Filmarchiv

Animation Night 2025

Five-Minute Romp Through the IP

Dan Sandin
Sandin stellt seinen Image Processor (IP) vor, einen von ihm erfundenen modularen Videosynthesizer. Er spricht über das Design und demonstriert einige seiner halluzinogenen Farben und Effekte.
Filmstill Five-Minute Romp Through the IP
Filmstill Five-Minute Romp Through the IP

Five-Minute Romp Through the IP

Five-Minute Romp Through the IP
Dan Sandin
Animation Night 2025
Dokumentarfilm
USA
1973
7 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Der Videokünstler und studierte Physiker Dan Sandin nimmt die Zuschauer*innen auf eine kurze Tour durch den Sandin Image Processor (IP) mit, einen von ihm erfundenen modularen Synthesizer. Was als ernsthafte technische Geräteeinführung beginnt, driftet allmählich ab in ein visuelles Farb- und Effektexperiment, während Dan Sandin, eine Art katholischen Kardinalshut auf dem Kopf, sich weiter um Konzentration bemüht.
Ben Sassen

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Regie
Dan Sandin
Hommage: Punto y Raya 2025

For Tashi

Rebecca Ruige Xu, Jiayue Cecilia Wu
Eine bewegende Reise durch die Gebirgslandschaft der Psyche einer Frau, die ihr ungeborenes Kind viel zu früh verloren hat. Durch die Täler der Verzweiflung hinauf zu den Höhen der Heilung. 
Filmstill For Tashi
Filmstill For Tashi

For Tashi

For Tashi
Rebecca Ruige Xu, Jiayue Cecilia Wu
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
USA
2020
8 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Die fließende Bewegung einer Gebirgslandschaft, eingehüllt in orangefarbenen Nebel, wird gestört. Das regelmäßige Wabern stockt, die landschaftlichen Strukturen zerfallen. Aus dem atmosphärischen Ton wird schrilles Kreischen. „For Tashi“ beschreibt die physische und emotionale Bewegtheit einer Frau nach dem Verlust ihres ungeborenen Kindes, sucht nach Resonanz bei den Betrachtenden, hofft auf Trost.
Franka Sachse

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Regie
Rebecca Ruige Xu, Jiayue Cecilia Wu
Hommage: Punto y Raya 2025

Function

Victoria Bylin
Eine rhythmische Untersuchung abstrahierter organischer und anorganischer Prozesse, verkörpert von schwingenden Formen in intensiven Farben. Welche Funktion mögen diese Objekte wohl haben?
Filmstill Function
Filmstill Function

Function

Function
Victoria Bylin
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
USA
2018
6 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
In der Mathematik beschreibt eine Funktion eine Beziehung zwischen zwei Mengen, die jedem Element der einen Menge genau ein Element der anderen Menge zuordnet. Das Wort Funktion im Allgemeinen definiert den Zweck, für den etwas existiert. Dieser Film ist eine rhythmische Untersuchung abstrahierter organischer und anorganischer Prozesse, verkörpert von schwingenden Formen in intensiven Farben.
Franka Sachse

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Regie
Victoria Bylin
Retrospektive: Un-American Activities 2025

Golub

Jerry Blumenthal, Gordon Quinn
Wie kann man auf die Gräuel, die sich tagtäglich in der Welt ereignen, mit Kunst antworten? Leon Golub gibt Einblicke in sein New Yorker Atelier und zeigt seine schonungslos politische Malerei.
Filmstill Golub
Filmstill Golub

Golub

Golub
Jerry Blumenthal, Gordon Quinn
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1988
55 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Wie hängen Kunst und gesellschaftliche Wirklichkeit zusammen? Wie kann man auf die Gräuel, die sich tagtäglich in der Welt ereignen, mit Kunst antworten? Ab wann ist Kunst politisch, ab wann vom Markt korrumpiert? In seinem New Yorker Atelier arbeitet Leon Golub (1922–2004) an riesigen Leinwänden, nimmt sich Pressefotos als Vorlagen, destilliert Gesten daraus, trägt Farbe auf, trägt sie ab, schabt vormals Verdecktes frei. Das hat etwas Gewaltsames – wie die martialischen Motive seiner Werke. Sie zeigen Erschießungen, Folterungen oder fratzenhafte Gestalten, die an ihren unmenschlichen Taten Gefallen finden. Es sind Motive, wie sie normalerweise der Investigativjournalismus zu Kriegszeiten zutage fördert. Nun hängen sie im vermeintlich alltagsbefreiten Ausstellungsraum – und schockieren.
Tobias Hering, Tilman Schumacher

