch der gedankliche Ausflug schlägt stets wieder auf dem Asphalt des Parkplatzes vor dem Wohnblock auf.
André Eckardt

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Regie
Nadia Hallgren, Jamie-James Medina
Buch
Willis Earl Beal
Schnitt
Spencer Campbell
Produktion
Michael Stirton, Jamie-James Medina, Nadia Hallgren
Ton
Machine Sound
Sound Design
Michalis Anthis
Musik
Tyshawn Sorey
Animation
Fons Schiedon
Filmvertrieb
Brian Newman
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm 2022

The Debutante

Elizabeth Hobbs
Eine junge Frau bittet eine Hyäne, ihren Platz bei einem ihr zu Ehren ausgerichteten Dinner mit anschließendem Tanz einzunehmen. Das Vorhaben erfordert Kunstfertigkeit und Gewalt.
Filmstill The Debutante
Filmstill The Debutante

The Debutante

The Debutante
Elizabeth Hobbs
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm 2022
Animationsfilm
UK
2022
8 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Eine junge Frau bittet eine Hyäne, ihren Platz bei einem ihr zu Ehren ausgerichteten Dinner mit anschließendem Tanz einzunehmen. Das Vorhaben erfordert Kunstfertigkeit und auch Gewalt. Kräftige Pinselstriche kalligrafieren die noble Gesellschaft, die pulsierende Animation übernimmt das Temperament der Heldin. Die schadenfrohe Farce konfrontiert eine in Traditionen und Etiketten erstarrte Klasse mit einem aasfressenden Tier, das ausgelassen die Anarchie feiert.
Anke Leweke

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Regie
Elizabeth Hobbs
Buch
Elizabeth Hobbs
Kamera
Elizabeth Hobbs
Schnitt
Mark Jenkins
Produktion
Abigail Addison
Ton
Hutch Demouilpied
Musik
Hutch Demouilpied
Animation
Elizabeth Hobbs
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Filmstill The Role

The Role

The Role
Paolo Chianta
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2024
Animationsfilm
UK
2023
5 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch
Krakelige Kugelschreiberlinien auf weißem Papier. Alles wirkt wie eine eilig hingeworfene Kritzelei – eher eine Ideenskizze denn ein fertiger Film, womöglich nur ein schnelles Storyboard. Die ruckelig verbundenen Bilder zeigen einen Imbiss, irgendwo im Nirgendwo. Hier ereignet sich etwas Außergewöhnliches: Zwei Filmschaffende – Bruder und Schwester – heuern den Koch als Hauptdarsteller für ihr Projekt an. Sie planen ein Biopic über ihren Vater. Der Fast-Food-Experte sieht dem berühmten Mann nicht nur zum Verwechseln ähnlich, er ist wie er! Eine bessere Besetzung sei gar nicht vorstellbar, lässt sich der Filmbusiness-Neuling überzeugen. Doch die Aufgabe erweist sich als schwierig. Obwohl der Koch alles daransetzt, die anspruchsvolle Rolle auszufüllen, scheint er von Tag zu Tag weniger passend für den Job. Von den Vorbereitungen auf seinen Einsatz völlig eingenommen, entfernt er sich immer mehr von seinen eigenen Kindern. Die Grenzen zwischen Film und Lebenswirklichkeit des Alleinerziehenden verschwimmen. Haben die Dreharbeiten vielleicht schon längst begonnen?
Franka Sachse

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Regie
Paolo Chianta
Buch
Paolo Chianta
Schnitt
Paolo Chianta
Produktion
Paolo Chianta
Co-Produktion
Lilah Vandenburgh
Musik
Paolo Chianta
Animation
Paolo Chianta
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Filmstill The Wages of John Pernia

The Wages of John Pernia

The Wages of John Pernia
Ben Young
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2023
Dokumentarfilm
UK
2023
8 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Deutsch
Bevor die Fotografie und der Film erfunden wurden und den „Wilden Westen“ konstruierten, starb der berühmte Entdecker Meriwether Lewis, dessen Reisen eine Expansion der jungen USA nach Westen ermöglichten, unter mysteriösen Umständen. Der heutige Erzähler des Films, ein entfernter Nachfahre, macht ihn zum tragischen Helden einer spekulativen schwulen Liebesgeschichte. Der mögliche Liebhaber, Meriwethers Angestellter John Pernia, ein „Louisiana Creole“, ist historisch verbürgt. Doch das Archivmaterial, das die weiße Folklore der sogenannten Pionierzeit begünstigte, legt keine Fährte zu dieser Romanze.

