Filmarchiv

DOK Neuland 2025

Another Place

Domenico Singha Pedroli
Die trans Thailänderin Renée ist auf der Suche nach Asyl. In den nächtlichen Straßen von Paris ist sie für andere unsichtbar. Eine Einladung an die Zuschauenden, ihre Perspektive einzunehmen.
2025
Filmstill Another Place
Filmstill Another Place

Another Place

Another Place
Domenico Singha Pedroli
DOK Neuland 2025
XR
Frankreich
2025
19 Minuten
Thai,
Französisch,
Englisch
Untertitel: 
Englisch
Renée, eine Asylbewerberin aus Thailand, wandert durch die nächtlichen Straßen von Paris. Vom Asylsystem ausgespuckt und für Passant*innen unsichtbar, ist sie weder hier noch dort. Für eine Nacht sind wir eingeladen mitzuwandern – in einer filmischen, von Licht- und Schattenspielen geleiteten VR-Erfahrung. „Another Place“ entstand in Zusammenarbeit mit der Protagonistin und basiert auf ihrem Erleben.
Dana Melaver

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Domenico Singha Pedroli
Produktion
Luc-Jérôme Bailleul
Produktionsfirma
Le Fresnoy – Studio national des arts contemporains
Publikumswettbewerb 2025

Coexistence, My Ass!

Amber Fares
Noam Shuster-Eliassi wuchs in einem jüdisch-arabischen Friedensprojekt in Israel auf, arbeitete für die UN und macht Stand-Up-Comedy zum Nahostkonflikt auf Englisch, Hebräisch und Arabisch.  
Filmstill Coexistence, My Ass!
Filmstill Coexistence, My Ass!

Coexistence, My Ass!

Coexistence, My Ass!
Amber Fares
Publikumswettbewerb 2025
Dokumentarfilm
USA,
Frankreich
2025
93 Minuten
Englisch,
Hebräisch,
Arabisch
Untertitel: 
Englisch
Im Namen ihres Dorfes ist eine Utopie formuliert, die Noam Shuster Eliassi von Kindheit an geprägt hat: Newe Shalom (hebräisch) oder Wahat al-Salām (arabisch) bedeutet in etwa „Oase des Friedens“. Die kleine Community von etwa 300 Menschen aus jüdischen und arabischen Familien wurde 1969 gegründet, liegt in Israel an der Grenze zum Westjordanland und erprobt gelebte Solidarität. So werden die Jüdin Noam und ihre palästinensische Freundin Ranin schon als Kinder zu Botschafterinnen der Verständigung, etwa wenn Hillary Clinton oder Jane Fonda zu Besuch kommen. Eine Karriere bei den Vereinten Nationen scheint vorgezeichnet.
In ihrer Comedyshow „Coexistence, My Ass!“, die Regisseurin Amber Fares als Leitmotiv nutzt, schlägt Shuster Eliassi hingegen schärfere Töne an. Mit ihrem beruflichen Wechsel von der Diplomatie zur politischen Komik – je nach Publikum auf Englisch, Hebräisch oder Arabisch – zeigt der Film sie als Kritikerin der Netanjahu-Regierung, vor und nach dem Terroranschlag der Hamas vom 7. Oktober 2023. So spiegelt sich an ihrem Beispiel auch die Zerrissenheit in Teilen der israelischen Linken: Auf den tiefen Schmerz, selbst geliebte Menschen verloren zu haben, folgt bei Shuster Eliassi die Wut über den Gaza-Krieg. Was kann, was darf Humor in dieser Lage? Vielleicht dazu beitragen, über das Leid zweier Völker trauern zu können und die Utopie des Friedens, trotz allem, nicht aufzugeben.
Jan-Philipp Kohlmann

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Amber Fares
Kamera
Amber Fares, Philippe Bellaiche, Amit Chachamov
Schnitt
Rabab Haj Yahya
Produktion
Amber Fares, Rachel Leah Jones, Valérie Montmartin
Ton
Rachel Leah Jones, Ibrahim Zaher, Sharon Luzon
Filmvertrieb
Stephanie Fuchs
Nominiert für: Filmpreis Leipziger Ring
Filmstill Death Does Not Exist

