Eine Lebensanleitung aus dem Nichts: „Holen Sie tief Luft, sagen Sie JAAA!“ Doch der anonyme Guru wird zum schwatzhaften Flaneur durch das eigene psychedelische Problem-Universum.
Eine Stimme aus dem Nichts verkündet eine Anleitung zum Leben: „Holen Sie tief Luft, sagen Sie JAAA! … und hören Sie auf, langweilig zu sein!“ Allerdings entgleiten dem anonymen Lehrmeister Regeln und Autorität. Er wird zum schwatzhaften, widersprüchlichen Flaneur durch das Universum seiner problembehafteten Privatheiten. Das Design der Therapieeinheiten hat es faustdick hinter den Ohren.
André Eckardt
Credits
Regie
Patrick Buhr
Buch
Patrick Buhr
Schnitt
Patrick Buhr
Produktion
Ute Dilger
Ton
Marvin Horsch, Donghee Nam, Jonathan Kastl
Animation
Patrick Buhr
Sprecher*in
Erik Hansen
Performer
Vanja Smiljanić, Sina Seifee, Lia Sudermann, Matthias Conrady
Weit streckt sie die Arme aus: Für den Übertritt von der unerträglichen Wirklichkeit in den Traum braucht es manchmal nur ein Fingerschnipsen, ein anderes Mal mehrere Liegestütze.
Weit streckt sie die Arme aus: „Ich will nach Hause gehen, träumen“. Für den Übertritt von der unerträglichen Wirklichkeit in die magische Welt braucht es manchmal nur ein Fingerschnipsen, ein anderes Mal mehrere Liegestütze. Gudrun Krebitz’ poetische Arbeit aus Video und Animation empfiehlt, die Grabplatte wegzuschieben und in das Unterbewusstsein hinabzusteigen: mit Übermalungen und Überblendungen.
Ein Hochspannungsmast wedelt mit seinen Tentakeln. Der Blick versucht, ein Linienwirrwarr zu ordnen, und skizziert neu, was sich aus den Resten der Wahrnehmung zusammenfügen lässt.
Der Blick schweift an Bäumen entlang und versucht, nahe und ferne Zweige optisch zu ordnen. Ein Linienwirrwarr lässt skizzenhaft zurück, was ist, und hält skizzenhaft fest, was aus den Resten der Wahrnehmung zusammengefügt werden kann. Mit digitalem Knacksen erobern handgezeichnete Striche die dritte Dimension. Ein Hochspannungsmast wedelt mit seinen Tentakeln.
Eine Instagram-Nutzeroberfläche kräuselt sich, wird anmutiger Feedback-Wirbel und macht sich virtuell interessant. Ihr Bildmotiv: die Abwesenheit eines fotografischen Objekts.
Eine Instagram-Nutzeroberfläche kräuselt sich, wird Feedback-Wirbel und macht sich virtuell interessant. Jedes Segment ist eine ästhetisch arrangierte Wiederholung. Kurz erhascht der Blick den vermeintlichen Bildinhalt: In einem Filmstudio lauern Equipment und ein weißer Hintergrund auf ihr fotografisches Objekt. Sie inszenieren Abwesenheit als Motiv, das den eitlen Social-Media-Kanal füttert.
Zu den Pop-Beats von Vonfelt fliegen Lichter der nächtlichen Großstadt vorbei und bilden einen Sog aus Farben und Formen. Mit diesem animierten Soundtrack kann die Flucht vor den Dingen gelingen.
Um den Dingen entfliehen zu können, benötigt es Schwung. Vonfelt packt die dafür nötige Energie in nicht aufzuhaltende Pop-Beats und Sprachbilder. In der Kulisse aus vorbeifliegenden nächtlichen Großstadtlichtern inszeniert Michelle Brand einen erfrischend dynamischen Sog aus sich verlierenden Formen und intensiven Farben. Im Rausch der Beschleunigung lässt man sich sanft und mit einem Lächeln fallen.
André Eckardt
Credits
Regie
Michelle Brand
Produktion
Stink Films
Musik
Vonfelt
Animation
Michelle Brand, Toby Auberg, Lisa Cruz, Camille Gibut