In einer Hütte im Wald lauschen Jean und Mana verschiedensten Tierarten und katalogisieren Stimmaufnahmen. Als sie unbekannte Laute hören, ist die Neugier geweckt, ein Geheimnis zu lüften.
Schauplatz und Figurenaufstellung wirken wie der Auftakt für ein ungewöhnliches Märchen. Ein älterer Mann, Einsiedler in einer abgeschiedenen Hütte, bekommt Besuch von einer jungen Frau, fast noch ein Mädchen, das die Sprache der Vögel verstehen und nachahmen kann. Tief in den Wäldern nehmen Jean und Mana die Stimmen der verschiedenen Arten auf und katalogisieren sie Tag für Tag, Nacht für Nacht. Doch dann hören sie den Laut eines unbekannten Tieres und machen sich auf die Suche.
Im Zentrum stehen die Vogelstimmen und ihre Zuordnung. Anstatt aber die pedantische Analyse von Klangereignissen wie ein verschrobenes Hobby aussehen zu lassen, regt der Film zum genauen Zuhören an. Die unaufgeregte Neugier der beiden Wissenschaftler*innen steckt an. Beim Zuschauen überträgt sich nach und nach nicht nur ihre Begeisterung für das Forschungsobjekt, sondern auch die kindliche Lust, ein Geheimnis zu lüften.
Ein Fahrradunfall verursacht einen Riss in der schützenden Hülle, die Alice sich zugelegt hat, um die bedrückende Enge in ihrem Alltag ertragen zu können. Kann sie sich endlich freitanzen?
Heute ist der 27. Geburtstag von Alice. Sie lebt in ihrem alten Kinderzimmer in der Wohnung ihrer Eltern. Ihre Mutter umhegt sie wie ein Kind. Ihr kleiner Bruder geht ihr auf die Nerven. Raum für Selbstverwirklichung und das Ausleben sexueller Bedürfnisse gibt es höchstens in ihrer eigenen Fantasie. Aus ökonomischen Gründen ist ihr und vielen anderen jungen Menschen verwehrt, ein unabhängiges Leben in eigenen vier Wänden zu führen. So muss Alice die Enge erdulden.
Am Abend ihres Geburtstages zieht sie mit ihrem Kumpel um die Häuser und tanzt sich bei einer Party auf dem Dach eines Hochhauses endlich für einige Momente frei. Der Blick über die nächtliche Stadt und die Ernüchterung nach all der Ausgelassenheit bringen das Dilemma jedoch ins Bewusstsein zurück: Wo ist ihr privater Rückzugsort, an dem sich Körper und Geist unbeobachtet entfalten können? Eindringlich, farbenfroh, mit fantastischem Sound und voller Erotik beschreibt dieser Film die bedrückende Lage einer ganzen Generation.
Franka Sachse
Credits
Regie
Flóra Anna Buda
Buch
Flóra Anna Buda
Schnitt
Albane du Plessix
Produktion
Emmanuel-Alain Raynal, Pierre Baussaron, Gábor Osváth, Péter Benjámin Lukács
Ton
Péter Benjámin Lukács
Musik
Mári Mákó, Rozi Mákó
Animation
Zoltán Koska, Gábor Mariai, Luca Tóth, Borbála Zétényi, Flóra Anna Buda