Death Does Not Exist

La mort n’existe pas
Félix Dufour-Laperrière
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Animationsfilm
Kanada,
Frankreich
2025
72 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch
Als Marc seiner Freundin Hélène gesteht, dass er sie liebt, antwortet sie nur: „Später!“ Der Zeitpunkt für sein Geständnis könnte ungünstiger nicht sein, hinter Hélènes Erwiderung steckt eine viel größere Dimension. Die beiden gehören zu einer Gruppe von Aktivist*innen, die im Wald gerade ihre Smartphones verbrannt und sich den letzten wichtigen Fragen gestellt haben. Fragen nach Angst, Macht, Mut, Loyalität und nach Zweifeln. Im Anschluss überfallen sie – stellvertretend für die Schuldigen am Dilemma dieser Welt, wie sie meinen – ein reiches und einflussreiches Rentnerpaar in dessen Nobelanwesen. Die bewaffnete Attacke endet in einem Blutbad. Hélène aber wird mitten im Schusswechsel von einer seltsamen Erstarrung heimgesucht und gerät bald danach in den surrealistischen Strudel einer fatalen zweiten Chance.
Der kanadische Regisseur und Drehbuchautor Félix Dufour-Laperrière sagt, er schreibe „mit Farben im Kopf, Metamorphosen, traumhaften Sequenzen und mentalen Bildern, die sich auf der Leinwand materialisieren“. Aus handgezeichneten Vorlagen entstand eine vor allem symbolwuchtige 2D-Animation fließender Figuren und Silhouetten, die sich weder offensiv formulierten Botschaften noch der überbordenden Magie des Formats verweigert.
Andreas Körner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Félix Dufour-Laperrière
Produktion
Nicolas Dufour-Laperrière
Animation
Félix Dufour-Laperrière
Young Eyes 2025

Fantastique

Marjolijn Prins
Fanta aus Conakry in Guinea verbringt jede freie Minute mit dem Training im Akrobatik-Zirkus. Neben all ihren Pflichten ist ihr größter Traum, mit der Amoukanama Company auf Tournee zu gehen.
Filmstill Fantastique
Filmstill Fantastique

Fantastique

Fantastique
Marjolijn Prins
Young Eyes 2025
Dokumentarfilm
Belgien,
Frankreich,
Niederlande
2025
71 Minuten
Susu,
Französisch
Untertitel: 
Englisch, Deutsch
Fanta ist 14 Jahre alt und lebt in Conakry, der Hauptstadt von Guinea in Westafrika. Neben der Schule und ihren Pflichten im Haushalt verbringt sie jede freie Minute mit dem Training im Akrobatik-Zirkus. Eines Tages kündigt sich die Rückkehr des großen Stars des Landes an. Balla Moussa Bangoura, Begründer der Amoukanama Circus Company, war auf einer internationalen Tournee und plant nun, mit seiner Truppe eine neue Show einzustudieren. Das Training wird härter, denn nur die Besten dürfen am Ende dabei sein.
Fanta will natürlich alles dafür geben, als eines der wenigen Mädchen mit Balla Moussa Bangoura durchs Land reisen zu können. Tag für Tag ist sie nun zerrissen zwischen der Pflege ihrer kranken Mutter, Haushaltsarbeiten, Schulaufgaben und dem, was sie vermeintlich am meisten liebt. Einerseits unterstützt durch ihre Familie, andererseits bestrebt, alle Erwartungen zu erfüllen, beginnt Fanta jedoch zu zweifeln: Was will sie wirklich? Verbunden durch mitreißende Musikauftritte, spektakuläre Akrobatikeinlagen und traumartige Spielsequenzen gelingt Marjolijn Prins das atmosphärisch dichte Porträt eines außergewöhnlichen Mädchens.
Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Marjolijn Prins
Kamera
Johan Legraie
Schnitt
Ciska Slowack
Produktion
Ellen De Waele, Mirna Everhard
Co-Produktion
Florent Coulon, Felix Salgado, Ineke Kanters, Lisette Kelders, Anton Iffland Stettner, Eva Kuperman
Musik
Johanna Beaussart
Nominiert für: Young Eyes Film Award
Ausgezeichnet mit: Young Eyes Film Award
DOK Neuland 2025

