Drei Jahre mit Daniel Richter: Pepe Danquart schließt uns die Tür zum Atelier des berühmten Malers auf und porträtiert den politischen Künstler facetten- und kenntnisreich.
Wenige Künstlerporträts verschaffen uns das Privileg, einem Maler so nahezukommen, als hätten wir freien Zugang zu seinem Atelier. Drei Jahre lang durfte Pepe Danquart den Maler Daniel Richter begleiten. Er hat ihm mit der Kamera beim Malen zugeschaut, bei Verhandlungen mit seiner Galeristin, im Gespräch mit seiner Verlegerin und beim Scherzen mit seinem Weggefährten Jonathan Meese. Er befragt Sammler, ist auf Auktionen zugegen und sogar beim Besuch im Schallplattenladen.
So entsteht das komplexe Bild eines bildenden Künstlers, der dem Abstrakten ebenso zugeneigt ist wie dem Figurativen und der fortwährend auf der Suche nach dem Sinn seiner Arbeit scheint. Auf dem Kunstmarkt erzielen Daniel Richters Gemälde Höchstpreise – ein Aspekt, den weder Pepe Danquart noch der Maler selbst auslassen, der hier zum Glück aber nicht im Mittelpunkt steht. Vernissagen, Auktionen und Galadiners geben der Filmerzählung Struktur, doch ihr Herz ist Richters Atelier. Dort erleben wir ihn als Handwerker, als rastlosen Macher, der erstaunlich freimütig und selbstironisch über seine Arbeit reflektiert, die für ihn immer auch ein politischer Akt ist. Er spricht über Entstehungsprozess, Wirkung, Bedeutung und Stellenwert der eigenen Bilder, trifft klare Aussagen und nimmt sich bei allem Geltungsanspruch schließlich doch nicht ernster als nötig.
Christoph Terhechte
Credits
Regie
Pepe Danquart
Kamera
Daniel Gottschalk, Marvin Hesse
Schnitt
Toni Froschhammer
Produktion
Vanessa Nöcker, Benjamin Seikel
Co-Produktion
Annegret Weitkämper-Krug
Ton
Andre Zacher, Etienne Haug, Kai Ziarkowski, Tobias Welmering, Krischan Rudolph
Musik
Ramon Kramer
Filmvertrieb
Dietmar Güntsche
Nominiert für:
VER.DI Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness
Die technologischen und ideologischen Spuren des Menschen lassen die Erde von einer dunklen Materie zu einer dunklen Angelegenheit werden, die trotz allem neue Formen hervorbringt.
Ruhige, dunkle Aufnahmen von nächtlichen Nebelschwaden, von einer Mine, einem Muldenkipper oder einem Wrack, von riesigen Erdkratern und neuen Oberflächenkonturen, die durch die Ausgrabungen entstanden. Rohstoffgewinnung, Ökonomisierung und Ausbeutung von Natur sind die Themen dieser visuellen Studie. Ein unaufdringlicher, aber bedrohlicher und bestimmter Ton begleitet sie und unterstreicht das Mystische der Bilder. Aus postindustriellen werden postapokalyptische Landschaften.
Eine bildgewaltig-dystopische Parabel über eine Gesellschaft, die angesichts der drohenden Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen in Schockstarre verfallen zu sein scheint.
Eine cineastische Reise an den tiefsten Punkt der Erde, in deren Verlauf sich die universelle Geschichte von Schöpfung, Verantwortung und Verderben entfaltet. Gedreht wurde an den Ufern des Toten Meeres, wo Gott einst Sodom und Gomorra zerstörte, um die sündigen Menschen zu bestrafen. Das Wasser des Sees zieht sich hier seit Jahrzehnten zurück. Übrig bleiben nur salzige Krusten, verlassene Spa-Anlagen und gefährliche Sinklöcher. Die doppelbödige, aber nie aufdringliche Montage verknüpft die biblische Erzählung um Lots zur Salzsäule erstarrte Frau mit der beunruhigenden Frage, warum wir angeblich vernunftbegabten Wesen auf die aktuellen Krisen nur mit Schockstarre reagieren, statt zu handeln.
Es herrscht völlige Dunkelheit, die Reizüberflutung ist abgestellt. Der Sound übernimmt die Regie und lässt Geschichten entstehen. Sie spielen ausschließlich im eigenen Kopf.