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Regie
Jerry Blumenthal, Gordon Quinn
Kamera
Gordon Quinn
Schnitt
Jerry Blumenthal
Produktion
Kartemquin Films
Retrospektive: Un-American Activities 2025

Harlan County, USA

Barbara Kopple
Eine alle Sinne ansprechende, von Folk- und Bluegrass-Musik begleitete Parteinahme: Barbara Kopples Klassiker verfolgt in ihrer Langzeitbeobachtung den Brookside-Streik in Kentucky 1973.
1977
Filmstill Harlan County, USA
Filmstill Harlan County, USA

Harlan County, USA

Harlan County, USA
Barbara Kopple
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1977
103 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Deutsch
„Which side are you on?“, singt Florence Reece, Ikone der Bergarbeiterbewegung von Harlan County, Kentucky, mit brüchiger Stimme ins Mikrofon einer Gewerkschaftskundgebung. Man könnte Barbara Kopples Langzeitbeobachtung zum Brookside-Streik von 1973 sogar einen Musikfilm nennen. Denn auch abseits des Reece’schen Streiklied-Klassikers verbindet sich hier durchgängig Gesang mit Rede, Folklore mit Politik, Sprach- mit Schnittrhythmus: der geglückte Versuch einer alle Sinne ansprechenden Parteinahme, bei der Losungen ausbleiben – oder eben gesungen werden. Auf der Leipziger Dokumentarfilmwoche wurde „Harlan County, USA“ im Herbst 1977 in einer Sonderveranstaltung präsentiert, sein Ruhm war ihm vorausgeeilt. Denn bereits im April 1977 hatte er den Oscar als Bester Dokumentarfilm gewonnen.
Tobias Hering, Tilman Schumacher

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Regie
Barbara Kopple
Kamera
Kevin Keating, Hart Perry
Schnitt
Nancy Baker, Mary Lampson
Produktion
Barbara Kopple
Ton
Joshua Waletzky, Barbara Kopple
Musik
Hazel Dickens, Florence Reece, Merle Travis
Hommage: Punto y Raya 2025

Hillocks

Maria Constanza Ferreira
Die experimentelle Animation spielt mit den enigmatischen Formen und Farben gezüchteter Kristalle. Vergrößert, angeordnet und untermalt mit einer Sound-Ebene werden sie zur Kunst. 
Filmstill Hillocks
Filmstill Hillocks

Hillocks

Hillocks
Maria Constanza Ferreira
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
USA,
Portugal
2020
4 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Diese experimentelle Animation zeigt uns die enigmatischen Formen und Farben gezüchteter Kristalle. Deren Herstellung, einst unverzichtbares Grundlagenverfahren der Material- und Werkstoffforschung, hat heute ihren wissenschaftlichen Nutzen verloren. Doch die Schönheit der entstehenden Objekte kennt kein Verfallsdatum. Vergrößert, sortiert und arrangiert werden die Kristalle zu Kunst.
Franka Sachse

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Regie
Maria Constanza Ferreira
Retrospektive: Un-American Activities 2025

In the King of Prussia

Emile de Antonio
1980 dringt eine Gruppe radikaler Pazifist*innen in eine Fabrik ein, die Atomwaffen produziert. In Form eines Reenactments wird der Gerichtsprozess gegen die Aktivist*innen zum Thema des Films.
1982
Filmstill In the King of Prussia
Filmstill In the King of Prussia