Geomancy

Sybil Montet
Ein experimenteller Science-Fiction-Film, der sich ständig mit dem Wetter verändert. Er reagiert auf Echtzeitdaten aus aller Welt. Eine lebendige Interaktion zwischen Computergrafik und Natur.
Filmstill Geomancy
Filmstill Geomancy

Geomancy

Geomancy
Sybil Montet
DOK Neuland 2025
XR
Frankreich,
Deutschland
2024
10 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch
Dieser Cyborg unter den Filmen lässt Computergrafik und Natur dynamisch interagieren. Auf der Basis planetarer Daten von über vierzig Orten auf der ganzen Welt werden Rhythmus und Sequenzierung in Echtzeit vom Wettergeschehen umgeformt. Konzipiert im Geist der Geomantie, die den Geschichten der Erde lauscht und ihr antwortet, ist hier eine Erfahrung von wahrhaft magischer Qualität zu machen.
Dana Melaver

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Sybil Montet
Produktion
Sybil Montet
Ton
Davor Bokhari
Coding
Phil Rohr
Interaktives Design
Pavel Seldemirov
Produktionsfirma
ifa Visual Arts
Filmstill God Is Shy

God Is Shy

Dieu est timide
Jocelyn Charles
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Animationsfilm
Frankreich
2025
15 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch
Die Zugfahrt ist sterbenslangweilig. Die Landschaft rauscht sirrend als abstraktes Farbkaleidoskop vorbei, und Ariel und Paul vertreiben sich die Zeit, indem sie füreinander ihre schlimmsten Albträume zeichnen. Bei Paul ist es die auf offener See auf ihn zuschwimmende Mutter, die ihn unter Wasser reißt, bei Ariel die Konfrontation mit einer psychotischen Frau in der Badewanne. Was als Spiel beginnt, entwickelt plötzlich unheimliche Züge, als sich die mitreisende Gilda dazu setzt – und dann davon erzählt, dass ihr das Unheimlichste überhaupt passiert sei. Sie habe ihren dementen Mann im Schlaf hypnotisiert. Derjenige, der ihr dann antwortete, sei niemand Geringeres als Gott gewesen. Ein ungehaltener Gott, ein verstimmter Gott, und schließlich ein regelrecht erzürnter Gott, denn sie habe partout nicht aufhören wollen, ihren schlafenden Mann zu fragen: Warum existieren wir?
Mit einem unglaublich präzisen Sinn für den Moment, in dem das Profane plötzlich Horrorpotenzial entwickelt, nimmt uns Jocelyn Charles mit auf einen großartigen Psychotrip. Dabei überlässt es der Regisseur dem Publikum, ob man den 2D-animierten Film einfach als pointierte Genre-Unterhaltung schaut, oder ob man die Untertöne mitnimmt: die Hybris, als Mensch ständig Gott spielen und jedes Mysterium aufklären zu wollen, beispielsweise. Eine Hybris, die nicht ohne Folgen bleibt.
Marie Ketzscher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Jocelyn Charles
Buch
Jocelyn Charles
Produktion
Joséphine Mancini
Animation
Tamerlan Bekmurzayev, Jocelyn Charles, Hugues Valin
Filmvertrieb
Anaïs Colpin
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Panorama: Mittel- und Osteuropa 2025

Imago

Déni Oumar Pitsaev
Seine Mutter hat Déni ein Stück Land in der tschetschenischen Siedlung in Georgien gekauft. Dort könnte er sich endlich ein Baumhaus bauen. Erwartet wird von ihm, dass er heiratet. Kann er hier ein neues Leben beginnen?
Filmstill Imago
Filmstill Imago

