Mike Brett, Steve Jamison, Pierre Zandrowicz, Arnaud Colinart
Die atomare Bedrohung wurde für 1,4 Millionen Menschen auf Hawaii real. Am 13. Januar 2018 warnte sie eine Textnachricht vor einer Rakete. Die Nachricht war falsch, aber folgenschwer.
Mike Brett, Steve Jamison, Pierre Zandrowicz, Arnaud Colinart
Extended Reality 2022
XR
Frankreich,
UK,
USA
2022
42 Minuten
Englisch,
Französisch,
Deutsch,
Koreanisch,
Japanisch,
Norwegisch
Untertitel: 
Englisch
Der Friede der Großmächte fußt auf einem „Gleichgewicht des Schreckens“. Mit ihren Waffenarsenalen können sich Staaten gegenseitig komplett auslöschen. Am 13. Januar 2018 bekamen das 1,4 Millionen Menschen auf Hawaii zu spüren: Eine falsche Raketenwarnung per Textnachricht brachte den Alltag für 38 Minuten zum Erliegen, Panik brach aus und die atomare Bedrohung wurde plötzlich real.
Lars Rummel
Credits
Produktion
Arnaud Colinart, Jo-Jo Ellison, Mike Brett, Steve Jamison
Ausführende Produktion
Paul Mezier, Susanna Pollack
Produktionsfirma
Atlas V, Archer’s Mark
Animation
Alan Sorio
3D-Künstler*in
Renaud de Bellefon, Anthony Rubier
VFX Artist
Yasuyuki Otsuki
Buch
Dr. Jamaica Heolimeleikalani Osorio
Musik
Bobby Krlic
Key Collaborator
Games for Change, Princeton University, British Film Institute, VR for Good, ARTE France, CNC
Regie
Mike Brett, Steve Jamison, Pierre Zandrowicz, Arnaud Colinart
Eine autobiografische, visuell einfallsreiche Studie des (unprivilegierten) Erwachsenwerdens. Sie wirft Fragen nach (Un-)Austauschbarkeit auf: jedes Einzelnen, auch einer Mutter.
Als der Regisseur Mickaël Bandela sechs Monate alt war, übergab ihn seine in Frankreich lebende leibliche Mutter Gisèle in die Obhut der Pflegemutter Marie-Thérèse, die ihn fast zwanzig Jahre umsorgte. Der Kontakt zu Gisèle riss zwar nie ab, Besuche blieben aber unregelmäßig. Nun ist Mickaël 35 und gründet seine eigene Familie. Eigentlich ein perfekter Zeitpunkt, um auch Gisèle als Oma in sein Leben einzubinden. Doch sie entscheidet sich, in ihre alte kongolesische Heimat zurückzukehren.
Mickaël versucht zu verstehen – die Frau, die ihn auf die Welt brachte, die Frau, bei der er aufwuchs, und sich selbst. Sein autobiografischer Film wird zu einer fragmentierten Spurensuche nach Erinnerungen an das eigene Werden. Manche Sequenzen zeigen Momente äußerster Orientierungslosigkeit. Ein Verlust der Balance beim Sich-um-sich-selbst-Drehen, wie man meinen könnte? Nein, genau das unterläuft Mickaël Bandela nicht. Sein Werk, das dem Mangel an Archivmaterial mit visuellem Einfallsreichtum und einem eigensinnigen Rhythmus begegnet, ist voller Empathie. Es beleuchtet nicht nur das unprivilegierte Aufwachsen in der französischen Provinz, sondern ermöglicht auch Verständnis für das Handeln seiner beiden „Mamans“ und deckt Hintergründe auf. Darüber hinaus gelingt ihm eine elaborierte Analyse der (Un-)Austauschbarkeit: eines jeden Einzelnen, auch der oft als unantastbar geltenden Figur der Mutter.
In einer komplexen Montage von Archivmaterial und Zwiegesprächen mit ihrer Mutter reflektiert Mila Turajlić das Werden und Vergehen des Vielvölkerstaates Jugoslawien.
Eine seit siebzig Jahren verschlossene Tür dient Mila Turajlićs Doppelporträt ihrer Mutter und ihres Mutterlands Jugoslawien als MacGuffin. Ebenjene Tür teilt die bourgeoise Familienwohnung, seit Titos Kommunisten mehrere Zimmer proletarischen Obdachbedürftigen zuwiesen. Srbijanka Turajlić hat sich um ihre Nachbarn nie geschert. Als aber serbische Nationalisten Ende der 1980er Jahre beginnen, die Einheit ihres Landes zu gefährden, wird sie zur erbitterten Gegnerin des Milošević-Regimes. In einer virtuosen Montage von Archivmaterial und Zwiegesprächen mit der Mutter resümiert die Filmemacherin deren Werdegang und gewinnt zugleich eine neue Perspektive auf die Zeit der eigenen Jugend.