In the King of Prussia

In the King of Prussia
Emile de Antonio
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Spielfilm
USA
1982
90 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Deutsch
Man könnte zugespitzt sagen, dass die meisten Filme de Antonios Gerichtsfilme sind. Insofern ist „In the King of Prussia“ typisch – und ungewöhnlich zugleich, angefangen beim Titel. King of Prussia ist ein Städtchen in Pennsylvania, das im September 1980 Schauplatz einer Aktion radikaler christlicher Pazifist*innen wurde. Sie drangen in eine Fabrik ein, in der ohne Wissen der Öffentlichkeit Teile der Atomrakete Mark 12A produziert wurden, und hielten ein von Bergpredigt und Fluxus inspiriertes Happening ab. Der Film ist ein Reenactment, nicht aber der Aktion, sondern des Prozesses gegen die sogenannten Plowshares Eight. In de Antonios erster Videoproduktion, gedreht in den Prozesspausen, spielten die Angeklagten sich selbst. Die Rolle des Richters übernahm der New-Hollywood-Star Martin Sheen.
Tobias Hering, Tilman Schumacher

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Regie
Emile de Antonio
Buch
Emile de Antonio
Kamera
Julian Abbio, Judy Irola
Schnitt
Mark Pines
Produktion
Emile de Antonio, Vincent Hanlon
Ton
Jack Malkan
Musik
Sidney Carter, Jackson Browne
Retrospektive: Un-American Activities 2025

Millhouse: A White Comedy

Emile de Antonio
Drei Jahre bevor Richard Nixon durch die Watergate-Affäre zu Fall kam, entlarvte de Antonio den Präsidenten mit dieser grausam-komischen Materialmontage als Scharlatan.
Filmstill Millhouse: A White Comedy
Filmstill Millhouse: A White Comedy

Millhouse: A White Comedy

Millhouse: A White Comedy
Emile de Antonio
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1971
92 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Drei Jahre bevor Richard Nixon durch die Watergate-Affäre zu Fall kam, entlarvte de Antonio den Präsidenten mit dieser grausam-komischen Materialmontage als Scharlatan. Aus einem Interview im „Protokoll“ der Leipziger Dokumentarfilmwoche 1972: Frage – „In jedem Ihrer Filme stellen Sie eine amerikanische Hauptinstitution bloß […]. Wen haben Sie sich für ‚Millhouse‘ ausgesucht?“ De Antonios Antwort – „Nichts Geringeres als das traditionelle politische Geschehen in seiner Ganzheit. Der Film ist keineswegs ein nur persönlicher Angriff auf Nixon. Denn um einen politischen Gegner bloßzustellen, reicht es, für ihn einen Saal zu mieten. Der Film attackiert das amerikanische System, die Glaubwürdigkeit dieses Systems, in dem er sich dem perfekten Symbol dieses Systems, dem Präsidenten, zuwendet.“
Tobias Hering, Tilman Schumacher

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Regie
Emile de Antonio
Kamera
Ed Emshwiller, Richard Kletter, Bruce Shaw, Mike Gray, Dan O’Reilly
Schnitt
Mary Lampson
Produktion
Emile de Antonio, Mark Lane
Animation Night 2025

Mona Lisa(モナリザ)

Toshio Matsumoto
Beim ersten Einsatz des Scanimate-Videosynthesizers in Japan nimmt Matsumoto die Mona Lisa mit auf eine Reise durch surreale Landschaften und verwandelt sie in eine schillernd-psychedelische Vision.
Filmstill Mona Lisa(モナリザ)
Filmstill Mona Lisa(モナリザ)

Mona Lisa(モナリザ)

Mona Lisa(モナリザ)
Toshio Matsumoto
Animation Night 2025
Animationsfilm
USA
1973
3 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Mithilfe des Scanimate-Videosynthesizers tritt da Vincis Porträt der Lisa del Giocondo eine surreale Reise durch echte und künstliche Landschaften an. Dabei projiziert Toshio Matsumoto eine Art Fantasiewelt elektronischer Bilder, explodierender Farben und Bewegungen auf sein Subjekt und animiert die Mona Lisa so zu einer schimmernden psychedelischen Vision, die von einem abstrakten elektronischen Soundtrack begleitet wird.
Ben Sassen

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Regie
Toshio Matsumoto
Retrospektive: Un-American Activities 2025

My Country Occupied (Newsreel #151)

Heather Archibald, Tami Gold
Von einer ausgebeuteten Tagelöhnerin zur Guerillera: Die Ich-Erzählerin berichtet von ihrer politischen Bewusstwerdung und dem Kampf gegen die Einflussnahme der United Fruit Company auf ihr Land.
Filmstill My Country Occupied (Newsreel #151)
Filmstill My Country Occupied (Newsreel #151)

My Country Occupied (Newsreel #151)