Imago

Imago
Déni Oumar Pitsaev
Panorama: Mittel- und Osteuropa 2025
Dokumentarfilm
Frankreich,
Belgien
2025
109 Minuten
Tschetschenisch,
Russisch,
Georgisch
Untertitel: 
Englisch
Im Pankisi-Tal, einer tschetschenischen Enklave im georgischen Teil des Kaukasus, wartet ein Stück Land auf Déni Oumar Pitsaev. Seine Mutter hat es ihm gekauft, in der Hoffnung, den in Westeuropa sozialisierten Sohn zurück zu seinen tschetschenischen Wurzeln zu bringen. Bei der Ankunft wird deutlich, dass das Geschenk an weitere Anforderungen geknüpft ist: Unentwegt fragen Verwandte und Bekannte aus der Nachbarschaft, wann denn der 40-Jährige mit dem bald schon schütteren Haar eine Familie zu gründen gedenkt. Setzt er ihnen seine eigene Vision entgegen – den Bau eines Baumhauses für Erwachsene, zehn Meter über dem Boden thronend, ein Traum aus Kindheitstagen –, katalysiert er komplexe Auseinandersetzungen. In ihnen geht es um das Verhältnis des Einzelnen zur Gesellschaft und welchen historischen Bedingungen es unterliegt: Die Region ist tief geprägt von den Auswirkungen der Tschetschenienkriege, die Wunden ziehen sich bis in die entfremdete Beziehung zum eigenen Vater. Dabei bleibt Pitsaevs Art der Konfrontation stets äußerst behutsam und gerät nie zum Angriff. Mit kundiger Neugier nähert er sich einer Welt, die ihm völlig fremd und Heimat zugleich ist.
Felix Mende

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Déni Oumar Pitsaev
Kamera
Sylvain Verdet, Joachim Philippe
Schnitt
Laurent Sénéchal, Dounia Sichov
Produktion
Alexandra Mélot
Co-Produktion
Anne-Laure Guégan, Géraldine Sprimont
Ton
Marie Paulus, André Rigaut, Joseph Squire
Sound Design
Marie Paulus, André Rigaut, Joseph Squire, Hélène Clerc-Denizot, Emmanuel De Boissieu
Filmvertrieb
Jing Xu
Nominiert für: MDR-Filmpreis
Publikumswettbewerb 2025

Life After Siham

Namir Abdel Messeeh
In einer Montage aus Homevideos, familiären Erinnerungen und Szenen aus ägyptischen Filmklassikern findet der Regisseur eine visuelle Sprache für die Trauer um seine verstorbene Mutter.  
Filmstill Life After Siham
Filmstill Life After Siham

Life After Siham

La vie après Siham
Namir Abdel Messeeh
Publikumswettbewerb 2025
Dokumentarfilm
Frankreich,
Ägypten
2025
80 Minuten
Französisch,
Arabisch
Untertitel: 
Englisch
Für Namir ist es eine schmerzhafte Erkenntnis, dass seine geliebte Mutter nicht unsterblich ist. Eigentlich wollte er mit Siham noch einen Film machen. Nun steht er mit seinem Vater Waguih und seinen Kindern, die noch zu jung scheinen, um den Tod zu verstehen, trauernd in der Kirche — und lässt sich filmen. „Wie immer vertraue ich darauf, dass das Kino mir hilft.“ Der Film, so ist er überzeugt, kann aus einer Tragödie eine Komödie machen – und er kann Erinnerungen, die sonst verblassen, festhalten.
Schon in „Die Jungfrau, die Kopten und ich“ (2011) hatte Namir Abdel Messeeh die Biografie seiner Familie zwischen Ägypten und Frankreich, ihren christlichen Glauben und die Liebe zum Kino verarbeitet. Aber Sihams Wunsch war, dass ihr Sohn statt mit den eigenen Verwandten endlich mal einen Spielfilm mit Schauspielstars realisiert. Mit der Kraft des Kinos erzählt Namir Abdel Messeeh stattdessen von der Liebe seiner Mutter, ihrer Sehnsucht und ihren Mysterien. In einer Montage aus Homevideos, familiären Erinnerungen und Szenen aus ägyptischen Filmklassikern von Youssef Chahine erscheint Siham so nahezu „larger than life“.
Jan-Philipp Kohlmann

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Namir Abdel Messeeh
Buch
Namir Abdel Messeeh
Kamera
Nicolas Duchêne
Schnitt
Benoît Alavoine, Emmanuel Manzano
Produktion
Camille Laemlé
Sound Design
Roman Dymny
Musik
Clovis Schneider
Filmvertrieb
Marcella Jelić
Young Eyes 2025

Mary Anning

Marcel Barelli
Mary ist ein 12-jähriges Mädchen im 19. Jahrhundert: wissbegierig, hartnäckig und fasziniert von Fossilien. Ein unterhaltsames und liebenswertes Biopic über eine der ersten Paläontologinnen.
Filmstill Mary Anning
Filmstill Mary Anning