Es herrscht völlige Dunkelheit. Die Konzentration richtet sich auf die sphärischen Klänge um uns herum. Bässe wandern durch den Körper, triggern Bilder, Emotionen. Die Reizüberflutung, die uns sonst so fest im Griff hat, ist abgestellt. Der Sound – improvisiert und interaktiv moduliert – übernimmt die Regie. Geschichten entstehen. Und das ausschließlich im eigenen Kopf.
Katrin Hauser, Lenia Friedrich, Arjun Patel, Milan Haupt, Dexin Yin, Quingqi Ren, Tianyi Zhang, Diego Herguera, Raquel Gálvez Soto, Toni Planas Portas, César García Villafaina, Inés Gonzáles, Candela Carroceda, Agata Tracevič, Justinas Erminas, Eva Rodz, Žilvinas Baranauskas, Margarita Valionytė
Die Studierenden von sieben internationalen Hochschulen tauschen sich online über ihre erzwungene Isolation im Lockdown aus – und kommen sich über dieses gemeinsame Filmprojekt nah.
Katrin Hauser, Lenia Friedrich, Arjun Patel, Milan Haupt, Dexin Yin, Quingqi Ren, Tianyi Zhang, Diego Herguera, Raquel Gálvez Soto, Toni Planas Portas, César García Villafaina, Inés Gonzáles, Candela Carroceda, Agata Tracevič, Justinas Erminas, Eva Rodz, Žilvinas Baranauskas, Margarita Valionytė
Hommage: Isabel Herguera 2024
Animationsfilm
Deutschland,
Schweiz,
China,
Indien,
Mexiko,
Kolumbien
2020
16 Minuten
Englisch,
Hindi,
Chinesisch,
Italienisch,
Spanisch,
Albanisch,
Portugiesisch (Portugal)
Untertitel: 
Englisch
Anfang 2020 steht die Welt im Lockdown still. Die Wohnungen werden zu Raumstationen, die gegen die Außenwelt luftdicht abgeriegelt sind. Niemand geht vor die Tür, nur die Gedanken gehen auf Wanderschaft. Die Studierenden von sieben internationalen Hochschulen tauschen online persönliche Eindrücke und Reflexionen der erzwungenen Isolation aus und kommen sich über dieses gemeinsame Filmprojekt nahe.
Franka Sachse
Credits
Regie
Katrin Hauser, Lenia Friedrich, Arjun Patel, Milan Haupt, Dexin Yin, Quingqi Ren, Tianyi Zhang, Diego Herguera, Raquel Gálvez Soto, Toni Planas Portas, César García Villafaina, Inés Gonzáles, Candela Carroceda, Agata Tracevič, Justinas Erminas, Eva Rodz, Žilvinas Baranauskas, Margarita Valionytė
Dieser Film heißt aus rechtlichen Gründen Breaking Bert
Anne Isensee
Die meisten Unfälle passieren zu Hause. Und so ereilt einen unvorbereitet der Appell an die eigene politische Verantwortung. Die zufällige Brecht-Lektüre fordert zur Aktion auf.
Dieser Film heißt aus rechtlichen Gründen Breaking Bert
Dieser Film heißt aus rechtlichen Gründen Breaking Bert
Anne Isensee
Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2020
Animationsfilm
Deutschland
2020
5 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch
Die meisten Unfälle passieren zu Hause. Und so ereilt eine sympathische, jazzliebende Zeichenfigur unvorbereitet der Appell an die eigene politische Verantwortung. Die zufällige Brecht-Lektüre aktiviert die Lesende. Zumindest dazu, irgendetwas zu tun. Um nicht auf die schiefe Bahn oder falsche Seite zu geraten. Pointiert, aufgeräumt, mit wohldosiertem Humor und großem Herzen für menschliches Zaudern hinterfragt Anne Isensee die Illusion eines permanenten Widerspruchs in der Wirklichkeit.
André Eckardt
Credits
Regie
Anne Isensee
Buch
Anne Isensee
Schnitt
Anne Isensee
Produktion
Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, Lorena Junghans
Dieser Film heißt aus rechtlichen Gründen Breaking Bert
Anne Isensee
Die meisten Unfälle passieren zu Hause, manchmal in Form eines Textes von Brecht, der unerwartet an die eigene politische Verantwortung appelliert. Irgendetwas muss doch getan werden!