My Country Occupied (Newsreel #151)
Heather Archibald, Tami Gold
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1971
29 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch
Zu kontrastreichen Bilderfolgen in Schwarz-Weiß, die mitunter zum Stehen kommen, skandiert die Ich-Erzählerin eine eindringliche Ansprache, die von ihrer politischen Bewusstwerdung handelt: Ihre Entwicklung von einer ausgebeuteten Tagelöhnerin zu einer Guerillera im Kampf gegen die politisch-ökonomische Einflussnahme der USA auf lateinamerikanische Staaten, hier exemplarisch die global agierende United Fruit Company und ihre Dominanz in Guatemala. „My Country Occupied“ ist ein Film auf der Suche nach einer politischen Form, pendelt hin und her zwischen rapide geschnittener Agitprop im Geiste des lateinamerikanischen Third Cinema, polemisch eingesetzten Fremdmaterialszenen und eher eingängigen, folkloristisch anmutenden Passagen von Land und Leuten.
Tobias Hering, Tilman Schumacher

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Regie
Heather Archibald, Tami Gold
Produktion
Newsreel
Publikumswettbewerb 2025

Natchez

Suzannah Herbert
Eine Kleinstadt in Mississippi. Viele kommen hierher, um geschichtsvergessen in Südstaaten-Nostalgie zu schwelgen. Schwarze Tourguides machen die weißen Flecken in den Narrativen sichtbar.
Filmstill Natchez
Filmstill Natchez

Natchez

Natchez
Suzannah Herbert
Publikumswettbewerb 2025
Dokumentarfilm
USA
2025
87 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch
Es war einmal eine Stadt am Ufer des Mississippi. Neoklassizistische Häuser aus der Antebellum-Ära säumen noch heute die Straßen, Pferdekutschen voller Tourist*innen sind unterwegs, auf einer Truckladefläche spielt ein fahrender Organist. In Natchez scheint die Zeit stehen geblieben. Doch während die Nachfahrinnen der europäischen Kolonist*innen ihre aus aller Welt herbeiströmenden Gäste in historischen Reifröcken als Reinkarnationen der „Southern Belle“ begrüßen und mit Südstaatennostalgie verköstigen, beginnt die Fassade zu bröckeln. Aufgebaut auf den Schultern von Kindern, Frauen und Männern in Ketten, entstand hier Mitte des 19. Jahrhunderts das Epizentrum des Baumwollkapitalismus und mit 750.000 Schwarzen Ausgebeuteten der zweitgrößte Sklav*innenmarkt in den USA.
In der weiß-gewaschenen Geschichtsversion kommt dieser Teil des ehemaligen „Cotton Kingdom“ fast gar nicht vor. Im Gegenteil trieft sie nur so vor Romantisierungen und rassistischen Klischees. Doch Menschen wie der Schwarze Pastor und Tourguide Rev brechen diese Tradition und lassen die nostalgisch-verklärte Illusion einer heilen Welt zerplatzen. Suzannah Herbert inszeniert den Zusammenstoß verschiedener Perspektiven und Charaktere mit unbestechlichem Blick für direkte oder indirekte Widersprüche. Zugleich legt sie eine gesellschaftliche Spaltung frei, die weit über den Mikrokosmos Natchez hinausreicht.
Philipp Hechtfisch

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Suzannah Herbert
Kamera
Noah Collier
Schnitt
Pablo Proenza
Produktion
Darcy McKinnon, Suzannah Herbert
Filmvertrieb
Axelle Jean
Filmstill Once in a Body