Mary Anning

Mary Anning
Marcel Barelli
Young Eyes 2025
Animationsfilm
Schweiz,
Frankreich,
Belgien
2025
72 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch
Es geht auf eine kleine Zeitreise zurück ins frühe 19. Jahrhundert an die Südküste Englands. Hier lebt Mary Anning. Das 12-jährige Mädchen ist wissbegierig, hartnäckig und fasziniert von Fossilien. Jede freie Minute verbringt sie unten am Strand, um in den Erdschichten der Steilküste ihres Heimatortes nach den versteinerten Überresten längst ausgestorbener Tierarten zu suchen. Auch ihr Vater ist begeistert von diesem Hobby und verdient sich mit dem Verkauf der Versteinerungen ein Zubrot für den Unterhalt seiner Familie. Als er nach einem Klippenabbruch verschwunden bleibt, gerät Marys Leben ins Wanken. Alles, was der Vater hinterlässt, ist eine mysteriöse Zeichnung, deren Bedeutung Mary erst nach und nach versteht. Sie ist entschlossen, gemeinsam mit unerwarteten Verbündeten das Geheimnis dahinter zu lüften. Ein unterhaltsames und liebenswertes Biopic über eine der ersten Paläontologinnen.
Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Marcel Barelli
Buch
Marcel Barelli, Pierre-Luc Granjon, Magali Pouzol
Kamera
Marjolaine Perreten
Schnitt
Marcel Barelli, Julie Brenta
Produktion
Nicolas Burlet
Co-Produktion
Arnaud Demuynck, Tatjana Kozar
Ton
Jérôme Vittoz
Sound Design
Jérôme Vittoz
Musik
Shyle Zalewski
Animation
Maëlle Chevallier
Filmvertrieb
Lisa Lejeune
Nominiert für: Young Eyes Film Award
Filmstill Queens of Joy

Queens of Joy

Korolevy radosti
Olga Gibelinda
Publikumswettbewerb 2025
Dokumentarfilm
Ukraine,
Frankreich,
Tschechische Republik
2025
92 Minuten
Ukrainisch,
Russisch
Untertitel: 
Englisch
„Wir sammeln heute Spenden für die 206. Brigade der Territorialverteidigung“, ruft Diva Monroe auf einer Dragshow in einem Kellerklub in Kyjiw. Ob an der Front oder durch ziviles Engagement: Zahlreiche Menschen aus der ukrainischen LGBTQ+-Community setzen sich den russischen Angriffen zur Wehr – viele davon schon vor der Invasion von 2022. Dabei wäre es verständlich, vor Krieg und Diskriminierung zu fliehen. Lange Zeit gab es für Queers in der Ukraine kaum gesellschaftliche Akzeptanz. Doch seit die Propaganda des Kreml nicht mehr nach Kyjiw durchdringt, ist es besser geworden. So erzählt es der Film von Olga Gibelinda am Beispiel dreier Dragqueens: Monroe, die sich ans Empowerment der Maidan-Proteste erinnert und seitdem fürs Fernsehen und als Influencerin arbeitet. Aura, damals noch auf Seiten der prorussischen Regierung, heute in Diensten der Armee unter Oberbefehlshaber Selenskyj. Und Marlen, die als Transfrau in der Vergangenheit Verletzungen erlitten hat und heute auf der Bühne Freude verbreitet.
Prägnant kontrastiert der Film die Show- und die private Alltagswelt der Dragqueens. Dabei gibt er auch ihren politischen Forderungen Raum. So verlangen sie etwa, dass queere Partnerschaften gerade jetzt anerkannt werden sollten, damit Angehörige von Gefallenen und Verletzten die gleichen rechtlichen Ansprüche haben.
Jan-Philipp Kohlmann

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Olga Gibelinda
Buch
Olga Gibelinda, Ivanna Khitsinska
Kamera
Kyrylo Nikrashevich
Schnitt
Zuzana Walter
Produktion
Ivanna Khitsinska
Co-Produktion
Louis Beaudemont, Hana Blaha Šilarová
Ton
Mykhailo Zakutskyy
Musik
Artem Baburin
Broadcaster
Serhii Nedzelskyy, Natasha Movshovych, Aloina Holiakova, Claudia Bucher, Béatrice Meier, Barbara Bouillon
Nominiert für: MDR-Filmpreis