Filmarchiv

Publikumswettbewerb 2025

The Lions by the River Tigris

Zaradasht Ahmed
Erinnern und Bewahren gehören nach dem IS-Terror zum Überleben in Mosul. Fakhri sammelt Reliquien, Bashar träumt davon, sein Elternhaus zu retten. Ihre Wege kreuzen sich vor einem antiken Portal.
Filmstill The Lions by the River Tigris
Filmstill The Lions by the River Tigris

The Lions by the River Tigris

Løvene ved elven Tigris
Zaradasht Ahmed
Publikumswettbewerb 2025
Dokumentarfilm
Norwegen,
Niederlande,
Irak
2025
92 Minuten
Arabisch
Untertitel: 
Englisch
„Hier ist es schön, lass uns hier spielen“, sagt Fakhri. In den Händen hält er einen kleinen Lautsprecher für Fadil, den Geiger, das Publikum aber fehlt. Die beiden Männer stehen in den Trümmern von Mosul. 2017 hinterließen dort drei Jahre Besatzung durch die Terrormiliz Islamischer Staat eine fast vollständig zerstörte Altstadt. Mit den Gebäuden schien zugleich die 8.000-jährige Geschichte und Kultur der zweitgrößten irakischen Metropole für immer ausgelöscht zu sein. Nur langsam kehrt das Leben zurück. Kunstschätze werden restauriert, es gibt wieder Theater, Musik und Fakhris kleines Privatmuseum, für das er alles sammelt, was zu bekommen ist: Holztüren, Bronzefiguren, Seife von 1910, einen Lüfter. 7.000 Exponate hat er schon, besonders angetan ist Fakhri von einem antiken Portal mit zwei Löwen. Beschädigt zwar, doch vielleicht noch zu retten, thront es wie ein Relikt aus Friedenszeiten in der Ruine von Bashars Elternhaus. Fast täglich geht Bashar dorthin, hofft, dass ein Wiederaufbau möglich ist. Fakhri aber erweist sich als harte Nuss – er will dieses Portal unbedingt …
Der kurdisch-norwegische Regisseur Zaradasht Ahmed erzählt mit ruhiger Hand eine zutiefst menschliche Geschichte und verbindet dabei die dunkelste und hellste Seite der Spezies: den Wahn der Vernichtung und die Kraft zum Weitergehen.
Andreas Körner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Zaradasht Ahmed
Kamera
Zaradasht Ahmed
Schnitt
Eva Hillström
Produktion
Thorvald Nilsen
Co-Produktion
Harmen Jalvingh, Janneke Doolaard, Sylvie Baan, Hester Breunissen
Ton
Luuk Hoogstraten, Zita Leemans
Musik
Daan Hofman
Animation Night 2023

The Lost Mariner

Tess Martin
Jimmie, ein gealterter Seemann mit geschädigtem Gedächtnis, driftet orientierungslos durch die Zeit. Zwischen früherem Selbst und heutigem Ich geht er in den Wogen der Jahrzehnte verloren.
Filmstill The Lost Mariner
Filmstill The Lost Mariner

The Lost Mariner

The Lost Mariner
Tess Martin
Animation Night 2023
Animationsfilm
Niederlande
2014
6 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch
Ohne funktionierendes Gedächtnis driftet der ehemalige Seemann Jimmie verloren durch die Zeit. Fragmente seines vergangenen Lebens und seines jüngeren Selbst tauchen wie Inseln am Horizont auf, gleiten vorüber, verschwinden in den Tiefen. Jimmie als älterer Mensch erkennt sich nicht wieder und erschrickt vor den „Fremden“. Er verirrt sich im Raum und versinkt im leeren Hintergrund.
Franka Sachse

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Regie
Tess Martin
Kamera
Thijs van Gasteren
Musik
Jason Staczek
Animation
Tess Martin
Extended Reality 2022

