Einfühlsames, intimes Porträt einer afghanischen Frau und ihrer Familie im Geflüchtetenlager Moria auf der griechischen Insel Lesbos – bevor und während das Camp in Flammen aufging.
deutsche Untertitel für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit, Englisch
Acht Monate lang begleitete das Filmteam um Ole Jacobs und Arne Büttner die Afghanin Nasim und ihre Familie im Geflüchtetenlager Moria auf der griechischen Insel Lesbos, wo zeitweise 20.000 Menschen auf einem für weniger als 3.000 Personen konzipierten Raum leben mussten. Der beobachtende Dokumentarfilm zeigt äußerst einfühlsam den Alltag der zweifachen Mutter, die es auf beeindruckende Weise schafft, die Herausforderungen dieser unzumutbaren Extremsituation immer wieder aufs Neue zu meistern.
Nasim lebte mit ihrer Familie zuvor im Iran, wo sie bereits Diskriminierung erdulden musste. Ihre Ehe ist zerrüttet, die stillen Konflikte mit ihrem Mann fängt die Kamera behutsam ein – Blicke erzählen alles. Nasim leidet an Rheuma und kann ihre Hände kaum noch bewegen. Trotzdem findet sie dafür liebevolle, erklärende Worte – ihren eigenen und den anderen Kindern gegenüber. Sie springt sogar vorübergehend als Ersatz für die weggegangene Schullehrerin ein: „Heute werden wir malen …“ Das Verständnis, das sie anderen stets entgegenbringt, bleibt ihr selbst jedoch verwehrt: Alle in ihrem Umfeld meinen besser zu wissen, was sie braucht. Als das Camp im September 2020 in Flammen aufgeht, scheint jede Hoffnung auf eine bessere Welt verloren. Nasim ist auf sich allein gestellt – doch ganz vielleicht birgt diese erneute Katastrophe auch eine Chance.
Borjana Gaković
Credits
Regie
Ole Jacobs, Arne Büttner
Kamera
Arne Büttner
Schnitt
Janina Herhoffer
Produktion
Ray Peter Maletzki, Ayla Güney, Stephan Helmut Beier
Co-Produktion
Ole Jacobs, Arne Büttner
Ton
Ole Jacobs, Azadeh Zandieh
Performer
Nasima Tajik
Ausgezeichnet mit:
DEFA Förderpreis,
ver.di Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness
Nele träumt davon, eine Ballonfahrt zu machen. Das ist nicht so einfach, denn ihre Mutter ist gehbehindert und im Alltag brauchen sie viel Hilfe. Geht der Traum vielleicht doch in Erfüllung?
Auf dem Balkon ist Nele den Wolken ganz nah. Schöner wäre es jedoch, eine Ballonfahrt zu machen und ihnen noch näher zu sein. Dieses Vorhaben ist nicht so einfach umzusetzen, denn Neles Mutter ist gehbehindert. Bei Unternehmungen brauchen sie Hilfe und ihr Alltag wird von vielen anderen Menschen mitorganisiert. Ihnen geht es sehr gut zusammen, aber so ein Ausflug im Heißluftballon wäre schon toll …
Kani Lapuerta begleitete Karla acht Jahre lang beim Aufwachsen und bei ihrer Transition. Gemeinsam erzählen sie Karlas Coming of Age: farbenfroh, verspielt und aus trans Perspektive.
Karla ist verträumt, Karla ist charismatisch und Karla ist trans. Zusammen mit ihren Eltern wächst sie in der mexikanischen Kleinstadt Tepoztlán auf. Sie liebt es, sich zu schminken oder zu verkleiden. Aber manchmal wächst ihr die Welt auch über den Kopf. Dann versteckt sie sich stundenlang in ihrem Zimmer. Zum Glück hat Karla Freundinnen und eine Familie, die sie unterstützen, oft verstehen und immer auch mal herausfordern. Über acht Jahre hinweg begleitete trans Filmemacher Kani Lapuerta seine Protagonistin in ihrem Alltag und ihrer Transition. Entstanden ist eine farbenfrohe, verspielte und politische Coming-of-Age-Erzählung aus trans Perspektive. Gemeinsam erschaffen Karla und Kani einen filmischen Raum, in dem ihre Fantasie genauso wichtig ist wie ihre Identität – und wo beides ineinanderfließt. Der Filmtitel bezieht sich auf eine der möglichen geschlechtsneutralen Formen des spanischen Ausdrucks „niños“, der auch nicht-binäre, trans und genderfluide Kinder einschließt. „Niñxs“ ist ein berührender, Mut machender Film über Kindheit, Kreativität und Selbstermächtigung – und ein starkes Plädoyer für eine Welt, in der alle einfach sie selbst sein dürfen.