Ben Young verwildert die frühen Westernbilder und queert die nationalistische Geschichtsschreibung aus der Perspektive von Menschen, die in den ruhmreichen Erzählungen fehlen und deren ursprünglich freier Raum durch die Siedlerbewegung und ihre anschließende Legendenbildung besetzt wurde. Er rehabilitiert John und Meriwether, das undokumentierte Liebespaar, mithilfe von assoziativer Montage und Gossip als die eigentlichen Pioniere. Und die haben mit den USA noch eine Rechnung offen.
Jan Künemund

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Regie
Ben Young
Buch
Ben Young
Schnitt
Theo Watkins
Produktion
Ben Young
Ton
Andrew Ludbrook
Sound Design
Theo Watkins, Andrew Ludbrook
Musik
Blessed are the Hearts that Bend
Animation Night 2024

Thrum IX

Will Bishop-Stephens
Begleitet von vibrierenden Gitarrenklängen, verzaubert die Animations- und Geräuschmaschine „Thrum IX“ mit Schneckenhäusern und Mohnkapseln, die auf Fahrradspeichen wachsen und schrumpfen.
Filmstill Thrum IX
Filmstill Thrum IX

Thrum IX

Thrum IX
Will Bishop-Stephens
Animation Night 2024
Experimentalfilm
UK
2024
2 Minuten
ohne Dialog
Seit 2020 arbeitet Will Bishop-Stephens an kinetischen Skulpturen, die er „Thrum“ nennt. Fassung IX verknüpft das Laufrad eines Fahrrads mit einer Gitarre. Auf den Radspeichen wachsen und schrumpfen Schmetterlingsflügel, Schneckenhäuser, Mohnkapseln und Federn, die Gitarrensaiten produzieren einen vibrierenden Drone. Die Animations- und Geräuschmaschine entführt in einen Zustand des Schwebens.
André Eckardt

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Regie
Will Bishop-Stephens
Extended Reality: DOK Neuland 2020

To Miss the Ending

Anna West, David Callanan
Was passiert, wenn wir unser Bewusstsein digitalisieren? Wir erkunden eine virtuelle Zuflucht, in der die Erinnerungen der Bevölkerung allmählich verschwimmen und sich überlagern.

UK

UK
2020
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To Miss the Ending

To Miss the Ending
Anna West, David Callanan
Extended Reality 2020
-
UK
2020
30 Minuten
Englisch
Was passiert, wenn wir unser Bewusstsein digitalisieren? Wir erkunden eine virtuelle Zuflucht aus dreidimensionalen Pixeln. Allmählich entfalten sich die Grundzüge einer Stadt vor unseren Augen. Es erklingt ein Chor aus Erinnerungen der (digitalen) Bevölkerung, der die Vergangenheit nachzeichnet. In einem Wirrwarr aus Stimmen und Pixeln verblasst das subjektive Wissen um die Geschichte.
Lars Rummel

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Co-Produktion
New Creatives North, BBC, Arts Council England
Ausführende Produktion
Dan Tucker
Produktionsfirma
idontloveyouanymore
Animation
David Callanan, Joe Whitmore
Künstlerisches Design
David Callanan
Ton
WeMakeAudio
Buch
Anna West
Musik
Jamie Finlay
Key Collaborator
Theatre 42
Regie
Anna West, David Callanan
Filmstill Tracing Light

Tracing Light

Tracing Light
Thomas Riedelsheimer
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2024
Dokumentarfilm
Deutschland,
UK
2024
99 Minuten
Englisch,
Deutsch
Untertitel: 
Englisch, Deutsch
Licht ist ein faszinierendes Phänomen. Ohne Licht gäbe es kein Kino, keinen Film – und auch kein Leben. Das Licht steht also am Anfang von allem und bleibt dennoch so lange für unser Auge unsichtbar, bis es auf Materie trifft. Dieser Moment ist – ganz buchstäblich – Ausgangspunkt für Thomas Riedelsheimers neueste Arbeit. Denn das frühjährliche Schauspiel von Regenbogenfetzen in der eigenen Wohnung wurde für den Kameramann und Dokumentaristen zum Ausgangspunkt seiner Suche nach dem Ursprung der Bilder, die wir uns von der Welt machen. Für diese Suche taucht er in zwei Sphären ein, die verschiedenen Gesetzen zu folgen scheinen, aber stets das Magische ergründen wollen: die Physik und die Kunst.
Zwischen den Forscher*innen des Max-Planck-Instituts in Erlangen und der „Extreme Light Group“ der Universität Glasgow sowie international renommierten Künstler*innen wie Ruth Jarman, Joe Gerhardt, Julie Brook, Johannes Brunner und Raimund Ritz entwickelt sich ein intellektuell-poetisches Pingpong-Spiel. In dessen Verlauf führen die verschiedenen Perspektiven auf das Thema Licht auf allen Seiten zu Erkenntnissen, die ohne dieses methodische Cross-over kaum entstanden wären: von Laserkraft und Farbpigmenten, von schwarzen Löchern und schwebenden Skulpturen. In kurzen Momenten mögen Unkundige sogar eine Vorstellung von den gemeinhin als nicht-darstellbar geltenden Regeln der Quantenphysik bekommen.
Luc-Carolin Ziemann

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Thomas Riedelsheimer
Kamera
Thomas Riedelsheimer
Schnitt
Thomas Riedelsheimer
Produktion
Sonja Henrici, Stefan Tolz, Leslie Hills
Ton
Hubertus Rath
Sound Design
Christoph von Schönburg
Musik
Fred Frith, gabby fluke-mogul
Filmvertrieb
Elina Kewitz
Deutscher Filmverleih
Piffl Medien GmbH
Broadcaster
3sat
Nominiert für: VER.DI Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness