Joel repariert Motoren, doch jetzt läuft sein eigener heiß. Es liegt am Zweitjob als Handlanger für Gangster. Er muss eine Entscheidung treffen. Ein atemloser Ritt durch Mexico City beginnt.
Irgendwann vor Jahren wurde Joels Lebensbahn eine schiefe. Er ließ sich von der Energie skrupelloser Gangster anziehen, um für ein Handgeld kriminelle Aufträge zu erledigen. Mit Briefumschlägen und Pistolen kennt er sich seitdem aus. Jetzt aber ist der Tag gekommen, an dem er den finsteren Nachtdienst quittieren und ab sofort nur noch seiner eigentlichen Bestimmung nachgehen will: Motoren reparieren, seine Autowerkstatt in Mexiko-Stadt am Laufen und Menschen in Bewegung halten. Doch ausgerechnet am Geburtstag seines geliebten Neffen lotst ihn der Bandenchef zu einem letzten Job. Joel muss in Zwiesprache mit sich selbst gehen und vor allem eine Entscheidung treffen. Dieses Zwiegespräch verlegt Regisseur Esteban Azuela an einen Durchgangsort zwischen Dies- und Jenseits, an dem keine Entscheidung mehr revidiert, sondern nur noch nachgelebt werden kann. Mit einer komplex komponierten Melange aus Erinnerungsfetzen, Karosserieteilen und Existenzschrott holt er das atemlose Dasein seines Protagonisten adäquat auf die Leinwand. Schartige, in Einzelbildschaltung animierte 3D-Scans sowie Blick- und Handlungsführung aus der Frühzeit der Ego-Shooter-Games beschwören stilbewusst das urbane Mexiko der 1990er Jahre herauf: hitzig, bedrohlich, allen Stillstand verweigernd.
Andreas Körner
Credits
Regie
Esteban Azuela
Buch
Esteban Azuela
Schnitt
Pedro G. Garcia
Produktion
Daniel Cabrera Guzmán Belmont, Esteban Azuela
Sound Design
José Miguel Enríquez
Musik
Héctor Ruiz, Raúl Topete Torre, María Bonita, Álvaro Lamadrid Isoar
Als Dolores beim Spielen auf dem Maisfeld in ein tiefes Erdloch fällt, verschwimmen die Grenzen zwischen Dies- und Jenseits. Eine magisch-düstere Puppenanimation zwischen Realität und Traum.
In dem Maisfeld, in dem sich Dolores zum Spielen versteckt hat, bricht Feuer aus. Auf der Flucht stürzt das kleine Mädchen in ein tiefes Loch im Erdboden. Als sie wieder zu sich kommt, zeigt sich, dass sie in der Dunkelheit nicht allein ist. Zwei geisterhafte alte Frauen geben sich alle Mühe, Dolores in der Höhle festzuhalten. Ein kleines Gürteltier aus Ton durchschaut den Plan der unheimlichen Greisinnen und hilft Dolores zu entkommen. Sie schafft es zurück nach oben, aber noch steht ihr der Weg aus dem Maisfeld bevor. Nicht nur die exzellente Stop-Motion-Animation, die ausdrucksstarken Puppen und die fantastischen Sets erzeugen beim Zuschauen ein wohliges Schaudern. Im Zusammenklang mit der musikalischen Untermalung versetzt uns dieser Film in Trance – beinahe so, als würden wir uns mit Dolores und den beiden Geisterwesen einen magischen Trunk teilen und um ein Feuer tanzen, bis die Grenzen zwischen Realität und Traum, zwischen Dies- und Jenseits verschwimmen. Und draußen im Maisfeld setzt der Regen ein.
Franka Sachse
Credits
Regie
Cecilia Andalón Delgadillo
Buch
Cecilia Andalón Delgadillo
Schnitt
Arturo Tornero Aceves
Produktion
Cecilia Andalón Delgadillo, Rafael Ruiz Espejo, Angélica Lares, Carlos Raúl Martínez Barba