Begleitet von vibrierenden Gitarrenklängen, verzaubert die Animations- und Geräuschmaschine „Thrum IX“ mit Schneckenhäusern und Mohnkapseln, die auf Fahrradspeichen wachsen und schrumpfen.
Seit 2020 arbeitet Will Bishop-Stephens an kinetischen Skulpturen, die er „Thrum“ nennt. Fassung IX verknüpft das Laufrad eines Fahrrads mit einer Gitarre. Auf den Radspeichen wachsen und schrumpfen Schmetterlingsflügel, Schneckenhäuser, Mohnkapseln und Federn, die Gitarrensaiten produzieren einen vibrierenden Drone. Die Animations- und Geräuschmaschine entführt in einen Zustand des Schwebens.
Was passiert, wenn wir unser Bewusstsein digitalisieren? Wir erkunden eine virtuelle Zuflucht, in der die Erinnerungen der Bevölkerung allmählich verschwimmen und sich überlagern.
Was passiert, wenn wir unser Bewusstsein digitalisieren? Wir erkunden eine virtuelle Zuflucht aus dreidimensionalen Pixeln. Allmählich entfalten sich die Grundzüge einer Stadt vor unseren Augen. Es erklingt ein Chor aus Erinnerungen der (digitalen) Bevölkerung, der die Vergangenheit nachzeichnet. In einem Wirrwarr aus Stimmen und Pixeln verblasst das subjektive Wissen um die Geschichte.
Ohne Licht gäbe es kein Kino – und kein Leben. In seiner Suche nach dem Ursprung der Bilder taucht der Film in zwei Welten ein, die den Zauber des Lichtes ergründen: Die Physik und die Kunst.
Licht ist ein faszinierendes Phänomen. Ohne Licht gäbe es kein Kino, keinen Film – und auch kein Leben. Das Licht steht also am Anfang von allem und bleibt dennoch so lange für unser Auge unsichtbar, bis es auf Materie trifft. Dieser Moment ist – ganz buchstäblich – Ausgangspunkt für Thomas Riedelsheimers neueste Arbeit. Denn das frühjährliche Schauspiel von Regenbogenfetzen in der eigenen Wohnung wurde für den Kameramann und Dokumentaristen zum Ausgangspunkt seiner Suche nach dem Ursprung der Bilder, die wir uns von der Welt machen. Für diese Suche taucht er in zwei Sphären ein, die verschiedenen Gesetzen zu folgen scheinen, aber stets das Magische ergründen wollen: die Physik und die Kunst. Zwischen den Forscher*innen des Max-Planck-Instituts in Erlangen und der „Extreme Light Group“ der Universität Glasgow sowie international renommierten Künstler*innen wie Ruth Jarman, Joe Gerhardt, Julie Brook, Johannes Brunner und Raimund Ritz entwickelt sich ein intellektuell-poetisches Pingpong-Spiel. In dessen Verlauf führen die verschiedenen Perspektiven auf das Thema Licht auf allen Seiten zu Erkenntnissen, die ohne dieses methodische Cross-over kaum entstanden wären: von Laserkraft und Farbpigmenten, von schwarzen Löchern und schwebenden Skulpturen. In kurzen Momenten mögen Unkundige sogar eine Vorstellung von den gemeinhin als nicht-darstellbar geltenden Regeln der Quantenphysik bekommen.
Luc-Carolin Ziemann
Credits
Regie
Thomas Riedelsheimer
Kamera
Thomas Riedelsheimer
Schnitt
Thomas Riedelsheimer
Produktion
Sonja Henrici, Stefan Tolz, Leslie Hills
Ton
Hubertus Rath
Sound Design
Christoph von Schönburg
Musik
Fred Frith, gabby fluke-mogul
Filmvertrieb
Elina Kewitz
Deutscher Filmverleih
Piffl Medien GmbH
Broadcaster
3sat
Nominiert für:
VER.DI Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness