Schmalfilmaufnahmen, verwandelt in magische Bildwelten, die sich im gleißenden Nieselregen elektronischer Klänge entfalten. Ein Tagebuch des wachen träumenden Beobachtens.
Patrick Bokanowski unterzieht eigene frühe Schmalfilmaufnahmen einer magischen optischen Verwandlung. Im gleißenden Nieselregen elektronischer Klänge und unter dem tiefen Grollen von Drone-Wellen von Michèle Bokanowski entfalten sich Lichteruptionen, Farbrauschen und schattenhafte Erscheinungen, durch welche die Originalaufnahmen durchschimmern. Ein Tagebuch des wachen träumenden Beobachtens.
Mutierte Wesen taumeln im Nichts, Polizeistimmen schlagen zu wie Knüppel. Die Körper wehren sich, generieren ein unauslöschbares Energiefeld des radikalen feministischen Protests.
Im schwarzen Nichts taumeln marionettengleich vier Wesen. Eine fremde Macht versucht, sie zu beherrschen, Polizeistimmen schlagen zu wie Knüppel. Gekrümmt, mit wulstigen und fadendünnen Gliedmaßen, die Hautinnenseite nach außen gekehrt – die menschliche Anatomie ist mutiert. Doch die verletzlichen Körper setzen zur Gegenwehr an … „Scum Mutation“ führt ungeschützt in die Kampfzone, in ein unauslöschbares Energiefeld des radikalen feministischen Protests – und wird lautes Fanal der Rückeroberung.
André Eckardt
Credits
Regie
Ov
Buch
Ov
Schnitt
Ov
Produktion
Le Fresnoy – Studio national des arts contemporains
In der Frühzeit des Kinos war das Publikum hungrig nach Bildern voller Lebendigkeit. Der Serpentinentanz mit anmutigen Bewegungsformen und in Farbe erfüllte diesen Wunsch.
Bewegung, Bewegung: In der Frühzeit des Kinos war das Publikum hungrig nach Bildern voller Lebendigkeit. Sujet par excellence für viele Filmpioniere war der Serpentinentanz, bei dem mit weiten Schleiern anmutige Bewegungsformen entstanden. Die Lumières ließen zusätzlich Filmbild für Filmbild per Hand kolorieren – die Farbeffekte verstärken den plastischen Ausdruck der dynamischen Körpergeometrien.
Smartphones sind aus dem digitalen Alltag nicht mehr wegzudenken. Aber welche natürlichen und menschlichen Ressourcen braucht die Tech-Industrie für diese Innovation?
Smartphones sind aus dem digitalen Alltag nicht mehr wegzudenken. Weltweit befinden sich mehr als fünf Milliarden solcher Geräte in Umlauf. Jedes davon wird sogar mehr als 2.600 Mal am Tag berührt. Die AR-Erfahrung führt uns in die ungesehene Geschichte dieser Technologie und damit in die Demokratische Republik Kongo. Welche natürlichen und menschlichen Ressourcen braucht die Tech-Industrie für ihre Innovationen?
Eine tragische, die Jahrzehnte überdauernde Liebesgeschichte zwischen einem Soldaten und einer jungen Frau – erzählt über historische Fotos aus dem Nachlass eines rumänischen Fotografen.
Inspiriert vom Nachlass eines rumänischen Fotografen, in dem 5.000 Glasplatten-Negative aus den 1930er bis 1950er Jahren lange unentdeckt überdauerten, entwickelt sich eine berührende Liebesgeschichte. 1939 begegnet Anna Florea in ihrem Heimatort in der Bukowina dem jungen Soldaten Jean Mihail. Ein Kuss im Mondschein besiegelt ihre Zuneigung. Doch allzu bald wird Jean an die Front beordert. Seine leidenschaftlichen Briefe erhalten die Verbindung. Doch als Anna aus ihrem Dorf flüchten muss, reißt der Kontakt ab. Die große Liebe der beiden ist zerbrechlich, vom Krieg und von der Zeit angegriffen – genau wie die alten Atelier- und Alltagsfotos, mit denen dieser animierte Dokumentarfilm Zuversicht und drohenden Verlust veranschaulicht. Anna Florea selbst erzählt: im Rückblick, 91-jährig. Ihre warme, zarte Stimme erweckt die Erinnerungen, die vermeintlich auf den Bildern gespeichert sind, zu neuem Leben. Die auf den Fotoplatten „Erstarrten“ kommen in Bewegung, werden in Öl-auf-Glas-Übermalungen zum Leuchten gebracht, erblühen und nehmen uns mit in die Vergangenheit.
Franka Sachse
Credits
Regie
Mélody Boulissière, Bogdan Stamatin
Schnitt
Billie Belin, Annabelle Basurko, Nina Gerolt
Produktion
Marc Faye
Co-Produktion
Mathieu Rolin, Mihai Mitrică
Ton
Yan Volsy
Animation
Mélody Boulissière, Charlotte Arene, Andrei Berculescu, Dorel Mărgărit, Cosmin Tudor Sîrbulescu
Auf der Suche nach Kater Leo streift ein Junge durch sonnige, buntstiftfarbene Felder. Im sorglosen Treibenlassen bäumt sich noch einmal die Kindheit auf, bevor sie erlischt.
Auf der Suche nach Kater Leo streift ein Junge durch sonnige Felder. In diesem sorglosen Treibenlassen oder beim Schätzeheben im geheimnisvollen Dunkel der Scheune bäumt sich noch einmal die Kindheit auf, bevor sie erlischt. Über die Buntstiftfarben des Sommers legt sich ein Flüstern und Rascheln des Behütetseins – und eine Vorahnung. Mara Cerri und Magda Guidi schärfen die Sinne für die Eindrücke einer verwirrenden Zeit.
Er und sie sind eingespielt. Ein schön gedachter Abend zu zweit wird von einer beißenden Bratenwolke überschattet und endet gesittet, aber blutig: schwarzer Humor „well done“.
Paarbeziehungen haben eine eigene Dynamik. Ihre beruflichen Verpflichtungen ticken nicht nach der Uhr, seine Kochkunst und Liebe sind außerordentlich, aber eben zeitlich präzise getaktet. Diese allseits bekannte Unvereinbarkeit verdichtet sich zu einem undurchsichtigen, beißenden Bratennebel. Ein schön gedachter Abend zu zweit endet gesittet, aber blutig: schwarzer Humor „well done“.
André Eckardt
Credits
Regie
Špela Čadež
Buch
Gregor Zorc
Kamera
Špela Čadež
Schnitt
Iva Kraljević
Produktion
Tina Smrekar, Špela Čadež
Co-Produktion
Emmanuel-Alain Raynal, Pierre Baussaron, Fabian Driehorst
Er und sie sind eingespielt. Ein schön gedachter Abend zu zweit wird von einer beißenden Bratenwolke überschattet und endet gesittet, aber blutig. Schwarzer Humor „well done“.
Paarbeziehungen haben eine eigene Dynamik. Ihre beruflichen Verpflichtungen ticken nicht nach der Uhr, seine Kochkunst und Liebe sind außerordentlich, aber eben zeitlich präzise getaktet. Diese allseits bekannte Unvereinbarkeit verdichtet sich zu einem undurchsichtigen, beißenden Bratennebel und endet gesittet, aber blutig. Špela Čadež drosselt zunehmend das Tempo und schafft so Platz, damit sich das absurde Geschehen immer tiefer bohren kann. Schwarzer Humor „well done“.
André Eckardt
Credits
Regie
Špela Čadež
Buch
Gregor Zorc
Kamera
Špela Čadež
Schnitt
Iva Kraljevic
Produktion
Tina Smrekar, Špela Čadež
Co-Produktion
Emmanuel-Alain Raynal, Pierre Baussaron, Fabian Driehorst
Zwei junge Mädchen und ihre besondere Beziehung zum nahe gelegenen Fluss: ein poetischer, berührender Animationsfilm über die Folgen der Einkindpolitik in China.
Lu und Wei leben in einem Dorf im ländlichen China. Die jungen Mädchen gehen oft am nahe gelegenen Fluss spielen oder fahren mit ihren Vätern zum Fischen hinaus. Der Fluss hat für die beiden eine besondere Bedeutung, denn die Einkindpolitik Chinas führte dazu, dass einige Eltern hier ihre neugeborenen Töchter ertränkten. Poetisch berührend animiert, erzählt Weijia Ma von den Folgen dieses tragischen Kapitels im Leben vieler chinesischer Familien.
Lina Dinkla
Credits
Regie
Weijia Ma
Produktion
Damien Megherbi, Justin Pechberty
Ton
Didier Falk
Musik
Pablo Pico
Animation
Marion Chopin, Juanjuan Chen, Ziteng Qi, Kun Yu, Thilbault Dumoulin, Mathilde Poigniez, Jihua Zhu, Mengshi Fang, Joseph Roth, Emilie Pigeard, Le Van Ho, Yann Song, Alix Boiron Albrespy
Ausgezeichnet mit:
Silberne Taube (Wettbewerb um den Publikumspreis Kurzfilm)
„Stripsody“ basiert auf einer Partitur mit lautmalerischen Elementen und Zitaten aus der Comicsprache. Die Solostimme schwingt an der Liane: am „Hatschi“ vorbei zum „Boinnnggg“.
Das Musikstück „Stripsody“ für Solostimme entstand aus der Zusammenarbeit der Mezzosopranistin Cathy Berberian mit dem Comicautor und Illustrator Roberto Zamarin. Die Partitur vereint lautmalerische Elemente, Comicsprache und Actionszenen. Berberian nimmt die Dynamik der Bilder mit ihrer großartigen Stimme auf und schwingt an der Liane: am „Hatschi“ vorbei zum „Boinnnggg“.
Jeden Sommer macht Pauls Familie ein Picknick auf einer kleinen Insel, die bei Ebbe über einen Damm zu erreichen ist. Dieses Jahr überrascht sie die Flut und sie müssen hier übernachten.
Jedes Jahr am 15. August machen Paul, seine Familie und Freund*innen ein Picknick auf der Insel Callot, die bei Ebbe über einen Damm zu erreichen ist. Sommerferien, unbeschwertes Spielen am Strand – herrlich! Diesmal überrascht sie allerdings die Flut, denn Pauls Vater hat aus Versehen den Gezeitenkalender vom letzten Jahr eingepackt. Nun müssen sie auf der Insel übernachten.
Lina Dinkla
Credits
Regie
Mathilde Bédouet
Buch
Mathilde Bédouet
Kamera
Nedjma Berder
Schnitt
Catherine Aladenise, Albane du Plessix
Produktion
Ninon Chapuis, Thibault de Gantes, Lucas Le Postec
Co-Produktion
Simon Ingelaere
Ton
Pierre-Albert Vivet, Frédéric Hamelin
Sound Design
Pierre-Albert Vivet, Frédéric Hamelin
Musik
Jonathan Leurquin, Thomas Rossi
Animation
Flora Molinié, Mathilde Bédouet, Marta Gennari, Jérémie Cousin
Suzanne, 91 Jahre alt, lebt allein in einem Haus ohne Wasser- und Stromanschluss in den Vogesen. Dort genießt sie die kleinen Freuden des Lebens. Ein lakonisch-humorvolles Porträt.
Ein Jahr lang, über alle vier Jahreszeiten hinweg, begeben sich Stéphane Manchematin und Serge Steyer immer wieder in die Vogesen. Hier wohnt Suzanne, eine inzwischen auf mehr als neun Dekaden Leben zurückblickende Dame, die stoisch an der Selbstversorgung in ihrem Geburtshaus festhält. Der Ort lässt jeglichen Komfort vermissen, weder Strom- noch Wasseranschluss helfen beim Kochen oder Heizen. Dennoch fehlt es Suzanne an nichts: Sinkt die Innentemperatur im Winter in den einstelligen Bereich, nimmt sie schlicht eine Wärmflasche mit ins Bett und schichtet eine zusätzliche Decke über sich. Im Bad plätschert das Wasser verlässlich aus einer Rinne, und fällt das Licht auf die umstehenden Glaskaraffen, tanzt es alsbald durch den Raum.
Manchematin und Steyer verstehen es, alltägliche Prozeduren und Gegebenheiten sehr wachsam und feinfühlig in Szene zu setzen – ihr Film mäandert so beiläufig wie konzentriert. Und auch Suzanne ist mehr und mehr nahezukommen. Schon nach kurzer Zeit entwickelt man einen Sinn für ihre Gepflogenheiten, registriert amüsiert ihre ewige Zwirbelei an der Telefonstrippe oder identifiziert eine doch recht forsche Person hinterm Steuer. Das alles geschieht ohne Verklärung oder Kitsch. Vielmehr ist die Beobachtung von reichlich lakonischer Weisheit geprägt.
Carolin Weidner
Credits
Regie
Stéphane Manchematin, Serge Steyer
Kamera
Gautier Gumpper, Philippe Viladecas
Schnitt
Stéphane Manchematin, Serge Steyer
Produktion
Sylvie Plunian, Milana Christitch
Ton
Stéphane Manchematin, Marc Namblard
Sound Design
Lionel Thiriet
Nominiert für:
FIPRESCI Preis,
Preis der Interreligiösen Jury
Vogelähnliche Shadoks und Melonen-tragende Gibis leben auf entfernten zweidimensionalen Planeten. Eine absurd-komische Science-Fiction mit comicartigen elektronischen Klängen.
Im Ausklang der ersten Space-Age-Welle treten vogelähnliche und Melonen-tragende Kreaturen auf den TV-Plan. Die Shadoks und die Gibis leben auf entfernten zweidimensionalen Planeten. Die absurd-komische, minimalistische Science-Fiction-Zeichenwelt von Jacques Rouxel ist mit elektroakustischen, comicartigen, außerirdischen Klängen des Musique-concrète-erfahrenen Komponisten Robert Cohen-Solal gespickt.