The Miracle Basket

Abner Preis
Die VR-Parabel erzählt von einer Vergangenheit im Einklang mit der Natur. Hier finden wir nicht nur Ausbeutung, Zerstörung und blinden Konsum, sondern auch Hoffnung.
Filmstill The Miracle Basket
Filmstill The Miracle Basket

The Miracle Basket

The Miracle Basket
Abner Preis
Extended Reality 2022
XR
Niederlande
2021
14 Minuten
Englisch,
Niederländisch
Die Achtlosigkeit der westlichen Konsumgesellschaft folgt der absurden Überzeugung, der Mensch könne unabhängig von der Natur leben. Die Ressourcen der Erde werden aufgebraucht, ohne zu fragen, ob sie wieder aufzufüllen sind. Die VR-Parabel erzählt von einer Vergangenheit im Einklang mit allem, was uns trägt, umgibt und ernährt. Hier finden wir nicht nur Verwüstung und Zerstörung, sondern auch Hoffnung.
Lars Rummel

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Produktion
Richard Valk, Firat Sezgin
VR Entwicklung
Frank Bosma
Ton
Pierre-Marie Blind
Musik
Guillermo Celano
Sprecher*in
Bibi Dumon Tak, Abner Preis
Regie
Abner Preis
Extended Reality: DOK Neuland 2020

The Shape of Us

Anna Mauersberger, Niki Smit
Begleitet von Mutter Natur begeben wir uns auf eine kollektive Reise. In diesem Multiplayer-VR-Ritual erhalten wir die Chance, uns mit ihr und uns selbst zu versöhnen.
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The Shape of Us

The Shape of Us
Anna Mauersberger, Niki Smit
Extended Reality 2020
-
Deutschland,
Niederlande
2020
45 Minuten
Deutsch,
Englisch
Willkommen im Anthropozän. Willkommen in einem Zeitalter, das ganz und gar vom Wirken des Menschen geprägt ist. Dieses Multiplayer-VR-Ritual arrangiert ein Treffen mit Mutter Natur. Wir erhalten die Chance, uns mit ihr zu versöhnen, abgerissene Verbindungen zur Welt neu aufzunehmen und uns wieder in Einklang mit der Erde und uns selbst zu bringen.
Lars Rummel

Credits DOK Leipzig Logo

Konzept
HeartWire
Produktionsfirma
Monobanda
VFX Artist
Charlotte Madelon
Coding
Wijnand van Tol, Niels van Duivenvoorden
Ton
Paradoxical Recording
Buch
Anselm Maria Sellen
Musik
Alex Simu
Key Collaborator
Robert Bosch Stiftung
Regie
Anna Mauersberger, Niki Smit
Animation Night 2023

The Whale Story

Tess Martin
Während einer kurzen Begegnung scheint sich zwischen einem Wal und einem Taucher eine echte Verbindung aufzubauen. Doch dann verschwindet der Wal wieder in den Tiefen des Ozeans.
Filmstill The Whale Story
Filmstill The Whale Story

The Whale Story

The Whale Story
Tess Martin
Animation Night 2023
Animationsfilm
USA,
Niederlande
2012
4 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch
Ein Taucher begegnet einem verletzten Wal. Er beschließt, dem Tier zu helfen, und erhält zum Dank einen freundlichen Blick. Für einige Sekunden scheint die Grenze zwischen den beiden Spezies durchlässig zu werden. Der Wal verschwindet in den Tiefen des Ozeans und lässt den Taucher mit der Frage zurück, ob all dies nur die Projektion menschlicher Hoffnungen war.
Franka Sachse

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Regie
Tess Martin
Musik
Spencer Thun
Animation
Tess Martin, Webster Crowell, Stefan Gruber, Britta Johnson, Amanda Moore
Filmstill Three Windows on South West