Dieser Film heißt aus rechtlichen Gründen Breaking Bert
Dieser Film heißt aus rechtlichen Gründen Breaking Bert
Anne Isensee
Animation Perspectives 2023
Animationsfilm
Deutschland
2020
5 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch
Die meisten Unfälle passieren zu Hause. Dort ereilt eine jazzliebende Zeichenfigur unvorbereitet die Wiederbegegnung mit einem Text von Bertolt Brecht und mit ihm ein Appell an die eigene politische Verantwortung. Wenigstens irgendetwas ist zu tun, um nicht auf die falsche Seite zu geraten. Eine pointierte, aufgeräumte Betrachtung mit Verständnis für menschliches Zaudern.
André Eckardt
Credits
Regie
Anne Isensee
Buch
Anne Isensee
Schnitt
Anne Isensee
Produktion
Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, Lorena Junghans
Liebesbedürftig wirkt das kleine Wesen. Bis es um die Ecke faucht. Auf seinen kurzen Beinchen spurtet es dir durch die leere Vorstadt hinterher. Unbehagen macht sich breit.
Klein und niedl… Nein, nicht niedlich, eher irgendwie liebesbedürftig und schüchtern wirkt das kniehohe Wesen. Bis es um die Ecke faucht. Auf seinen kurzen Beinchen spurtet es dir durch die leere Vorstadt hinterher. Ein unbehagliches Lauern, ein lauerndes Unbehagen macht sich breit. Malte Stein legt mit gezeichneter Kargheit, gemeinen Geräuschen und nicht so freundlichen Charakteren das chirurgische Besteck für ein grandioses Kopfkino bereit – beim Protagonisten und bei allen, die ihm zusehen.
Liebesbedürftig wirkt das kleine Wesen. Bis es um die Ecke faucht. Auf seinen kurzen Beinchen spurtet es dir durch die leere Vorstadt hinterher. Unbehagen macht sich breit.
Klein und niedl… Nein, nicht niedlich, eher liebesbedürftig und schüchtern wirkt dieses kniehohe Wesen. Bis es um die Ecke faucht. Auf seinen kurzen Beinen spurtet es dir durch die leere Vorstadt hinterher. Unbehagliches Lauern macht sich breit. Malte Stein legt mit gezeichneter Kargheit, gemeinen Geräuschmotiven und nicht so freundlichen Charakteren chirurgisches Besteck für das Kopfkino bereit.
Ein Dorfporträt in den Karpaten: Anhand der Begegnungen mit drei selbstbestimmten Frauen dokumentiert Maksym Melnyk das Landleben im ukrainischen Stuschyzja nahe der EU-Grenze.
In einem abgeschiedenen Dorf, dessen Name sinngemäß „kalter Ort“ bedeutet, sucht dieser Film nach Wärme in der Begegnung. Das ukrainische Stuschyzja liegt in den Karpaten im Dreiländereck zwischen Polen und der Slowakei. Wo 2019, im Jahr von Selenskyjs Wahlerfolg, kaum noch junge Menschen leben, sind die drei älteren Protagonistinnen – Landwirtin, Postbeamtin und Biologin – fest verwurzelt. Mit der Zeit wird auch das Filmteam, zumindest temporär, zu einem geschätzten Teil der Dorfgemeinschaft.
Zwischen Horoskop-Lesungen im Postamt, Hofarbeit mit der Mistgabel und kirchlichen Segnungen reparaturbedürftiger Pkws nähert sich Maksym Melnyk, selbst gebürtig aus der Oblast Transkarpatien, den drei Frauen an. Sein dokumentarischer Stil ergibt sich aus der Interaktion: Stellt er zu Beginn wie ein Reporter Fragen aus dem Off, rückt er mit zunehmender Nähe zu den Menschen selbst ins Bild. Als „Fliege an der Wand“ begreifen sich heute die wenigsten Dokumentarfilmschaffenden. Aber der Protagonistin vor laufender Kamera ein Schwein zu schenken, sich von ihr die Haare schneiden zu lassen? Das ist dann doch eher ungewöhnlich. Am Beispiel der alleinstehenden Bäuerin Hanna, die Melnyk und Kameramann Florian Baumgarten – ihn nennt sie „der Deutsche“ – wie Söhne behandelt, porträtiert der Film ein entbehrungsreiches Landleben, das in der Bergregion nahe der EU-Grenze im Niedergang begriffen scheint.
Jan-Philipp Kohlmann
Credits
Regie
Maksym Melnyk
Kamera
Florian Baumgarten, Meret Madörin
Schnitt
Jannik Eckenstaler
Produktion
Maksym Melnyk, Andrea Wohlfeil
Ton
Roman Pogorzelski
Musik
Maksym Melnyk
Ausgezeichnet mit:
DEFA Förderpreis,
Goldene Taube (Publikumswettbewerb)