Once in a Body

Una vez en un cuerpo
María Cristina Pérez
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Animationsfilm
Kolumbien,
USA
2025
10 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch
„Es war einmal ein Körper, der nicht Mensch sein wollte. Er wusste nicht, dass er schon zu einem gehört. Nämlich zu mir.“ Mit diesen poetischen und kryptischen Worten leitet María Cristina Pérez González ihren Film ein, taucht mitten hinein in die bildgewaltige, handgemalte Animation. Eher assoziativ als narrativ zieht uns die traurige Stimme in einen Strudel aus Erinnerungsfetzen, die allesamt um den Körper der Protagonistin kreisen: eine voluminöse Gestalt, die sich manchmal vor Abscheu frisst, sich bildfüllend ausstreckt oder erbsenhaft verkriecht – im Schwarz der fließenden, großzügigen Pinselgesten, aber vor allem im fleischigen Selbst.
Da gibt es die entfremdete Schwester, die einmal die Füße dieses Körpers als hässlich bezeichnet hat. Die gute Freundin, die ohne Abschied von der Bildfläche verschwand. Den Vater, der einmal sagte, dass alle unglücklichen Frauen fett werden. Und vor allem diese namenlose Figur, die in ihrem Magen wohnt und niedlich grinsend die Depression nährt. Wie so oft im Leben führt zur Zufriedenheit nur der Weg der Aussöhnung. Natürlich mit der Schwester, aber vor allem mit dem eigenen Körper, der nicht in eng gefasste, gesellschaftliche Normen passt – der aber der einzige ist, den man hat. Und mit dem es sich ganz wunderbar tanzen, springen und sogar lachen lässt, wenn man versteht, dass er kein Monster ist, das man bekämpfen muss.
Marie Ketzscher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
María Cristina Pérez
Buch
María Cristina Pérez
Schnitt
Mauricio Cuervo Rincón
Produktion
Mauricio Cuervo Rincón
Co-Produktion
Mireia Vilanova, James Belfer, Adam Belfer
Musik
Daniel Gwilym Jones Cozzarelli
Animation
Laura Alcina, Natalia Rojas Noy, Megumi Cardona, Gizenth Barreto, Fabián Llantén, Anamaría Sáenz Peñas, Julián Arias Garzón, Juan Pablo Figueroa, Daniel Bonza
Filmvertrieb
Annabel Sebag
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Ausgezeichnet mit: mephisto 97.6-Publikumspreis
Retrospektive: Un-American Activities 2025

Point of Order!

Emile de Antonio
Die Demontage des berüchtigten Kommunisten-Jägers Joseph McCarthy, destilliert aus 188 Stunden Material der „Army–McCarthy hearings“, einem 1954 live aus dem Senat übertragenen Tribunal.
Filmstill Point of Order!
Filmstill Point of Order!

Point of Order!

Point of Order!
Emile de Antonio
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1964
97 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
De Antonio war bereits vierzig, als er im Filmbereich aktiv wurde. Er produzierte zwei frühe Filme der New Yorker Beat-Bewegung, „Pull My Daisy“ (1959, Robert Frank, Alfred Leslie) und „Sunday“ (1961, Dan Drasin), letzterer ebenfalls Teil der Retrospektive 2025. Außerdem gehörte er mit Jonas Mekas, Shirley Clarke und anderen zu den Gründungsmitgliedern der New American Cinema Group. Sein Regiedebüt wurde „Point of Order!“, der erste ausschließlich aus Fernsehbildern montierte Kinofilm. Aus 188 Stunden Material der „Army–McCarthy hearings“, einem 1954 live aus dem Senat übertragenen Tribunal, in dem sich der berüchtigte Kommunisten-Jäger Joseph McCarthy einem Untersuchungsausschuss stellen musste, destilliert de Antonio einen possenhaften Schauprozess, an dessen Ende alle wie Verurteilte dastehen.
Tobias Hering, Tilman Schumacher

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Regie
Emile de Antonio
Schnitt
Robert Duncan
Produktion
Emile de Antonio, Daniel Talbot
Hommage: Lee Anne Schmitt 2025

Purge This Land

Lee Anne Schmitt
Die Biografie des amerikanischen Abolitionisten John Brown ist Ausgangspunkt, um eine Unzahl weiterer Geschichten von Diskriminierung gegen Schwarze und Widerstand in seinem Geist zu erzählen.
Filmstill Purge This Land
Filmstill Purge This Land