Three Windows on South West

Three Windows on South West
Mariia Ponomarova
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2023
Dokumentarfilm
Ukraine,
Niederlande
2023
8 Minuten
Ukrainisch,
Russisch
Untertitel: 
Englisch
2002 ist die Filmemacherin in ein Apartment im 15. Stock eines Hochhauses in Kyjiw eingezogen. Sie war damals zwölf. Heute, aus der sicheren Entfernung eines anderen Landes, spricht sie mit Menschen, die sich an die Wohnung und die gemeinsam verbrachte Zeit erinnern. Coming-of-Age, die Liebe zum Kino, ein Gemeinschaftsgefühl und die erotische Aufladung einzelner Momente verbinden sich zu einem Bild vermisster Heimat und Intimität. Mit jeder Erinnerung wird das Standbild, das wir sehen, ein Stück weiter befragt: drei Fenster nach Südwesten, ein Balkon nach Südosten, ein vor Blicken geschütztes Dach, ein Hochhauspanorama. Der warme persönliche Blick auf Himmel und Häuser von Kyjiw spiegelt sich in der kühlen Aufmerksamkeit der internationalen Kriegsberichterstattung.
Jan Künemund

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Mariia Ponomarova
Buch
Mariia Ponomarova
Schnitt
Mariia Ponomarova
Produktion
Mariia Ponomarova
Sound Design
Sergio González Cuervo
Filmvertrieb
Lucila Riggio
-
Oleksii Isakov
Internationaler Wettbewerb 2022

Tropic Fever

Mahardika Yudha, Robin Hartanto Honggare, Perdana Roswaldy
Der umfangreiche Essay, beeindruckend montiert aus Bildern der ehemaligen niederländischen Kolonialmacht in Indonesien, untersucht die Plantage als Fundament des Kolonialismus.
Filmstill Tropic Fever
Filmstill Tropic Fever

Tropic Fever

Tropic Fever
Mahardika Yudha, Robin Hartanto Honggare, Perdana Roswaldy
Internationaler Wettbewerb 2022
Dokumentarfilm
Indonesien,
Niederlande
2022
59 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch
Das semi-autobiografische Buch eines europäischen Plantagen-Managers auf Sumatra während der niederländischen Kolonialzeit wird hier zum Ausgangspunkt für Überlegungen zur Struktur der Plantage selbst. Ein Essay über den lokalen Tabak- und Gummianbau, die Konstruktion von Hautfarbe als soziale Kategorie und über das „Tropenfieber“, das langsam aber stetig steigt, montiert aus Archivmaterial von 1890 bis 1930.
Erst wenige Filme haben sich des umfangreichen Materials angenommen, das die Kolonisten in Niederländisch-Indien, dem heutigen Indonesien drehten. Diejenigen, die sich der Archivaufgabe stellten, wie „Mother Dao“ oder kürzlich „They Call Me Babu“, tun dies aus niederländischer Perspektive. „Tropic Fever“ ist der erste Langfilm aus Indonesien, der sich diese Bestände aneignet: Fotografien, dokumentarische Stummfilmaufnahmen, Familien- und Spielfilme sowie Bebauungspläne aus den Archiven der ehemaligen Kolonialmacht kommen hier, zusammen mit dem Bericht eines Ungarn, der in den 1920ern auf Sumatra eine Plantage leitete, zum Einsatz. Eindrücklich zeigen Mahardika Yudha, Robin Hartanto Honggare und Perdana Roswaldy, wie sich Wälder und Sümpfe in streng organisierte landwirtschaftliche Flächen wandeln und wie die Plantage und ihre Ordnung zum Fundament des kolonialistischen Projekts an sich wird. Dass der „Tropenkoller“ ein Resultat der Hitze sein soll, scheint plötzlich fraglich.
Marie Kloos

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Mahardika Yudha, Robin Hartanto Honggare, Perdana Roswaldy
Buch
Perdana Roswaldy, Robin Hartanto Honggare
Kamera
Mahardika Yudha, Syaiful Anwar
Schnitt
Mahardika Yudha
Produktion
Robin Hartanto Honggare
Ton
Mahardika Yudha
Musik
Mahardika Yudha
Key Collaborator
Het Nieuwe Instituut, EYE Filmmuseum, Marinus Plantema Foundation
Nominiert für: Preis der Interreligiösen Jury, FIPRESCI Preis