Der lange Schatten Lenins reicht bis in Jahr 1970: Die Bürger*innen der Sowjetunion erweisen dem Staatsgründer Lenin ihre Ehre – am Mausoleum auf dem Roten Platz in Moskau.
Ein Zitat des sowjetischen Futuristen Wladimir Majakowski über Lenin rahmt die Filmhandlung ein: Ein Toter, der „heut lebender [ist], als die am Leben sind“. Bei einer Rundreise durch die Union der Sowjetrepubliken lernt das Filmteam Freund*innen „im vollen Umfang des Wortes“ kennen, ohne ihre Namen zu erwähnen: Begegnungen mit Menschen in der Sowjetunion im Jahr 1970.
Bei einem Besuch Wolgograds wird der Umgang mit der NS-Vergangenheit in der DDR exemplarisch erläutert: Deutsche werden zu Opfern und Widerstandskämpfer*innen gegen das NS-Regime erklärt.
Eine Vertreterin der Wolgograder Sektion der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft erinnert sich an deutsche „Genossen, die hier […] und an anderen Frontabschnitten gegen Hitler gekämpft haben“. An der Gedenkstätte Mamajew-Hügel wird die Gleichsetzung mit den Menschen der Sowjetunion vollendet: Die (deutschen) Besucher*innen gehen auf in den Hinterbliebenen, die um ihre Gefallenen trauern.
Konstantin Wiesinger
Credits
Regie
Volker Kastius
Kamera
Willy Reitze
Produktion
Amateurfilmstudio VEB Elektromotorenwerk Wernigerode
Nach dem Sieg über das NS-Regime waren die sowjetischen Besatzer – später Freunde – auf ein gutes Verhältnis bedacht: Sie gaben „ausgelagerte“ Kulturschätze medienwirksam zurück.
Als filmisches Entree firmiert gut sichtbar das Staatswappen der Sowjetunion mit der Übersetzung des Aufrufs von Marx „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ in verschiedenen Sprachen. Unter großer medialer Aufmerksamkeit restituierten Vertreter der Sowjetunion Kunstschätze an die DDR. Den Höhepunkt bildete dabei die Rückgabe von „ausgelagerten“ Objekten an das Grüne Gewölbe in Dresden.