Filmarchiv

Sections (Film Archive)

Hommage Annik Leroy 2020

Cell 719

Annik Leroy
Eine 15-minütige audiovisuelle Komposition auf der Grundlage eines im Gefängnis geschriebenen Textes von Ulrike Meinhof: „Ein Brief Ulrike Meinhofs aus dem Toten Trakt“ (1972/73).
Media Name: 900f0ffd-c921-4a19-99f5-d00b0f1d97c9.jpg
Media Name: 900f0ffd-c921-4a19-99f5-d00b0f1d97c9.jpg

Cell 719

Cellule 719
Annik Leroy
Hommage Annik Leroy 2020
Dokumentarfilm
Belgien
2015
15 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Man kann es ein Porträt nennen oder eine Komposition mit Text und Geräusch. Der 1972/73 im Gefängnis verfasste „Brief Ulrike Meinhofs aus dem Toten Trakt“, ein Haftdokument in Gedankenkaskaden, gibt fünfzehn Minuten Film Struktur und Gewicht. Der vermeintlich schwarze Bildgrund belebt sich immer wieder schemenhaft und lässt Ahnungen eines nächtlichen Außen oder einer Gegend am Wasser aufkommen. Dieser Versuch, die sensorische Deprivation als Folge der Isolation zu kommunizieren, versucht etwas eigentlich Unmögliches. Er stößt dabei ins Abstrakte vor, hart, trocken, brutal. Jede erzählerische „Schmiere“ wird des Platzes verwiesen. Da ist gar kein Platz, also auch nicht für eine Erzählung.
Ralph Eue

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Annik Leroy
Schnitt
Julie Morel
Produktion
Annik Leroy
Ton
Marie Vermeiren
Media Name: 12a18577-68f0-4090-bd0a-069821a4a770.jpg

Considering the Ends

Nous la mangerons, c’est la moindre des choses
Elsa Maury
Internationaler Wettbewerb 2020
Dokumentarfilm
Belgien,
Frankreich
2020
67 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch, deutsche Untertitel für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit
In den Cevennen, dem südöstlichen Teil des französischen Zentralmassivs, kreisen die Aasgeier. Sie zählen zum ganzheitlichen Zyklus des Werdens und Vergehens, dem sich Schäferin Nathalie mehr und mehr anzunähern sucht. Denn die Geier nagen an den Überresten ihrer geliebten Tiere. Sie sieht sich nicht nur für ihr Leben verantwortlich, sondern auch für ihren Tod. Elsa Maurys Film ist ein unmissverständliches Zeugnis darüber, was es bedeutet, das fatale Messer selbst zu führen.
Die Laute, welche das Schaf bei der Geburt seines Lamms ausstößt, muten beinahe menschlich an. Und als sich das Neugeborene wenig später als des Lebens unwillig erweist, meint man in den Augen der Mutter einen Schmerz auszumachen. Der empathische Blick von Schäferin Nathalie auf ihre Herde hat sich unmittelbar auf die Zusehenden übertragen. Ein jedes Tier besitzt hier seinen eigenen Namen, ein jedes hat eine Biografie, die Nathalie auswendig weiß. Und sie ist es auch, die final entscheidet, wann das Ende eines Schafes naht. In tagebuchartigen Sequenzen erfährt man von ihren Gefühlen, nimmt Anteil an einem schwierigen Entwicklungsprozess, an dessen Schluss ein neues Selbstbewusstsein, vielleicht auch eine neue Weisheit steht. Elsa Maury zeigt eine mehrjährige Schule des Tötens und des Todes. Sie belässt das Geschehen unkommentiert, aber erreicht in Bildern und Montage eine Intensität, die lange begleitet.
Carolin Weidner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Elsa Maury
Kamera
Christian Tessier, Martin Flament, Elsa Maury
Schnitt
Geoffroy Cernaix, Pauline Piris-Nury
Produktion
Cyril Bibas
Co-Produktion
Luc Reder, Olivier Burlet, Javier Packer-Comyn
Ton
Marc Siffert, Loïc Villiot, Galaad Germa, Willy Boutet, Elsa Maury
Filmvertrieb
Philippe Cotte
Sprecher*in
Nathalie Savalois
Nominiert für: Preis der Interreligiösen Jury, FIPRESCI Preis