Purge This Land

Purge This Land
Lee Anne Schmitt
Hommage: Lee Anne Schmitt 2025
Dokumentarfilm
USA
2017
81 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Informativ, brandaktuell, verdichtet und zugänglich zugleich: Lee Anne Schmitts dritter Langfilm ist eine Biografie von John Brown (1800–1859), allerdings eine, die das Leben des berühmten amerikanischen Abolitionisten nutzt, um dessen Vermächtnis folgend eine Unzahl weiterer Geschichten von Diskriminierung gegen Schwarze und vom Widerstand zu erzählen. Während Schmitt durchs Land reist, bekannte wie unbekannte Protestschauplätze und Erinnerungsorte besucht, Bezüge zu Frederick Douglass, Sun Ra und Nat Turner herstellt, sind ihre eigenen Gefühle immer präsent. Denn, wie sie zu Beginn klarstellt, „Purge This Land“ wurde für ihren Sohn aus der Verbindung mit Jeff Parker gemacht. Der mitreißende Soundtrack ist inspiriert vom Schwarzen Erbe der 1960er und hält die aufregend heterogenen Elemente dieses Films zusammen.
James Lattimer

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Lee Anne Schmitt
Kamera
Lee Anne Schmitt
Schnitt
Lee Anne Schmitt
Produktion
Lee Anne Schmitt
Ton
Ben Huff
Musik
Jeff Parker
Retrospektive: Un-American Activities 2025

Rush to Judgment

Emile de Antonio
Eine kritische Analyse des Abschlussberichts der offiziellen Warren-Kommission zur Ermordung John F. Kennedys, basierend auf Recherchen des Anwalts und Co-Autors des Films, Mark Lane.
1967
Filmstill Rush to Judgment
Filmstill Rush to Judgment

Rush to Judgment

Rush to Judgment
Emile de Antonio
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1967
125 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Diese kritische Analyse des Abschlussberichts der Warren-Kommission, die John F. Kennedys Ermordung untersuchte, basiert auf Recherchen des Anwalts Mark Lane. Lane wirkte am Film als Co-Autor mit und veröffentlichte fast zeitgleich sein gleichnamiges Buch. De Antonio hatte in Harvard gemeinsam mit Kennedy studiert, was seinem Film ungeachtet der politischen Distanz zu Kennedy ein persönliches Anliegen mitgab. Dies mag die argumentative, bisweilen sachliche Strenge begründen, mit der er und sein Cutter Dan Drasin vorgingen. Letztlich ist „Rush to Judgment“ ein verspäteter Rechtsbeistand für den zum Einzeltäter erklärten Lee Harvey Oswald, der nur zwei Tage nach dem Mord im Polizeigewahrsam erschossen wurde und dessen Interessen vor der Warren-Kommission nicht angemessen juristisch vertreten waren.
Tobias Hering, Tilman Schumacher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Emile de Antonio
Kamera
Robert Primes
Schnitt
Dan Drasin, Peter Dyke van Dyke
Produktion
Emile de Antonio, Mark Lane
Ton
Paul Mielche
Retrospektive: Un-American Activities 2025

The Chicago Maternity Center Story

Jerry Blumenthal, Suzanne Davenport, Sharon Karp, Gordon Quinn, Jenny Rohrer
Das Chicago Maternity Center, das vor allem Schwarzen Frauen eine sichere und erschwingliche Hausgeburt ermöglichte, ist von der Schließung bedroht. Dagegen regt sich Widerstand.
Filmstill The Chicago Maternity Center Story
Filmstill The Chicago Maternity Center Story

The Chicago Maternity Center Story

The Chicago Maternity Center Story
Jerry Blumenthal, Suzanne Davenport, Sharon Karp, Gordon Quinn, Jenny Rohrer
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1976
60 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Deutsch
Das in einem einkommensschwachen Chicagoer Stadtviertel gelegene Maternity Center ist 1974 akut von der Schließung durch ausbleibende finanzielle Mittel des Trägers, der North Western University, bedroht. In der mehrheitlich Schwarzen Community regt sich Widerstand, handelt es sich doch um eine Institution mit 75-jähriger Geschichte, die zahllosen Frauen eine sichere und erschwingliche Hausgeburt ermöglichte. „The Chicago Maternity Center Story” nimmt diesen zivilgesellschaftlichen Protest zum Ausgangspunkt, um die Geschichte der in den USA grassierenden Kommerzialisierung von medizinischer Versorgung samt ihren sexistischen und rassistischen Konnotationen zu erzählen. Ein Film, der das Thema mal behutsam, mal mit der Verve der Agitprop anpackt.
Tobias Hering, Tilman Schumacher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Jerry Blumenthal, Suzanne Davenport, Sharon Karp, Gordon Quinn, Jenny Rohrer
Produktion
Kartemquin Films